Von toten Torten und ge(weih)räucherten Nachbarn

Kommunion. Ein Ergeignis das prägt. Prägen soll. Im Leben eines jungen … ok, Mannes wäre übertrieben, aber eines heranwachsenden Mannes eine Art Meilenstein.

Für seinen Stiefvater – andere sagen da wohl eher Beutekind oder Bonuskind bzw. -Vater -, der im evangelischen Glauben erzogen wurde, gleich mit. Zum einen war es für mich das erste Mal überhaupt an einer Kommunion inklusive Gottesdienste teilzunehmen und zum anderen bei so einem wichtigen Moment dabei sein zu dürfen. Aber von Anfang an.

Gefeiert wird daheim, das stand von vornherein fest. Dementsprechend gab es einiges zu organisieren und einzukaufen. Größere Katastrophen sind ausgeblieben, was mich offen gesagt gewundert hat. Selbst für den Frisör-Besuch blieb ausreichend Zeit. Auch das abholen und lagern der großen Torte klappte reibungslos. Zu guter Letzt hat es dann auch das Wetter mit uns mehr als gut gemeint und am gestrigen Sonntag die Sonne scheinen lassen.
Dann kam der Tag. Heimlich schlich er sich heran. Um 5:40 Uhr wurde meine geliebte Brigitte aus dem Schlaf gerissen. Ich selbst hätte wohl an einem Sonntag um diese Zeit ohne Führer nicht den Weg ins Bad gefunden. Sie bekam das hin, unfallfrei und mit kleinem Umweg an der Kaffeemaschine vorbei. Respekt. 6:30 Uhr hätte mich dann mein Wecker aus dem Schlaf reißen sollen. 6:40 Uhr wurde ich dann liebevoll von einer extrem gutaussehenden Frau geweckt. OK, Traumfrauen heißen Traumfrauen, weil Mann von ihnen träumt. Jetzt wirds dann aber Zeit zum aufwachen. Falsch, kein Traum, die Frau ist real und küsst mich sanft wach. Schreckensblick auf die Uhr und den Wecker. Erste Erkenntnis des Tages: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Auch bei kleingedrucktem. Denn unter der Weckzeit stand: Montag bis Freitag. Kein Wunder, das mich das Ding dann am Sonntag nicht weckt. Also aufgeschreckt aus den Federn und rein ins Bad. Eben auf der Kloschüssel angekommen mahnt ein Klopfen zur Eile und ich merke: Wird voll mein Tag. Geschäft also schnell erledigt, den Klopfer ins Bad gelassen und die Zeit mit dem ersten Kaffee des Tages überbrückt. Nachdem das Bad wieder frei war hatte ich mich  restauriert und schnell noch eine Kleinigkeit gefrühstückt. Grund dafür ist einfach: die sehr christliche Kommunion fand zu einer – wenigstens für mich an Sonntagen – unchristlichen Zeit statt. 8:30 Uhr hieß es dort zu sein um für das Gruppenfoto bereit zu stehen.

