GNSN – wie bitte?

Ja, 25 Jahre gibt es wohl jetzt GZSZ, also „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auf RTL und vor kurzem ist der Nachbar schlechthin, Hans Beimer aus der Lindenstraße (Hans Joachim Luger – übrigens ein wirklich guter Schauspieler, besonders nicht als Vater Beimer) verstorben.

Will ich also auflösen: Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn = GNSN

Oft leben sie dicht beisammen, die Nachbarn. Die guten, wie die schlechten. Ist hier bei mir nicht anders. Glücklicherweise sind die guten im Haus vereint, die schlechten sind rings herum auf die Nachbarhäuser verteilt. Wohldosiert glücklicherweise. Die guten Nachbarn sind mehr als nur Nachbarn geworden. Mitfühlend, mitteilend, mitleidend wuchs allmählich die eine Freundschaft heran, die ich nicht mehr vermissen möchte.

Aber auch die schlechten Nachbarn haben ihre Daseinsberechtigung. Mit wem sollte man sonst über die Hecke weg über zu viel Kinderlärm diskutieren? Oder über das faulende Fallobst auf dem Garagendach? So einen grantligen Griesgram als Nachbarn zu haben ist doch letztlich lustig. Auch wenn die Sprüche von hinter der Hecke derb und unverschämt sind. Ärgern sie anfangs mächtig, allein wegen der dahinter steckenden Aussage, so sorgen sie dann alsbald doch für sehr viel Lästerei und Lacher. Natürlich gemeinsam mit dem guten Nachbarn bei einem Schüsselchen Sangria auf der Terrasse während einer lauen Sommernacht. Ihr werdet es kaum glauben, unkommentiert vom schlechten Nachbarn.

Selbst der geliebten Fast-Schwiegermutter wollte der schlechte Nachbar den Mund verbieten. Allerdings hatte dieser vergessen, kurz zuvor selbst mehr Lärm als notwendig zu machen, in dem er alte Schuppentüren mit zentrifugalem Schwung zuschlug. Meinen Konter auf die lautlose Unterhaltung unsererseits kam sicher an, blieb aber wiederum unbeantwortet. Allerdings meinte ich ein leichtes, leises Lachen aus der Richtung des guten Nachbarn zu vernehmen. Genaugenommen würde mir glatt was fehlen, wenn der Schlechte nicht mehr wäre.

Dennoch, die Guten sind mir lieber. Gut ist einfach positiv. Gleich ums Garteneck ist er da. Immer. Immer mit offenem Ohr für Sorgen, Probleme und kleinen Reparaturen. Viel zu selten kann ich mich dafür bei ihm revanchieren. Was übrigens nicht einmal erwartet wird. Da macht es umso herzlicher, doch auch schwierig, denn nur ein einfaches „Danke“ als Wort scheint oftmals zu wenig. Allerdings, wie bedankt man sich materiell bei jemandem, der sich alles gönnt, sobald ihm danach ist? Eine schwierige Geschichte, die ich noch lösen muss.

Es gibt auch über uns einen guten Nachbarn. Da hat es etwas länger gedauert, bis der Funke übersprang. Ein beachtenswerter, älterer Herr, beinahe aber lebendiger als ich selbst. Bester Papierfliegerbauer, den ich und die Kinder kennen, versorgt uns immer wieder mal mit leckerstem selbstgebackenem Kuchen. Inzwischen gibt es viel mehr, als nur sogenannte Tür-und-Angel Gespräche. Wir leiden mit ihm, wenn seine Gesundheit schwächelt, lachen mit ihm über seine Anekdoten über seine Krankheiten.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn. Wieder mal so eine Ying und Yang Sache. Das Gute geht einfach nicht ohne das Schlechte. Hauptsache ausgewogen und der Humor bleibt nicht auf der Strecke.

Vermissen möchte ich persönlich beide nicht.

Wie siehts bei euch aus? Mehr von den Guten? Mehr von den Schlechten? Kampf oder Gloria? Schreibt es mir bitte in die Kommentare.

Bis dahin bleibt mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Das L in Montag

Steht für Lebenslust, ganz klar, oder?

Wie auch immer ihr die einzelnen Buchstaben als Abkürzung seht, der Montag behält seinen Schrecken als Wochenendkiller.
M – Müde
O – ohne Antrieb
N – nutzlos
T – Tag kann weg
A – Abend bitte komme
G – ganze Woche noch vor mir

Das L? Klar, Lebenslust und -freude! Seht es doch mal so, wäre der Montag nicht, käme auch nicht das nächste Wochenende. Abgesehen davon, es sind doch nur ein paar Stunden, die mit arbeiten verbracht werden müssen. Macht das Beste draus! Der Feierabend kommt bestimmt, der erste Tag der Woche ist damit erledigt. Montag ist doch toll, denn der Tag ist ziemlich schnell abgehakt.

Nehmt Schwung auf, macht euch einen wunderbaren Montag Nachmittag. Nutzt den eher ruhigen Tag für Einkäufe. Der Wochenendandrang ist vorbei, die Regale aufgefüllt, Sonderangebote möglicherweise noch oder wieder erhältlich. Nehmt euch Zeit für Familie und Freunde, verwöhnt euren Schatz!
So beflügelt gehts dann auch gleich nach der – vielleicht zu kurzen – Nacht in den Dienstag. Der ist der kleine Bruder vom Montag, aber hat nicht mehr so viel Schrecken in sich. Doch was soll das Gejammer, auch der Tag geht vorbei. Dauert nicht länger als ein Montag, sicher auch nicht kürzer als ein Mittwoch. Letzterer kommt bestimmt und schon haben wir was zu feiern: Das Bergfest! Wir sind mit dem Mittwoch Feierabend über den Berg, es geht Richtung Wochenende. Nur noch zwei Tage für viele für uns, die im Büro arbeiten, vor der Brust. Klar, auf zum Mittwoch-Feierabend-Feiern!
Doch was kommt? Der Donnerstag. Vermutlich wohl, weils im Kopf nach der Feierei am Mittwoch noch donnert. Trotzdem, wer verachtet den Donnerstag? Hab ich noch nichts von gehört. Dann der Trugschluss: Freitag. Ist doch gar nicht frei. Schon gar nicht der ganze Tag. Sicher ein Schreibfehler, sollte ursprünglich bestimmt Freutag heißen, denn wir freuen uns wohl alle auf das Wochenende.

