Jahrhundertsommer ertrinkt!

Dieses Jahr war es endlich wieder, wie es Rudi Carrel bereits 1975 musikalisch erfragt hatte. Es war ein Jahrhundertsommer. Den letzten hatten wir 2003. Herrlichstes Wetter für Sonnenanbeter. Heiß. Schweißig. Badewetter.

Wohl dem, der nicht hinter dicken Mauern arbeiten musste, die anfangs der Hitzeperiode noch die gespeicherte Coolness des Winters abgaben. Unaufhörlich mochte die Sonne etwas dagegen tun und so wurden diese Mauern schnell zum Hitzespeicher. Wie gewohnt wurde über das Wetter gejammert, obwohl sich doch fast jeder einen möglichst endlosen Sommer herbei gesehnt hatte. Nun, der Mensch ist nun mal so, ohne jammern geht es nicht. Nicht mal unberechtigt, wenn mal etwas genauer darüber nachgedacht wird. Vor langer Zeit begegnete mir der Spruch „Kein Vorteil ohne Nachteil“, was zum Ausdruck bringt, dass jedes Licht auch irgendwo Schatten bringt. Was dem einen also zum Vorteil sein mag, gereicht vielen anderen zum Nachteil. Ying und Yang zwecks des Gleichgewichts im Allgemeinen kommt mir dabei in den Sinn.

Je länger dieser – aus meiner Sicht – wirklich fantastische Sommer dauerte, desto mehr Nachteile kamen so langsam auf. Riesige Waldbrandgebiete in Deutschland. Getreide der Bauern vertrocknet. Dürre ausgerechnet in einem der Länder der Welt, das sonst eher mit Überschwemmungen an Elbe und Rhein zu kämpfen hat. Ist das nun wirklich auch ein Klimawandelproblem? Nennt mich blind und ungläubig, ich denke nicht. Erdgeschichtlich gab es immer wieder Hitze- und Kälteperioden. Allerdings verschließe ich meine Augen natürlich nicht vor dem Problem der weltweit steigenden Umweltverschmutzung, insbesondere der Luftverschmutzung.

Der Sommer scheint nun vorbei zu sein, hier in München fällt inzwischen reichlich Wasser vom Himmel und die Pflanzen scheinen sich zu freuen, endlich wieder feuchte Wurzeln zu bekommen. Doch dieser plötzliche Wandel schlägt auch auf die Stimmung. War es die letzten Wochen, gar Monate doch immer sehr hell, so kommt das Regengrau wie eine schwarze Decke fürs Gemüt daher. Wollen wir doch hoffen, dass wir jetzt keinen Jahrhundertherbst oder sogar Jahrhundertwinter bekommen.

Für mich selbst war es auch überraschend, dass die Wespenplage nicht stärker als im letzten Jahr wurde. Klar, sie kamen angesaust, sobald auch nur ein Gedanke daran verschwendet wurde, den Grill anzuzünden. Auch die nächtlichen Angriffe der Mücken fielen irgendwie schwächer aus, als in den Jahren zu vor, ganz ohne mehr dagegen getan zu haben. Viel mehr sind mir quasi unendliche Schwärme von Fliegen aufgefallen. Deutlich lästiger als die Wespen. Insgesamt schien es mir dennoch, als wäre es selbst den Insekten dieses Jahr zu heiß gewesen um sich irgendwie mit dem Menschen und seinen Leckereien zu befassen.

Besonders schön fand ich, dass vor der vor dem Küchenfenster reichlich blütenbehaftete Schmetterlingsflieder von einer Armada an Hummeln besucht wurde. Ich mag diese kleinen, pummeligen, theoretisch flugunfähigen Tierchen. Friedlich lassen sie sich fotografieren, lassen sich durch die Anwesenheit des Menschen nicht stören. Sofern sie nicht bedroht werden, selbstverständlich. Es war ein Genuss, sie den ganzen Sommer über auf dem Flieder beobachten zu können.

Ach ja, was den Vorteil und den Nachteil betrifft, gibts noch etwas für die Weinliebhaber zu sagen. Es scheint wohl so, dass die Weinernte dieses Jahr besonders gut und reichlich ausfiel und die Winzer sprechen bereits jetzt von einem sehr guten Jahrgang. Also Prost! Freuen wir uns auf die ersten frischen Weine dieses Jahrhundertsommers und später dann auf glühend wohlschmeckende Glühweine auf den kommenden Weihnachtsmärkten.

So, genug belangloses zum Wochenende.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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