Die Parkplatzsituation dort kennend trieb ich also alle zu etwas Geschwindigkeit an, um nicht erst just-in-time zum Fototermin dort zu sein. Gut getan, wie mir später bestätigt wurde. Wir konnten noch direkt vor der Kirche parken, während andere wohl einen Parkplatz in Busreichweite suchten oder Einfahrten zuparkten um dann das Auto fachgerecht vom Abschleppdienst auf einem Großparkplatz gegen Gebühr abstellen zu lassen. Kaum in der Kirche stellte sich heraus, dass die Schuhwahl falsch war. Passten zwar hervorragend zum Anzug aber nicht zum harten Steinboden. Der Kommunions-Gottesdienst war überfüllt. Die ersten Reihen reserviert (mir war nicht bewusst, dass ich eine Bank bestellen kann, ähnlich wie einen Tisch im Restaurant) und somit galt es hinter der letzten Reihe zu stehen. Sicht auf den Stiefsohn war gleich Null. Kein aufmunternder Blickkontakt zur Motivation möglich. Der Gottesdienst zog sich dahin. Eine Predigt blieb aus, die Lieder überraschend modern intoniert. Beides überraschte mich positiv. Weniger positiv überraschte mich die Tradition, die Kirche mit Weihrauch zu vernebeln. Doch entweder wird heutzutage eine mildere Sorte genommen oder die Kirche ist erstaunlich gut belüftet. Es war nicht viel von dem Zeug zu riechen. Nach gut 90 Minuten hatten die Kinder ihre Kommunion empfangen und ich durfte versuchen, den Brei unterhalb meiner Kniescheiben als Beine zu fühlen und diese wieder in Bewegung bringen. Immerhin war es nun vorteilhaft in der letzten Reihe gestanden zu haben, denn der Weg nach draußen war schnell dahingewabert. Hier wurden dann noch einige Fotos geschossen und dann ging es zurück nach Hause.
Auch hier stand zunächst Fototermin an. Stiefsohn mit diversen Familienmitgliedern, ganze Familie und nur mit Teilen davon. Dann war es soweit, der Grill konnte und musste gezündet werden. Kohle und Anzünder schön aufgeschichtet und in Brand gesteckt. Aber die Flammen waren unwillig und verkrochen sich zunächst hinter selbstgeworfenen Nebel. Dicht und in den Augen beißend. Selbstredend konnte ich dann die Anzünder mit ziemlicher Hitze überzeugen, doch zu brennen und die Kohle zum glühen zu bringen. Der Grillspaß konnte beginnen. Kurz darauf auch ein erneutes Einräuchern der Nachbarn. Wie gern hätte ich jetzt etwas Weihrauch zur Hand gehabt um mich mit dem zu würdigendem Sonntag rauszureden. Seltsamerweise kamen keinerlei Beschwerden und auch die Hustenanfälle der Gäste wurden wieder leiser. Bald darauf brutzelten die Leckereien auf dem Rost.

Das Mittagessen war vorbei, jeder hatte seinen Magen wohlig gefüllt und gab sich angeregten Gesprächen hin, gerade gemütlich wars. Die Kinder und die es noch sein wollten tobten mit einer Wasserschlacht durch den Garten und ich musste irgendwie an Water-loo denken. Langsam wurde es Zeit für einen Kaffee und der verlangte selbstredend nach einem Stück Kuchen, damit er nicht so einsam auf den Tisch steht. Die schönste Fast-Ehefrau der Welt holte aus den kühleren Katakomben des Hauses die Torte herauf und ließ diese ausreichend bewundern. Diese war einer aufgeschlagenen Bibel nachempfunden, zeigte in schokoladigem Schriftzug Namen und Kommunionsdatum ihres Sohnes. Selbstverständlich wurde alles im Bild festgehalten, damit der Bub farbenprächtige Erinnerungen haben würde. Seine Oma hatte inzwischen noch ihre selbstgebackene, köstliche Erdbeertorte geholt und es ging an die Kaffeetafel.
Leider war die Kommunions-Torte nicht gar so lecker wie ihr äußeres vermuten ließ. Vielleicht waren auch nur die Erwartungen an den Konditor zu hoch, doch eine Torte die nach fettreichem Zucker schmeckt, war nicht das, was erwartet wurde. Dennoch ging Stück um Stück auf die Teller und anschließend in die Mägen, auch wenn es eher tote Torte war, Kommerz lässt grüßen.
Bald darauf löste sich die Runde auf und wir vier bereiteten uns auf die Dank-Andacht vor. Auch dieses Mal trieb ich zu Recht zur Eile an, um frühzeitig noch einen guten Parkplatz zu erwischen, der nicht weiter weg lag als unsere Wohnung. Die Taktik funktionierte erneut, allerdings hatten wohl einige andere auch dazugelernt. Mir kam der abgeschleppte vom Vormittag wieder in den Sinn, da dieser nicht erneut ausgerufen wurde, parkt der entweder korrekt oder nach wie vor auf dem Sammelparkplatz. Auf die Minute pünktlich ging es dann auch los, ohne Rücksicht auf die letzten Nachzügler.