Ruck zuck ist also die Woche rum und die nächsten zwei freien Tage werden genossen. Aber mal ehrlich, Wochenende und keine Arbeit? Da ist so viel über die Woche wegen der üblen Arbeitswoche liegengeblieben. Wäsche muss gewaschen, Einkäufe erledigt, Wohnung geputzt, Besuch empfangen, Auto gewartet und gesäubert, Kontakte gehören gepflegt und dann schon der spätnachmittagliche Stress zwecks der Abendgestaltung. Feiern gehen? Kino? Gemütlicher Abend daheim mit dem Schatz oder der ganzen Familie? Meist wird es spät, am kostbaren Sonntag wird ausgeschlafen und möglicherweise erst am Mittag aus dem Bett gekrochen.
Was bleiben? Wenige Stunden bis der Schrecken naht: MONTAG! Etwas Pflege für den Körper, Essen gehen oder selbst zubereiten, Kleiderschrank kontrollieren, ob was brauchbares an Kleidung für die Arbeitswoche parat ist. Schneller als erwartet kommt die Tatort-Zeit, der Abend vor dem Fernseher verbracht. Mörder ist gefasst, die Welt ist gerettet und der Blick auf die Uhr sagt: Gute zwei Stunden und es ist Montag!

Hat der wirklich so viel Schrecken? Wir versuchen doch alle möglichst lang zu schlafen, also so spät wie nötig aufzustehen. Eher langsam, weil missmütig bereiten wir uns auf den Tag vor, hetzen sicher nicht zur Arbeit. Dort angekommen ist es doch herrlich ruhig, jeder hält seine Klappe, keiner nervt mit großer Kommunikationsfreude. Die ersten dringenden Arbeitsaufträge kommen spät, jeder nimmt auf den andren Rücksicht. Warum? Weil alle an der gleichen Krankheit leiden: Montag.

Also doch ein Tag mit Lebensfreude, denn der Tag ist der Tag, an dem wir wirklich was schaffen können. Der Feierabend kann besser genutzt werden, als der, der folgenden Tage.

Bitte nehmt mich nicht immer ernst, auch ich habe heute Montag!

Bleibt mir gewogen und bis demnächst in diesem Blog

Euer
Marcus Sammet

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Tempus fugit

Doch was kümmert es die Schnecke.

Tempus fugit, eine lateinische Phrase, die für „Die Zeit flieht“ steht. Fragt sich, wohin sie flieht. Zeit kann ja eigentlich nicht fliehen und wenn dann nur nach vorn. Oder könnte sie einem tatsächlich weglaufen?

So manchesmal hat wahrscheinlich ein Jeder diesen Eindruck schon gehabt, die Zeit läuft vor einem davon. Sie es auf dem Weg zur Arbeit, bei der so gerade eben der passende Bus nicht erreicht wurde oder der Urlaub, dessen Zeit scheinbar zum Ende hin immer schneller zu vergehen scheint. Zeit flieht? Der Blick auf die Uhr zeigt, das die Sekunden deswegen nicht schneller vergehen. Tick Tick Tick… es bleibt, wie es ist, eine Sekunde ist eine Sekunde.

Wohin flieht also unsere Zeit? In unsere eigene Unruhe, so meine Interpretation. Wir selbst sind es, die eine gewisse Menge an Zeit mit etwas zu Erledigendes füllen wollen. Leicht wird aus einem „das mach ich mal eben“ doch mehr Zeitaufwand, als „mal eben“ suggerieren wollte. Da reichen schon kleine Verzögerungen und schon flieht die Zeit dahin, weil ein feststehender Zeitpunkt für etwas anderes immer näher rückt. Langsam, sekundenweise, doch unaufhörlich, unausweichlich.

Zeit drückt. Drückt die Stimmung. Drückt Stress aus. Drück auch Ruhe aus. Wie und wann, bestimmen dann doch letzten Endes wir ganz allein. Zeit ist nicht veränderbar, doch wie wir damit umgehen schon. Natürlich gibt es feste Zeiten, zu denen wir irgendwie, irgendwas, irgendwo angebunden sind; die es einzuhalten gilt. Allein als Arbeitnehmer schon. Wer nicht flexible Arbeitszeiten hat, der hat schon für den Arbeitsbeginn einen zeitlichen Fixpunkt. Auch in der Freizeit gibt es einiges, was einfach Zeitpunkte vorschreibt, allein der Kinofilm schon, der zu einem bestimmten Zeitpunkt startet.

Ein Rezept, wie perfekt mit seiner Zeit umgegangen werden kann, kann ich hier auch nicht geben. Ich persönlich habe meinen täglichen Zeitplan, ob er mir gefällt oder nicht, steht leider nicht zu Diskussion.

Aber was kümmert es die Schnecke. Diesen Gedanken hatte ich heute Morgen beim Blick durch die Tür zur Terrasse. Unbekümmert von regnerischem Wetter schlich sie über die Regenrinne zum Haus hin. Ihre Fühler weit vorrausgestreckt, irgendwie grinsend wirkend über die Freude, in absehbarer Zeit ihr Ziel zu erreichen. Dies lies mich daran denken, das Zeit doch eigentlich egal ist. Sie vergeht, egal was ich tue. Warum also nicht, ganz wie die Schnecke, die Zeit genießen, die mir auf dem Weg zu meinem Ziel gegeben ist?

Tempus fugit? Nein, eher current tempus sit – Zeit läuft, unaufhaltsam. Macht was aus der Zeit, die ihr habt. Nutzt sie für das, was wirklich wichtig und schön ist. Vielleicht denkt ihr dabei auch an die Schnecke, der es scheinbar egal ist, wie die Zeit vergeht.

Bis demnächst in diesem Blog

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Jahrhundertsommer ertrinkt!

Dieses Jahr war es endlich wieder, wie es Rudi Carrel bereits 1975 musikalisch erfragt hatte. Es war ein Jahrhundertsommer. Den letzten hatten wir 2003. Herrlichstes Wetter für Sonnenanbeter. Heiß. Schweißig. Badewetter.

Wohl dem, der nicht hinter dicken Mauern arbeiten musste, die anfangs der Hitzeperiode noch die gespeicherte Coolness des Winters abgaben. Unaufhörlich mochte die Sonne etwas dagegen tun und so wurden diese Mauern schnell zum Hitzespeicher. Wie gewohnt wurde über das Wetter gejammert, obwohl sich doch fast jeder einen möglichst endlosen Sommer herbei gesehnt hatte. Nun, der Mensch ist nun mal so, ohne jammern geht es nicht. Nicht mal unberechtigt, wenn mal etwas genauer darüber nachgedacht wird. Vor langer Zeit begegnete mir der Spruch „Kein Vorteil ohne Nachteil“, was zum Ausdruck bringt, dass jedes Licht auch irgendwo Schatten bringt. Was dem einen also zum Vorteil sein mag, gereicht vielen anderen zum Nachteil. Ying und Yang zwecks des Gleichgewichts im Allgemeinen kommt mir dabei in den Sinn.

Je länger dieser – aus meiner Sicht – wirklich fantastische Sommer dauerte, desto mehr Nachteile kamen so langsam auf. Riesige Waldbrandgebiete in Deutschland. Getreide der Bauern vertrocknet. Dürre ausgerechnet in einem der Länder der Welt, das sonst eher mit Überschwemmungen an Elbe und Rhein zu kämpfen hat. Ist das nun wirklich auch ein Klimawandelproblem? Nennt mich blind und ungläubig, ich denke nicht. Erdgeschichtlich gab es immer wieder Hitze- und Kälteperioden. Allerdings verschließe ich meine Augen natürlich nicht vor dem Problem der weltweit steigenden Umweltverschmutzung, insbesondere der Luftverschmutzung.

Der Sommer scheint nun vorbei zu sein, hier in München fällt inzwischen reichlich Wasser vom Himmel und die Pflanzen scheinen sich zu freuen, endlich wieder feuchte Wurzeln zu bekommen. Doch dieser plötzliche Wandel schlägt auch auf die Stimmung. War es die letzten Wochen, gar Monate doch immer sehr hell, so kommt das Regengrau wie eine schwarze Decke fürs Gemüt daher. Wollen wir doch hoffen, dass wir jetzt keinen Jahrhundertherbst oder sogar Jahrhundertwinter bekommen.

Für mich selbst war es auch überraschend, dass die Wespenplage nicht stärker als im letzten Jahr wurde. Klar, sie kamen angesaust, sobald auch nur ein Gedanke daran verschwendet wurde, den Grill anzuzünden. Auch die nächtlichen Angriffe der Mücken fielen irgendwie schwächer aus, als in den Jahren zu vor, ganz ohne mehr dagegen getan zu haben. Viel mehr sind mir quasi unendliche Schwärme von Fliegen aufgefallen. Deutlich lästiger als die Wespen. Insgesamt schien es mir dennoch, als wäre es selbst den Insekten dieses Jahr zu heiß gewesen um sich irgendwie mit dem Menschen und seinen Leckereien zu befassen.

Besonders schön fand ich, dass vor der vor dem Küchenfenster reichlich blütenbehaftete Schmetterlingsflieder von einer Armada an Hummeln besucht wurde. Ich mag diese kleinen, pummeligen, theoretisch flugunfähigen Tierchen. Friedlich lassen sie sich fotografieren, lassen sich durch die Anwesenheit des Menschen nicht stören. Sofern sie nicht bedroht werden, selbstverständlich. Es war ein Genuss, sie den ganzen Sommer über auf dem Flieder beobachten zu können.

Ach ja, was den Vorteil und den Nachteil betrifft, gibts noch etwas für die Weinliebhaber zu sagen. Es scheint wohl so, dass die Weinernte dieses Jahr besonders gut und reichlich ausfiel und die Winzer sprechen bereits jetzt von einem sehr guten Jahrgang. Also Prost! Freuen wir uns auf die ersten frischen Weine dieses Jahrhundertsommers und später dann auf glühend wohlschmeckende Glühweine auf den kommenden Weihnachtsmärkten.

So, genug belangloses zum Wochenende.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Zeitfluss

Am 06.04.1980 wurde die Sommerzeit in Deutschland – übrigens nicht zum ersten Mal – eingeführt. Sie besteht bis heute und ärgert mit dem Hin- und Her im Frühling und Herbst. Uhren vorstellen, Uhren zurückstellen. Wofür? Nun, damals, 1980 wurde argumentiert, dass viel Energie einsparbar sei. Insbesondere Strom für Außen- und Innenbeleuchtung. In den 1980er Jahren aufgewachsen, kann ich mich noch recht gut daran erinnern, dass sich im Grunde nichts verändert hatte. Denn das Licht, das ich am Morgen nicht brauchte – bzw. meine Mutter – wurde dann am Abend länger benötigt. Direkt bei uns gab es sonst keine weitere Energieverschiebungen.

Doch bald schon hörte ich, aus für mich unerwarteter Richtung, Klagen. Bauern, vor allem Viehbauern, die nun schon Wochen, wenn ich gar mehr als einen Monat vorher die Tiere auf die neue Zeit „eichen“ mussten, um ihren Tagesablauf wie gewohnt gestalten zu können. Energieeinsparung dabei? Eher nicht. Nun, so weit – so … das lass ich jetzt mal offen.

Bürger wurden mündiger, wacher und kritischer. Schmidt wurde niedergekohlt, christlich demokratisch wurde abgeschrödert und wir haben jetzt merkelunwürdige Zeiten. Zwischen all diesen Persönlichkeiten im Zeitfluss der politischen Wehleidigkeiten wuchs ganz nebenbei eine Europäische Union auf. Oft wegen ihrer Urteile und Vorgaben bzw. Vorschriften belächelt und ausgelacht. Man denke nur daran, das eine natürlich wachsende Gurke gefälligst gerade zu sein hat, damit sie besser in die Normkisten für den Supermarkt passen. Inzwischen dürfen sie wieder gekrümmt sein, so nebenbei bemerkt.

Doch jetzt sagt die Zeitlinie, dass wir das Jahr 2018 nach Christi Geburt schreiben. Was an sich keine Überraschung ist, die Jahre vergehen, ganz egal ob und wer gerade auf der Erde wandelt und regiert. Dennoch, vor ein paar Wochen gab es einen Aufruf zur Abstimmung. Leise zunächst, fast unbemerkt. Bis es zu Facebook vordrang und dann doch etwas lauter wurde. Zumindest ich habe erst über diesen Weg erfahren, dass es eine EU weite Abstimmung über die mögliche Abschaffung der Sommerzeit gab. Das Ganze hochmodern über eine Webseite. Eigentlich war ich sehr misstrauisch, denn solche Abstimmungsseiten gegen irgendwas und sonst alles gibts haufenweise. Klick-Klick – Seite aufgerufen. Offenbar doch eine seriöse und offizielle Abstimmung. Klick und weg mit der Sommerzeit.

Lang tat sich jetzt nichts, doch die Zeit vergeht und bleibt wohl doch nicht immer ungenutzt. Die Abstimmung wurde ausgewertet.

Jetzt, 38 Jahre nach erneuter Einführung der Sommerzeit soll sie doch wieder abgeschafft werden. Wer hätte das gedacht, dass eine Regierung, wenn auch nur auf europäischer Ebene, auf den Bürger hört?

Also warten wir ab, bis die Umstellung umgestellt wird und hoffen das wir in diesem Jahr zum letzten Mal eine Uhr vom Schlafzimmer in die Küche tragen.

Freuen wir uns also auf einen neuen Fluss der Zeit, ungehindert, weil die Zeit weder vor noch zurückgedreht werden kann. Sie läuft ja vorwärts, ganz egal, was eine Uhr anzeigt.

Dieser Blog beruht auf folgendem Gerücht:
welt.de/…/Sommerzeit-Juncker-kuendigt-Abschaffung-der-Zeitumstellung-an.html

Bis demnächst auf diesem Blog,

bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Gelassene Unruhe

Natürlich ist es so, das ein Urlauber am Urlaubsort meistens entspannter ist, als daheim. Doch selten überträgt sich diese Entspannung auf sein Umfeld, schon gar nicht auf den Straßenverkehr. Wenn dann also auffällt, dass es sich irgendwie anders fährt, dann liegts nicht nur an einem selbst.