Ich muss eingestehen, der Pfarrer gefiel mir. Seine Art mit den Kindern zu agieren kam gut an. Neben mir platzte Bens Mutter fast vor Stolz, wie ihr Sohn sich meldete um der Bitte des Pfarrers nachzukommen, Jesus für etwas an diesem wunderbaren Tag zu danken. Leider saßen wir dieses Mal recht weit vorn und ich hatte mit dem Weihrauch deutlich mehr zu kämpfen. Die Übelkeit blieb dennoch aus, denn auch jetzt schien die Belüftung des Kirchenschiffs wunderbar zu funktionieren.

So ging dann ein wunderbarer Tag zu Ende. Mir fehlte allerdings, dass in der Kirche die Mütter nicht ihres Ehrentages wegens erwähnt und gewürdigt wurden. Doch Brigittes Kinder hatten sie gleich am Morgen mit selbstgebastelten Kleinigkeiten und extrem viel Herzenswärme überrascht.

Kommunion 2016? Ich war dabei. Soll ich euch was verraten? Ich freue mich auf die Nächste!

Bitte bleibt mir gewogen.

Euer
Marcus Sammet

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Der Zombie von Last Christmas

Ich will jetzt nicht auf das Wetter wettern. Würde auch nichts bringen und sicher wäre es angebracht, Valentinisch zu denken: Ich freue mich, wenn es schneit, denn wenn ich mich nicht freue, schneit es auch. (Im Original heißt es „regnet“ „wink“-Emoticon ) Nicht nur, dass wir inzwischen den 27. April haben, nein, auch alles was so an Pflanzen aus dem Winterschlaf erwacht, friert sich gerade die Wurzeln ab. Es war ja bereits gestern schon so, dass ich im Schneesturm nach Hause gegangen bin. Doch heute Morgen kam mir dann beim Anblick der weißen Pracht George Michaels “Last Christmas” in den Sinn und der Gedanke, beim Radiosender anzurufen, um mir diesen Top-Aktuellen Hit mit dem Ausruf: “Erster!” zu wünschen. Egal, immer den Satz von Karl Valentin vor Augen, schlurfe ich schlafbesoffen zur Bushaltestelle um erst dort zu merken, dass ich rund 5 Minuten zu früh losgegangen bin. Folgerichtig wäre der Bus beinahe vorbei gefahren, denn der Fahrer ging wohl davon aus, dass jemand einen Schneemann an der Bushaltestelle gebaut hatte. Immerhin erkannte der Mann, dass sich der Schneemann keinesfalls selbstständig bewegen konnte und hatte zum Glück die Eingebung doch noch anzuhalten. Dankbar auftauend suchte ich mir einen Platz über einem der Heizlüfter im Bus. Bis zu meinem Umsteigepunkt gesellten sich nach und nach weitere Schneefrauen und -männer. Bei einem müden Blick durch den sich füllenden Bus, erkannte ich, wie sinnvoll es doch ist, dass die Türen nicht wirklich dicht abschließen und das Tauwasser abfließen kann. Einen Moment lang tauchte das Bild eines fahrenden Aquariums mit darin schwimmenden Fahrgästen vor meinem geistigen Auge auf.

Allerdings war ich heute nicht der Einzige, der sehr müde seinen Weg zu seinem Arbeitsplatz gesucht hat. Kam mir doch in den Katakomben des Münchner Hauptbahnhofs ein Zombie entgegen. Gut gekleidet und nicht halb verwest wirkend, kam mir dieser im klassischen Zombie-Schritt entgegen, zielgerichtet auf die nächste im Weg stehende Wand. Ein zweiter Blick schickte ein bewusstes Bild zu meinem langsam erwachenden Hirn und zeigte mir, der Mann starrt NICHT auf sein Smartphone. Noch andere bemerkten, dass der Mann einen Weg einschlug, der mindestens mit einer Beule an der Stirn enden muss. So war es dann auch. Er wurde erst durch die Mauer gebremst, die sich das Recht raus nahm, nicht zur Seite zu gehen. Jetzt wurde klar, der Zombie war wohl beim Gehen irgendwie seinem Bedürfnis nach Schlaf nachgegangen. Ein irritierter Blick auf die unfreundliche Wand und ein kopfschüttelndes Lächeln brachten den Zombie in die reale Welt zurück. Schön, wenn jemand über sich selbst lachen kann. Was ich kurz darauf auch tun musste, denn meiner Neugier folgend, ob der Mann tatsächlich sehenden Auges gegen die Mauer läuft, wäre ich selbst beinahe gegen einen Mauervorsprung gelaufen.