Wiederholt ist mir das nun auf Mallorca aufgefallen. Nicht nur mir, sondern auch meinem Schatz und den Kindern. Damit will ich nicht sagen, das nun alle Mallorquiner perfekte Autofahrer sind, die sich zu 100% an die Verkehrsregeln halten. Doch auffällig ist da, das sich wirklich ausnahmslos alle dort an eines halten: Fußgänger am Zebrastreifen hat absoluten Vorrang. Ganz egal ob in der großen Stadt Palma mit breiten, mehrstreifigen Straßen oder auf dem winzigen Dorf irgendwo auf dem Weg zur Küste. Zebrastreifen – Fußgänger – Stop! Nicht ein einziges Mal konnte ich es anders beobachten. Selbst die zahlreichen Zweiradfahrer – egal ob motorbetrieben oder nicht – bremsten und hielten an, um den Fußgänger passieren zu lassen. Obendrein nicht mal eben noch ganz knapp, nein, durchaus sehr vorrausschauend.

Aber auch sonst. Etwas, was ich bzw. wir dort praktisch nicht wahrgenommen hatten, waren Autohupen. Ganz ohne ging es freilich nicht, hier und dort wurde schon gehupt. Doch im Vergleich zu den regelrechten Konzerten aus verschiedensten Huptönen in München, nur weil jemand in der falschen Millisekunde den Fahrstreifen wechselt, gibts dort einfach nicht.

Erlebte Beispiele:
Auffahrt auf die recht verstopfte Autobahn auf Mallorca. Platz zum dazwischen mogeln lässt dir keiner. Aber den nimmst dir und das ist dann für den, der zurückbleiben muss in Ordnung. Versucht das mal in Deutschland. Vorfahren, reinmogeln, selbst mit bittendem, freundlichem Blick. Der vermeintliche Hintermann wird auf jeden Fall noch versuchen, vorzupreschen um dich zu zwingen, hinter ihm einzuscheren. Wütende Blicke ihm die bessere Parkposition im Stau nehmen zu wollen inklusive, vielleicht darfst dir auch noch den Unwohlklang seiner Hupe anhören.

Mitten in der Stadt Palma. Ampel schon eine Weile rot, am Straßenrand ein parkendes Fahrzeug, in das gerade eingestiegen wird. Es wird grün, alles rollt an, auch der frisch bestückte Kombi von eben. Doch dieser bleibt plötzlich stehen, es kommt eine Frau mittleren Alters angehetzt, reißt eine der hinteren Türen auf und steigt noch zu. Der Kombi blockiert dabei den Abbiegestreifen, der Verkehr kommt zum erliegen, abbiegen in dieser Grünphase ausgeschlossen. Was höre ich nicht? Hupen. Was sehe ich nicht? Böse Blicke. Was sehe ich? Freundliches, entschuldigendes Lächeln aus dem Kombi und gelassene Blicke aus den Fahrzeugen um mich herum. Alltag. Normal. Stellt euch das mal in München oder einer anderen deutschen Großstadt vor. Grün. Motoren heulen auf. Start des Rennens zur nächsten roten Ampel. Ab aufs Gas um einen möglichst guten Abgang zu haben. Dann das Pacecar im Weg und das Rennen ist gelaufen. Empörtes Hupen, wütendes Gebrülle gegen die Fensterscheiben inklusive wilder Gestikulation, die den Geisteszustand des Fahrers niedermachen, der sich erlaubte noch ein weiteres Mal die Bremse zu nutzen um sein Fahrzeug zum stehen zu bringen. Ganz sicher wird auch in diesem Moment nicht nur einer wild das außenmusikalische Instrument, meist im Kühlergrill verbaut, nutzen, um seinen Ärger Ausdruck zu verleihen.

Du willst parken? Suchst in der Fahrzeugüberfüllten Innenstadt einen guten Stellplatz in der Nähe deiner Wohnung? Schlimmer noch, in der enggassigen Altstadt? Auf Mallorca, ganz egal ob El Arenal tagsüber in Strandnähe, irgendwo in kleinen Dörfern mit wunderschönen Badebuchten oder eben Palma mit sehr vielen, kleinen Nebenstraßen in Wohngebieten, fährst halt dementsprechend langsam. Immer den Blick rechts und links auf Lückensuche gerichtet, Radarartig nach Fahrzeuginnensassen suchend, ob nicht jemand frisch in sein Vehikel gestiegen ist und abfahren möchte. Im Anschleichmodus geht es voran. Was kümmerts den Hinterdreinfahrenden? Scheinbar denkt der sich nur „El porc pobre, buscant una plaça d’estacionament.“ (Die arme Sau, sucht einen Parkplatz) und bleibt gelassen. Kein drängeln, kein hupen. Der nutzt die nächste Gelegenheit um vorbeizufahren und würdigt keines bösen Blickes. Anders in München. Hier musst den Straßenrand quasi auf einen Kilometer genau mit einer Art Laserblick beobachten und im rechten Moment sollte ein Parkplatz regelrecht im Sturzflug besetzt werden. Wehe nicht, ein kostenloses Hupkonzert ist sicher.

Schmale Gassen in Wohngebieten führen natürlich auch dazu, dass ein Fahrzeug nicht mal eben am Straßenrand abgestellt werden kann, um Einkäufe oder gar Koffer auszuladen. Wir hatten das Glück in einem Wohngebiet eine wunderbare Ferienwohnung zu haben. Doch die Straße eng und hoffnungslos zugeparkt. Einfahrten zu schmal, um einen großen SUV abzustellen. Also mitten auf der Straße stehen bleiben, Familie und Koffer entladen, letztere auf den Gehweg verfrachten. Das kostet Zeit, mit Hetze zwei – drei Minuten, ohne etwas mehr. Natürlich fühlt man sich als Ddeutscher – schon aus genervter Gewohnheit – gehetzt, wenn denn ein oder zwei weitere Fahrzeugführer darauf warten, dass es weiter geht. Der Blick zur Frau im herangefahrenen Wagen gerichtet und ein entschuldigendes Schulterzucken zeigend wurde nicht mit einem Schlag auf die peitschengleiche antreibende Hupe quittiert sondern mit einem verständnisvollem, freundlichem Lächeln das eindeutig sagte: Lass dir Zeit, das passt. Ebenso der ruhige Blick des dahinter wartenden Fahrzeugführers.