Es drängte sich zwar der Gedanke auf, dass es nicht echt war und irgendwo jemand stand, der die ganze Szenerie gefilmt hat und ich nun selbst als Zombie-Kopie in einem Video auf Youtube zu finden sein werde, aber was solls. Über sich selbst lachen können macht das Leben oftmals leichter.

Ich versuche dann mal meinen Kaffee zu wecken und meinen Schreibtischstuhl in eine aufrechte Position zu bekommen.

Bleibt munter, gut gelaunt und mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

 

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Tü(r/c)kische Satire – Von satirischen Tücken und geilem Geiz

Normalerweise äußere ich mich nicht öffentlich zu politischen Themen. Auch zu anderen, brisanten Nachrichten und Geschehen nicht. Warum ich das heute tun mag, erfahrt ihr im Folgenden.

Zunächst muss ich mich wohl entschuldigen, dass ich meine Gratis-Aktion zum eBook “Sterbe wohl…” Aderlass nicht auch hier im Blog angekündigt und beworben hatte. Vermutlich wird der ja doch von mehr als nur Facebooklern, G+lern, Instagrammern und Twitterer gelesen. Die ganze Aktion war ein Erfolg. Rund 550 Downloads in nur 24 Stunden. Damit hätte ich nicht gerechnet. Schon gar nicht für ein “altes” Buch.
Immerhin ist Aderlass bereits seit gut 5 Jahren auf dem Buchmarkt, hat seine Wandel und Veränderungen mitgemacht.
Diese vielen Downloads hatten das eBook kurzfristig in verschiedene Bestsellerlisten bei amazon geschossen. 2x Platz 3 in verschiedenen Sparten und immerhin Platz 15 in den Top 100. Es wirft aber auch Fragen auf. Sind das 550 neue Leser? Wird das eBook wirklich gelesen? Ist das eBook zu teuer, wenn der reguläre Preis gilt? Was ist mit dem Buch, dem Gedruckten? Ist ein Gratis-Download lesenswerter als ein Gekauftes?
Nun, es sind inzwischen rund 4 Wochen vergangen. Meine Freude darüber, dass mein Erstlingswerk und persönlicher Bestseller so gefragt war, tritt seinen Platz an die Enttäuschung darüber, dass es bedingt durch diese Aktion nicht eine einzige Reaktion gab. Kein Danke, keine Rezension – nicht einmal eine Schlechte. Hier greift wohl tatsächlich noch “Geiz ist geil” und das hamstern von Gratis-Artikeln. Schade, dass Menschen so sind.

Aber bitte nicht missverstehen, es gibt haufenweise Andere. Nach der Aktion wurde das eBook auch gekauft und auch diverse Bücher wurden bei mir geordert. Die Freude über die Rückmeldungen via Rezension und Mails ist groß.

Doch nicht nur das beschäftigt mich.
Da gibt es einen türkischen Politiker, der derzeit für Aufmerksamkeit sorgt. Und einen Satiriker. Namen muss ich hier sicher keine nennen, jeder kennt sie. Was ist los, mit diesem türkischen Regenten? Es mag laut unserem Grundgesetz sein gutes Recht sein, einen Satiriker anzuzeigen. Er macht das von der Türkei aus, über Anwälte. Ebenfalls sein gutes Recht. Unsere Bundeskanzlerin musste dieser Anzeige bzw. dem Antrag auf seine Anzeige erst das OK geben, was sie auch eiligst tat. Warum? Ja, die Frage lässt sich rein rechtlich sicher auch noch beantworten. Aber dass sie damit uns, “ihrem” Volk, ihren Wählern und vor allem auch Nicht-Wählern eine Ohrfeige vom Feinsten gab, dass macht ihr scheinbar nichts aus. Da beruft sie sich zum Schutz ihres Rufes auf die Gesetze.
Aber warum tut sie das nicht bei der Flüchtlingskrise? Da gibt es auch Rechtsprechungen dazu, besonders auf der EU-Ebene. Weil sie da etwa dem widersprechen müsste, dem sie vor kurzem noch Recht gab, mit seiner Anzeige auf einen deutschen Satiriker? Nun, die Antwort wird nicht so trivial sein und wir können nur mutmaßen.