Anderes Erlebnis. El Arenal, Strand ist angesagt. Auf der Suche nach einem geeigneten Parkraum fällt der Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite und einem ausreichend großen Bereich um meinen Dauerpiepser (was es damit auf sich hat, ist in einem vorherigen Blog zu lesen) abzustellen. Also abgebremst und kurz die Verkehrslage abgeschätzt. Bus aus Gegenrichtung, scheinbar weit genug weg um ein Wendemanöver riskieren zu können. Ab und quer in die Lücke, wieder raus, etwas vor und rückwärts rein. Dabei steht der Bus dann praktisch schon neben mir. Leider unkonzentriert auf den Verkehr, dafür konzentrierter auf Piepignoration und Einparken gewesen, von mir unbemerkt geblieben, dass dieser Linienbus schon so nah heran kam. Entschuldigender Blick zum Busfahrer, beschwichtigend meine Hände gehoben und gelächelt. Was ernte ich dafür? Ein sehr freundliches, sehr gelassenes Lächeln mit einer Handbewegung die ganz klar signalisierte: Hey, alles gut, bleib ruhig, das passt wie es ist. Hier in München wirst von Busfahrern beschimpft und ausgehupt wenn du es wagst, jemanden an einer Haltestelle ein- oder aussteigen zu lassen. Nebenbei, völlig legal laut Straßenverkehrsordnung!

Einfädeln aus Nebenstraßen, ganz egal ob in der Stadt oder auf Landstraßen läuft auf der Insel auch anders. Hier ist es oft zu beobachten, aus der Nebenstraße tastet sich jemand an die Kreuzung heran, schaut kurz, schätzt ab, ob das Fahrzeug auf der Hauptstraße langsam genug ist um einen Blechschaden vermeiden zu können und zieht raus. Ist ja wichtig, sich noch vorzudrängeln, ganz egal ob dem, dem er reingeschnitten ist überhaupt ein weiteres Fahrzeug folgt. Auf Mallorca kann ich mich an so ein Verhalten nicht erinnern. Dort wird sehr geduldig gewartet, bis die Lücke groß genug ist, um noch gemütlich seinen Cortado (Espresso mit einem Schuß Milch) zu trinken, den Gang wieder einzulegen und gemütlich loszufahren. Gut, gar so extrem nicht, aber reinquetschen? Nein, nie erlebt.

Auch bei früheren Mallorca Aufenthalten ist mir diese Gelassenheit im Straßenverkehr schon aufgefallen. Nicht das die Mallorquiner die besseren Autofahrer sind, nein, auch sie sehen schon, das sie ihren „Vorteil“ haben. Doch wenn sie diesen nicht bekommen, ist es ganz offenbar nichts, was sie irgendwie belastet. Wenn ich nur vom Fußgängerweg den Verkehr ansehe, dann wirkts schon hektisch, chaotisch. Spuren werden wild gewechselt, Blinker überflüssig. Ein ziemliches Gewusel auf der Hauptstraße rund um den Place de Espana zum Beispiel. Immerhin in jeder Richtung 3 – 4 spurig, nimmt man die Tiefgaragenein- und ausfahrten (die übrigens in der Straßenmitte sind!) dazu. Unfälle? Hupkonzerte? Verfluchen der anderen? Nein, ist mir nicht aufgefallen.

Apropos Parkhaus. Auch da geht es anders zu. Hier in Deutschland eine stundengenaue Abrechnung. Angefangene Stunde = voller Preis für eine ganze neue Stunde. Mallorca: Minutengenau abgerechnet.

In den letzten Wochen nach dem Mallorca Aufenthalt habe ich versucht, diese Gelassenheit im Verkehr zu übernehmen. Es gelingt nicht wirklich. Zwar fahre ich ruhig, vielleicht auch ruhiger, dennoch immer getrieben und gehetzt vom eilighabenden Hintermann. Viele unterschiedliche Klangfarben der umherhupenden konnte ich auch schon wahrnehmen, nicht nur mir geltend.

Ich wünsche mir sehr, das auch hier eine gelassenere Unruhe einkehrt. Was hat man schon zu verlieren? Oder zu gewinnen, wenn man sich gerade noch vormogelt? Oder jemanden nicht in Ruhe einen Parkplatz suchen lässt? Zeit? Wieviel davon? Ein echter Gewinn um sich um irgendwas kümmern zu können?

Bitte bleibt mir gewogen!

Bis zum nächsten Mal, euer
Marcus Sammet

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Bilderwüterei

Seit Monaten ist das sogenannte DSVGO aktiver denn je. Es gilt ja im Grunde schon seit 2016, doch dieses Jahr wurde es dann bindend. DSVGO = Datenschutz Verordnung. ( Hier die passende Webseite, klick! )

Merkt ihr was? Es fehlt das Wort Gesetz. Auch wenn die Webseite sich DSVGO-GESETZ nennt, so ist es kein Gesetz. Verordnungen sind allerdings sehr nah dran und können ähnlich geahndet werden. Da ich schon auch ein kleiner Wikipedia-Fan bin, hier vielleicht noch der Link dorthin: DSVGO auf Wikipedia

Aber ich möchte hier gar keine neue Diskussion um das angebliche Gesetz, das keins ist, aufflammen lassen. Ein paar Monate nach der Einführung musste ich an mir selbst feststellen, dass ich doch mehr darauf achte, was von mir wo gespeichert wird und das sich mein Verhalten auf Webseiten etwas verändert hat. Längst mache ich nicht mehr alle Angaben, längst registriere ich mich nicht mehr sofort in einem neuen Shop um später, bei einem evtl. zweiten Kauf, es leichter bei der Anmeldung zu haben. Bei mir bekannten Online Händlern habe ich durchaus Daten herausgenommen, die im Grunde irrelevant sind, weil doch entweder von denen ungenutzt oder ich diese Daten dort einfach nicht mehr wollte.

Im Mai gings dann los, die Verordnung wurde heiß diskutiert. Viele gerieten in eine Art Panik, was denn nun mit Fotos sei, die sie im Internet zeigen. Halt auf Instagram, Facebook, twitter und den ganzen anderen Social Media Plattformen. Auch ich habe einen Hinweis für nötig gehalten und ein entsprechendes Posting auf meiner Sterbe wohl… – Sammets ThrillerFan-Seite bei Facebook angebracht, da Facebook das Verwalten der Daten die mir nur rudimentär zur Verfügung gestellt werden, aufzwängt.

Die erste Panikwelle ist vorbei, das Gerede um das Gesetz, das nur eine Verordnung ist, ist abgeebbt. Dennoch ist es zumindest in meinem Hinterkopf geblieben. Besonders in den letzten Wochen, im Urlaub nämlich. Die Tage unfleißig am Strand verbracht, langsam in der Sonne rostrotbraun bratend war natürlich auch die Kamera dabei. Nicht nur die DSLR (Digitale Spiegelreflexkamera) sondern auch das Smartphone. Schnell mal hier und da einige Bilder geschossen. Die Welle noch, die Yacht dahinten rangezoomt, Schatz und Kinder fotografiert. Ups. Wen? Nein, viele, sehr viele habe ich fotografiert und wohl eher nebenbei die Yacht, die Welle, Schatz und Kinder. Ist das rechtens? Muss ich jetzt den Strand ablaufen und jeden fragen, ob ich das hätte tun dürfen? Nein. Muss ich nicht. Aber ich muss darauf achten, dass ich keine Fotos von irgendwem, irgendwo veröffentliche. Das habe ich noch nie einfach so getan, also alles im grünen Bereich. Die Welle wirds nicht kümmern, die hat sich längst im Sande verlaufen, der Eigner der Yacht wird sich bestenfalls wohl darüber freuen, mit seinem Boot prahlen zu können. Schatz und Kinder haben Erinnerungsfotos an unseren gemeinsamen Urlaub. Die anderen auf dem Foto? Zum großen Teil von vornherein nicht erkennbar und wenn schon, werden sie halt etwas nachbearbeitet, so dass sie hoffentlich niemand erkennen wird.

Interessant wurde dann aber mein eigenes Verhalten neulich in einer Therme. Wunderschön gelegen mit herrlichem Ausblick. Wohlfühlort der Entspannung. Die Sonne scheint, es geht mir gut. Ein wenig der Traum vom Ruhm als berühmter Autor einer großartigen Thriller Reihe lässt eine gewisse Zufriedenheit durch mich strömen. Gut, träumen darf man ja! Der Blick nach nicht vorhandenen Fans schweift umher und ich sehe direkt ins Objektiv einer digitalen Kleinkamera. Nicht nur das, der Auslöser wird fleißig gedrückt. Paparazzi in der Therme? Wegen mir? Wohl kaum, Traum hin, Realität her. Nicht nur diese Person hat eine Kamera zur Hand. Dort noch ein paar Jugendliche mit ihren offensichtlich wasserfesten Smartphones beim Selbstbildnissfesthalten – auch Selfiemachen genannt – knipsen munter drauf los. Blick nach links und rechts – ähnliche Beobachtungen. Kaum jemand, der sein mit hochauflösendem digitalem Fotochip ausgerüstetes Telefon im Garderobenschrank ließ. Klick klick klick, Bild geschossen und jeder ungewollt darauf verewigt. Es machte nachdenklich. Doch letztlich gesorgt hat mich dann die Frau, die scheinbar ganz offensichtlich mich als ihr Lieblingsmotiv ausgesucht hatte. Nach wie vor schoß sie ein Bild nach dem anderen, scheinbar von mir. Leider war für mich auch nicht erkennbar, dass sie doch eher Mann und Kind ganz in meiner Nähe für spätere Erinnerungen speichern wollte. Daher fasste ich mir dann doch ein Herz und schwamm zum Beckenrand um die Frau darauf aufmerksam zu machen, dass es mir doch unangenehm war, im Mittelpunkt ihrer fotografischen Tätigkeit zu stehen. Sie versicherte sofort, dass nicht ich in ihrem Fokus war, das sie auch vermied mehr als ihre Familie für die Ewigkeit festzuhalten und zeigte sogar bereitwillig gleich einige der letzten Fotos. Dennoch, ich kam nicht umhin sie zu bitten, zumindest die Bilder, auf denen ich deutlich erkennbar sein würde, wieder zu löschen. Ob sie es jemals tun wird, wenn es diese Festhaltungen der unwichtigsten Zeitgeschichte überhaupt gab, bleibt natürlich fraglich.

Der fade Geschmack allerdings, dass sich dann so gut wie jeder mit einem Smartphone ausgerüstet ins Schwimmbad begibt und munter Selfies knipst – oder gar mehr – verstärkte sich. Trotzdem es im Eingangsbereich der Schwimmanstalten und Thermen reichlich Hinweise gibt, das fotografieren jeglicher Art generell nicht gestattet sei, setzt sich dann die Masse darüber hinweg. Ich kann diese Leute sogar denken hören: Ist doch nur für mich! Das ist es zu einem sehr hohen Anteil sicher auch, nur für mich selbst, als Erinnerung oder zum Prahlen vor Freunden. Über das, was an Fotos entstehen könnte, die jetzt nicht wirklich einen Erinnerungswert haben, möchte ich nicht weiter nachdenken. Das Böse ist ja doch immer und überall.

Ganz nebenbei fällt mir dann ein, dass auch ich zu den Dauerfotografen gehören könnte bzw. lange gehört habe. Auf Grund diverser beinahe Unfälle, vorwiegend mit Motorradfahrern auf kurvigen Bergstraßen und diversen Drängeleien auf der Autobahn mit anderen Blechummantelten Dumm-Dumm-Hochgeschwindigkeitsvernatikern legte ich mir schon vor Jahren eine sogenannte Dashcam zu. Leicht mal an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht, mit einem G-Sensor (G steht im Prinzip für die Beschleunigung – meist der Erdanziehungskraft im Verhältnis zum Körper) ausgerüstet und lief fortan dauerhaft mit. Der Speicher wurde automatisch überschrieben, keine Filme wurden wirklich lang gespeichert. Es sei denn, es kam zu abrupten Bremsern, diese Filme wurden von der Software gleich geschützt. Allerdings, wenn ich die Aufnahmen hätte vor Gericht verwenden wollen, um ggf. meine Unschuld, an einem Unfall belegen zu können, wäre dieser Film ignoriert worden und ich noch dafür bestraft. Bis es im Mai dieses Jahr zum Scharfschalten der DSGVO kam. Interessanterweise wurde zu diesem Zeitpunkt das verwenden der Dashcams teilweise legalisiert. Sie dürfen im Auto sein, sie dürfen angeschlossen sein, sie dürfen filmen. Nicht dauerhaft, nicht im Dauerbetrieb. Es sollte also eine Armaturenbrettfilmausrüstung sein, die vorausahnt, dass in den nächsten Sekunden ein Unfall oder sonst wie schreckliches Ereignis stattfinden wird. Dann kann sich diese rechtzeitig einschalten und das sich zu Ereignende aufzeichnen. Das ist nun legal. Sogar vor Gericht. BGH bestätigt.

Nun, Hellsehen ist nicht so ganz mein Ding. Ich hoffe einfach auf die Technik und den Sensor, das dieser die Kamera rechtzeitig einschaltet und mir ggf. dann ein Bild liefert, das eindeutig zeigt, wie es zum Unfall kam. Bis dahin frage ich mich, was eigentlich mit den inzwischen übermäßig vielen Kameras an diversen Autos ist. Rückfahrkameras, Einparkhilfen im 3D-Rundumblick. Radar- und Live-Bilder von im Kühlergrill angebrachten sensorischen Filmfesthaltern. Kurzum, die ganzen Assistenten zum sicheren Fahren mit wachsamem Objektivauge. Diese laufen auch ständig mit. Auch wenn der Fahrzeugeigner vielleicht nicht auf die Aufnahmen zugreifen kann, weil es angeblich nur eine Momentaufnahme ist, wer sagt das diese Bilder nicht doch gespeichert werden? So ein Speichermedium ist heutzutage winzig und sehr schnell verbaut und Autohersteller lügen ja schon beim Abgas, dass nicht mehr gemessen, sondern auf Grund von Softwareeinstellungen bestimmt wird.