Interessant ist allerdings, dass dieser türkische Regent nun ständig beleidigt wird. Vom Ziegenficker ist die Rede. Bilder von Schweinen mit seinem Kopf machen die Runde. Kritik und Beleidigungen, deutlich heftiger als die des Satirikers sind zu sehen und zu lesen. Landen die jetzt alle im türkischen Knast? Von keiner Anzeige ist zu lesen.

Funktionieren so nicht auch PR-Aktionen? Der Satiriker ist jetzt bekannter als je zuvor. Nein, keine Angst, ihr müsst jetzt nicht ohne Ende kommentieren, ich gehe nicht von einer PR-Aktion aus!

Sorgen macht mir auch der Trend in der Politik überhaupt, es wird deutlich brauner, obwohl die Farben der aufstrebenden Partei eher fröhliches Blau und Rot sind. Hetze gegen die Flüchtlinge. Radikalste Maßnahmen wie Schießbefehl an unseren Grenzen werden dort Thema. Häuser brennen, Übergriffe auf unsere Staatsgewalten und vor allem auch sexuelle Belästigungen inklusive Vergewaltigungen sind fast tägliche Schlagzeilen.

Schreie dieser Partei in Blau-Rot werden laut: Der böse böse Islam! Böse?
Ja, Randgruppen, Splittergruppen. Sie wachsen, zugegeben. Aber genau wie bei uns die neuen Nazis sind es die im IS, die nicht unbedingt die hellsten Kerzen auf der Volkstorte sind. Jeder von diesen Randgruppen lebt diesen vollkommen falschen Gedanken:
Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.
Es betrübt mich sehr.
Wir sind alle Menschen.
Auf ein und demselben Planeten.
Jeder hat ein Recht darauf an wen oder was zu glauben, was er (sie auch) für richtig hält. Ganz egal ob Buddha, Jesus, Allah oder Ikea-Regal.
Ich wurde bisher in deutschen Geschäften von deutschen Verkäufern oder Geschäftsinhabern mehr beleidigt und unfreundlicher behandelt als von den Nicht-Deutschen. Egal ob beim türkischen Döner-Stand, afghanischen Obst- und Gemüsehändler, italienischem Eisverkäufer, thailändischer Fußpflegerin, nigeranischem Taxifahrer, indischem Busfahrer oder koreanischer Klofrau. Ist euch beim Kauf an der Curry-Wurst-Bude schon mal ein Tee oder Kaffee einfach aus Gastfreundschaft angeboten worden? Mir bisher nur am Dönerstand oder beim türkischen Imbiss. Schnäpschen nach dem Essen für lau im deutschen Restaurant? Extrem selten, beim Griechen und beinahe allen Asiaten (Restaurants!) üblich.
Islam und Muslime sind böse? Ich kann dem nicht folgen.
Ausländer raus? OK, dann aber muss jeder, der das verlangt konsequent sein und darf niemals einen Fuß über die Grenzen ins Ausland setzen.

Bitte bleibt friedlich und fair und vor allem mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Verdient

ein Autor nicht Unsummen mit seinen Büchern?

So dann und wann kam es vor, das ich darauf angesprochen wurde, ob ich nebenbei noch arbeiten gehe. Nebenbei? Diese Frage musste ich erst einmal umstellen, die Frage ist, warum ich nebenbei schreibe.
Auch werde ich immer wieder von Buchbloggern nach Freiexemplaren gefragt. Viele davon kommen mit “Ich stehe noch am Anfang mit meinem Blog, kann es mir nicht leisten, Bücher zu kaufen. Aber Dir ist es sicher Wert, mir ein Buch für eine Rezension zu überlassen.” – Manchmal mit dem Zusatz: “Verdienst doch so viel mit dem Verkauf.”

Zwei Kernfragen. Warum schreibe ich neben der Arbeit und nicht andersherum?
Ganz einfach, ich bin kein berühmter Autor der bei einem großen Publikumsverlag unter Vertrag steht. Meine Tantiemen decken in etwa meine Kosten für meine Bücher.
Warum verschenke ich nur noch sehr selten Bücher an Blogger? Weil der Masse nicht zu vertrauen ist. Allerdings habe ich sehr gute Erfahrungen mit seriösen Buch-Bloggern bzw. Boch-Bloggerinnen gemacht. Daher schaue ich mir die Bücherblogs inzwischen sehr genau an, bevor ich ein Buch kostenlos verschicke.
Anderen Autoren sei gesagt, die seriösen Bücherblogs sind wichtig. Meist habe ich einen Zusammenhang von Buchbesprechung und Verkauf des besprochenen Buchs festgestellt.

Um die Frage vom Anfang zu beantworten: Nein, nicht automatisch.

Als wohl eher unbekannter Autor habe ich natürlich noch keine Tausende Bücher verkauft. Selbst 1000 würden mich noch nicht zu einem hauptberuflichen Autor machen. Warum ist das so? Mein Buch kostet doch rund 12€, das ist doch viel Geld, das in meine Taschen wandert. Das liegt daran, das die 12€ nicht für mich sind. An den 12€ verdient zunächst der Staat mit derzeit 7% MwSt auf Printmedien. Dann kommt der Buchhandel, der für seine Dienstleistung mein Buch für den Leser zu bestellen und auszuhändigen bis zu 30% vom Netto-Verkaufspreis haben mag. Meist bestellt der Buchhändler nicht direkt beim Verlag sondern bei seinem Großhändler, der in der Regel die elektronische Bestellung aus der Buchhandlung an den Verlag (ebenfalls elektronisch) weiter gibt. Dafür verlangt der Großhändler nicht nur generell vom Verlag einen Obulus pro Jahr, sondern auch rund 50% vom Netto-Verkaufspreis. Wer hat mitgerechnet? Buchhandel 30% + Großhändler 50% = 80%. Was bleibt? 20% die sich Autor und Verlag teilen. manchmal etwas mehr, weil die Zahlen Buchhandel und Großhandel “bis zu” Zahlen sind.
Aber Amazon, da wird doch direkt verkauft! – Ja, nettes Argument. Glaubt ihr wirklich, Amazon macht das aus Nächstenliebe? Auch die wollen bezahlt werden und halten die Hand auf. Dadurch das Amazon den Großhändler ausfallen lässt, wird dort zwar weniger verlangt, macht aber immer noch einen Großteil vom Kuchen aus.

Nächstes Argument des Lesers: “Du bist doch Selfpublisher, machst doch jetzt bei Amazon Create Space alles selbst.”
Stimmt soweit, Amazon Create Space ist zwar kostenlos aber nicht umsonst. Wenn ich mein Buch dort drucken und an mich liefern lasse, kostet mich das schon Einiges. Dazu dann mein Aufwand an Porto, Briefumschläge und nicht zuletzt auch Zeit. Zeit? ‘Die hast doch sowieso.’ Falsch gedacht, denn diese Zeit ist Arbeitszeit und jetzt überlegt mal, was ihr von eurem Arbeitgeber für einen Stundenlohn bekommt. Selbst diesen ganz unten kalkuliert geht das doch in die Rechnung ein. Kosten für die Werbung kommen ebenfalls noch dazu. Selbst wenn ich alles allein mache und Werbematerial selbst erstelle und drucke, so kostet auch das Zeit, Tinte, Papier etc. Meine Zeit für das Schreiben des Buches kalkuliere ich da auch mit ein. Denn ich muss zugeben, ich mag irgendwann mit meinen Büchern auch Geld verdienen. Als Selfpublisher kommt noch Anderes dazu, ohne das ein professionell gestaltetes Buch nicht auskommt. Es muss lektoriert werden. Gebe ich es an Dienstleister ab, kommen da schnell 1500,00 € und mehr zusammen. Glücklicherweise habe ich einen Profi an meiner Seite. Sie übernimmt auch das Layout und die Covergestaltung. Das nimmt alles viel Zeit in Anspruch, die zwar unter uns nicht monetarisiert wird, aber doch in die Kalkulation für den Buchpreis einfließen muss. An dieser Stelle ein mehr als herzliches Danke schön an Brigitte Mitterrutzner.