Mit diesem Gedanken verabschiede ich mich bis zum nächsten Blog.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Reiseleihe mit endlos Piep

Wenn denn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. Oft viel Schönes, manchmal nicht so Schönes.


Nun, ich will mich eigentlich nicht beklagen. Schon bei den Urlaubsvorbereitungen war klar, ein Leihwagen wird gebraucht. Da wir eine Ferienwohnung hatten, fiel ein inklusiver Bustransfer, der nicht vorhandenen Reisegesellschaft von vorn herein aus. Über diverse Webseiten für günstige Angebote adäquater Leihwagen fanden wir dann ein Vehikel, das uns vier mit samt Koffern zu der Wohnung und die folgenden Tage bequem über Mallorca bringen würde. Die Wahl fiel auf einen Nissan Juke, angeblich für vier Personen, zwei großen und zwei kleinen Koffern tauglich. Dazu noch fix eine Rund-um Absicherung mitgebucht und fertig war das Leihwagenwohlfühlgefühl.

Der Tag der Landung auf Mallorca kam, reibungsloser hätte es auch bis dahin kaum funktionieren können. Mit dem eigenen Auto zum Park&Fly, Transfer zum Flughafen ratz-fatz, Check-in ohne Papier vollkommen unkompliziert und wenig später im Flieger Platz genommen. Der Flug sehr angenehm und die Landung butterweich. Gut, der lange Weg durch den inzwischen wirklich großen Flughafen Mallorcas war sicher hilfreich, unsere Koffer vor uns am Abholband ankommen zu lassen. Somit war das Warten auf die Gepäckstücke extrem kurz. Also die Teile gepackt und zum Autoverleiher.

Ja. So weit. So gut. Oder so.

Auch hier gings eigentlich schnell. Bis auf die Tatsache, dass die Dame am Schalter sicherlich auch einigermaßen verständlich deutsch hätte reden können (bei der Masse der deutschen Urlauber kaum anders denkbar) bestand diese auf spanisch oder englisch. Zunächst alles prima, bis dann die Wahl kam. Entweder eine Vollkaskoversicherung abschließen oder eine sehr hohe Kaution bar bzw. per Kreditkartenblockierung hinterlegen. Nun, ich hatte ja bereits im Vorfeld eine Vollkasko mit Rund-um Schutz abgeschlossen. Einiges Diskutieren in rudimentärem spanisch/englisch brachte es ans Licht: Obwohl über eine Webseite gebucht wurde die Versicherung vom Verleiher nicht akzeptiert. Zähneknirschend und Urlaubskasse bewahrend schloß ich also erneut eine Vollkasko ab.

Nun, dann ging es zum Auto. Auch die Abholung wurde dann recht angenehm, da auch hier ein wirklich reibungsloser Ablauf gewährleistet war. Der Schlüssel wurde freundlich ausgehändigt und wir suchten den Stellplatz auf. Dort wartete dann eine Riesenüberraschung auf uns. Zum gleichen Preis gab es nicht ein einfaches Upgrade auf den nächstgrößeren, nein sogar auf den übernächstgrößeren SUV (Sports Utility Vehicle). Warum so ein Teil? Nun, auf der Webseite des Verleihers waren diese SUVs die einzigen Fahrzeuge, die uns und Gepäck genug Platz boten zu einem guten Preis. Persönlich hätte ich mich gern auch für einen Kombi preiswerterer Marken ohne Statussymbolcharakter entschieden, doch diese waren entweder deutlich teurer oder nicht im Angebot. Also kein Qashqai, sondern gleich ein X-Trail. Zwei Nummern größer als gebucht.

Das erste Problem war, den Wagen aus der Parkbox, die fast vollständig ausgefüllt wurde, herauszufahren. Also Tür ganz vorsichtig auf und reinquetschen. Innen dann die vergebliche Suche nach einem Zündschloß für den Schlüssel. Gut, ganz weltfremd bin ich nicht, auch ich habe schon von Keyless-go und Start-Stop Schaltern gehört. Tja, das Hören ging dann intensiv los. Zündung durch einmaliges Tippen auf Start an und es piepte. Und piepte. Also anschnallen. Keine Veränderung, es piepte. Kupplung getreten, Motor gestartet. Es piepte weiter. Langsam aus der Parkbox herausrollend piepte es mit einem Mal von links und rechts. Frech den Karren auf der Fahrbahn geparkt um ihn zu beladen, hörte das Piepsen erst mit abschalten auf. Koffer im entsprechenden Platz im Heck so gerade eben verstaut und alle vier nahmen wir unsere Sitzplätze ein. Zündung an – piep. Im Display vor mir der Hinweis, dass auf dem Rücksitz niemand angeschnallt sei. Der Blick über die Schulter zeigte: beide Kinder brav angeschnallt. Irgendwo am Lenkrad fand sich ein „OK“ Taster, der die Meldung tatsächlich mit einem Piep verschwinden lies. Motor gestartet – piep – und angerollt. Piep piep piep – offenbar zu nah links. Piep piep piep – jetzt zu weit rechts. Der Grad in einer Parkhausstraße ist offenbar zu schmal, um die Sensoren nicht anschlagen zu lassen.

Ausfahren durch die Schranke am Ende der Ausfahrt hätte ich mich beinahe nicht getraut, zu sehr warnten mich die Sensoren mit penetrantem piepen vor der Gefahr der schmalen Durchfahrt. Doch dann, diese Hürde endlich genommen, ging es voran. Doch was war das? Links in Höhe des Außenspiegels im Fahrzeuginneren leuchtete sporadisch ein kleines sanftes orangefarbenens Licht auf. Den Grund habe ich bis heute nicht herausgefunden. Ab und zu das gleiche auf der Beifahrerseite. Zum ersten Mal kam der Gedanke auf: Ich bin zu alt für moderne Fahrzeuge. Ich will zurück in meinen schönen alten 1999er E-Klasse Kombi!

Die Fahrt über die Autobahn Richtung Palma, der mallorquinischen Hauptstadt, dauerte nur wenige Minuten und auch die Straße in der die Ferienwohung lag, war schnell gefunden. Doch die Straße ließ den X-Trail wohl schier verzweifeln, was er mit sehr vielen unmotivierten Piep leidlich von sich gab.

Nun, ich erspare euch hier weitere Piep-Erlebnisse. Es ging die ganze Woche über so, kaum im Auto, Zündung an und Piep. Rückwärts und Piep. Piep hier, Piep da. Piep überall. Ich habe keine Ahnung, wovor ich alles gewarnt wurde. Mir egal, ich habe es geschafft, diesen Piepmatz schadenfrei zurückzugeben.

Mein Fazit: Assistenzsysteme mögen ja toll sein. Solange sie die Klappe halten. Dieses verwirrende Dauerpiepen als Warnung vor etwas, was möglicherweise nicht einmal eine echte Gefahr darstellen könnte, nimmt zumindest mir vollkommen die Freude an einem Neuwagen und dem Fahren als solches.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Assistenzwahn? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt ob ich mit knapp 51 Jahren zum Autofahrergreis geworden bin.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Feuer und keiner rennt weg.

Warum auch? Ein Feuer ist ja zunächst nichts schlechtes. Es wärmt, gibt Licht und Geborgenheit. Zum Braten und grillen perfekt geeignet.

Aber wie sieht es aus, wenn es nicht im Gartengrill, dem Lagerfeuer oder dem Gasherd vor sich hin lodert? In einem Gebäude zum Beispiel, am Arbeitsplatz? Da wird ein Feuer schnell mal etwas böses, unheimliches.

In meinem Berufsleben habe ich schon so einige Probealarme miterlebt. Schön nach Fluchtplan evakuiert und am vorgesehenen Platz angesammelt. Nach wenigen Minuten war der Spuk vorbei und die Tagesordnung galt wieder.

Doch dann schrillte die Brandalarmanlage mal einfach so los. Laut, ohrenbetäubend. Zuerst waren bei den Kollegen rollende Augen zu sehen. Schon wieder Probealarm. Können die das nicht mal ankündigen? Dann komme ich gleich später ins Büro. Solche Aussagen sind dann zu hören. Bis dann plötzlich jemand hektisch in der Tür steht und gegen das schrillen anschreit: „Der Alarm ist echt! Raus hier!“

Panik! Hektik! Angst!

Nö. Brotzeit einpacken, Jacke anziehen und ggf. noch den Regenschirm suchen. Dann mal sehen, ob die Kollegen gehen und schauen, wem man sich anschließen mag. Eilt ja nicht. Brennt ja nur. Sammelpunkt? Ach, egal, ich geh schnell zum Kiosk um die Ecke und hol mir einen Kaffee.

Diese Gleichgültigkeit kann schnell ins Auge gehen. Feuer sind hinterlistig. Verbreiten sich langsam, aber stetig. Kommen nicht direkt, schleichen sich an. Rauben dir den Sauerstoff, damit sie leben können. Sehr schnell verbreitend umzingelt es dich und knistert sich ins Flämmchen, dir den Weg abgeschnitten zu haben.

Wenn dann beim Durchzählen am Sammelpunkt festgestellt wird, das einer fehlt, ist es vielleicht schon zu spät, ihn noch gesund aus dem Gebäude zu begleiten. Das machen dann später die Men in Black, die Bestatter mit dem Zinksarg.

Dazu dann die, die nicht zur Firma gehören. Sie haben Termine und sind je eh schon spät dran. Die müssen ja unbedingt noch rein, sonst platzt das Geschäft oder die Besprechung kann nicht stattfinden. Diese seltsamen nachfragen, ob es noch lange dauert, ob man wisse, wie lange es brennt. Leute? Hallo? Wenn keiner im Haus, auch keine Besprechung. Mit dem Feuertod gegebenenfalls vielleicht. Feuer ist aus, wenns gelöscht ist. Oder das Haus bis auf die Grundmauern niedergebrann ist. Klar soweit? 😉

Feueralarm sollte jeder immer ernst nehmen. Lustig sein ist dabei nicht wirklich verboten, solange das Bewusstsein für die Gefahr nicht verloren geht.

Passt auf euch auf und

bliebt mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

Hinweis: Das Beitragsbild mit der Feuerwehr ist ein bei pixabay kostenlos heruntergeladenes Bild mit der Genehmigung zur freien, auch kommerziellen Nutzung. Die praktisch nicht erkennbaren Personen bzw. Feuerwehrleute wurden nicht von mir gefragt, ob sie auf diesem Bild zu sehen sein dürfen.
Urheber dieses Bildes: https://pixabay.com/de/users/morviduk-4778989/

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Von Sollbruchstellen und deren Qualen

Kennt ihr das nicht auch? Da hast eine Packung mit Gummibärlis und siehst am oberen Rand der Tüte eine Markierung. Diese soll dich darauf hinweisen, dass das Gefängnis der Gummibärenbande dort leicht zu öffnen sei. Meist holt man die Schere oder versuchts mit den Zähnen.

Oder diese netten, wiederverschließbaren Wurst und Käsepackungen. Bis die Lasche erstmal als Lasche funktioniert ist der Käse verschimmelt und die Wurst lebt bereits wieder. Ähnliches bei Tiefkühl Pizza Kartons oder Amazon Buchsendungen. Da versuchst vergeblich die Sollaufrissstelle mit einem Ruck im Ganzen zu entfernen.

So ging es mir letztens mit einer Packung Wiener Würstchen. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte diese Packung bei einer Wanderung dabei gehabt und kein Werkzeug dabei. Ich wäre glatt vor der vollen Kunststoffbox verhungert.

Hat mal einer versucht diese kleinen Senf/Ketchup/Mayonaise Päckchen zu öffnen die es beim Schnellimbiss zu den Pommes oder zum Leberkäse dazu gibt?  Da hab ich schneller eine Kartoffel gepflanzt, gepflegt, geerntet und in heißem Öl gebadet als an den Inhalt dieser Plastiktube zu kommen.

Jetzt bin ich mit rund 50 noch relativ jung. Ich weiß mir zu helfen. Bin auch noch ausreichend kräftig um notfalls Gewalt anzuwenden. Doch wie sieht das bei unseren älteren Mitmenschen aus? Da sitzen diese beim Kaffeekränzchen zusammen und wollen diese kleinen Kaffeesahnedöschen öffnen. Möglichkeit A: sie feuern diese kleinen Becher hinters Biedermeiersofa, trinken den heißen Sud aus gerösteten Bohnen pur und sterben an Blutüberhochdruck oder Möglichkeit B: Es artet in einer Art Wet-Strickjacke-Contest aus und die Wohnung muss anschließend renoviert werden.

Dann diese Verschlussverschweißungen. Einmal rund um den Flaschenhals, an einer Stelle dann ein beidseitig perforierter Streifen. Wer hat diesen schon mal aufgerissen, ohne anschließend zur Machete zu greifen?

Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Wer hat noch solche Erfahrungen gemacht? Schreibts mir in die Kommentare!
Natürlich gibts auch Bruchstellen die funktionieren, keine Frage. Wer kennt das nicht, Garantie abgelaufen – Toaster tot. 😉

Bitte bleibt mir gewogen, nehmt mich und das Leben nicht ernster als es ist.

Euer
Marcus Sammet

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