Jetzt kann ich die Frage direkt hören, warum schreibst du dann überhaupt?
Weil es mir Spaß macht, weil ich mich daran erfreue, wenn ich den Leser gut unterhalten konnte.

Fazit: Ich verdiene am Buch. An jedem Einzelnen. Doch der Verdienst liegt im Cent-Bereich und da mag die Steuer auch noch was von haben. Aber es macht Spaß, sehr viel Spaß. Es ist toll, wenn ich positive und auch negative Rückmeldungen bekomme. Jede einzelne Rezension freut mich. Auch wenn es im Vergleich zu den verkauften Büchern verschwindend wenig Rezensionen sind, doch die Wenigen sind ehrlich und durchweg sehr gut. Ausserdem sind diese Bewertungen der eigentliche Verdienst für mich. (Nebenbei, wer es noch nicht getan hat, darf es gern noch tun! Egal ob Amazon, Thalia, Weltbild, Hugendubel etc.)

Gratis-Aktionen? Ich habe immer gesagt, die wird es bei mir nicht geben. Andererseits ist die Überlegung ins wanken geraten. Aderlass wurde überarbeitet und von Fehlern befreit. Wäre wohl fair von mir, zumindest angekündigt und für sehr kurze Zeit das eBook gratis anzubieten, damit diejenigen, die bereits ein eBook haben, sich kostenlos das neue eBook herunterzuladen. – Doch andererseits, ich halte nicht viel von diesen Aktionen, die im Grunde nur dafür sorgen sollen, in den Bestsellerlisten aufzutauchen.
Ich lasse es auch wissen, ob das Engelchen oder das Teufelchen auf meinen Schultern für oder gegen eine Gratisaktion entschieden hat.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Verlegen

Eins von vielen zweideutigen Worten. Nein, ich bin nicht verlegen, verlege aber wieder selbst.

An dieser Stelle zunächst ein Danke an Britta Wisniewski, die vor einigen Jahren mit ihren recht frisch gestartetem Traumstunden Verlag meinen Büchern “Aderlass”, “Ausgeblutet” und “Ausgeschlachtet” eine Heimat in Essen gab. Ein sehr kleiner Verlag mit viel Engagement, doch all das nutzt nicht viel, wenn der Buchhandel nur auf die großen Verlage guckt und mit diesen im Dialog ist. Dennoch, wenn ich jetzt mal an Absatzzahlen meiner Bücher denke, war es eine sehr erfolgreiche Zeit dort.

Doch von Anfang an. Vor fast genau 5 Jahren erschien zum ersten Mal “Aderlass”. Nach langer Verlagssuche und sehr vielen, sehr seltsamen Angeboten von Druckkosten Zuschuß Verlagen, zahlreichen Absagen von bekannten Verlagen (sofern sich diese überhaupt herabließen mich zu benachrichtigen) suchte ich nach einem Weg, Aderlass zu veröffentlichen. Zahlreiche Plattformen dazu waren schnell gefunden und ich entschied mich damals für epubli. Zu einem unglaublichen hohem Preis bat ich meinen Debüt-Thriller an. Sagenhafte 18,95 € für ein Taschenbuch. Kosten für eigene Exemplare waren nicht wesentlich günstiger. Trotzdem, ich zog das durch und war erstaunt nach wenigen Monaten rund 100 Bücher verkauft zu haben. Mein zweiter Thriller “Ausgeblutet” war in weiten Teilen fertig und ich überlegte diesen ebenfalls via epubli zu veröffentlichen und die zweite Marge von “Aderlass” zu bestellen. Da sprach mich doch glatt jemand von einem neu gegründetem Verlag an. Alles wurde besprochen, es klang sehr professionell. Wir wurden uns einig und mein Erster erschien mit neuem Cover und überarbeitet zu einem deutlich geringerem Preis. Gleich danach ging “Ausgeblutet” an den Start. Alles schien perfekt. Leider konnte dieser Verlag aber nicht halten, was das Wort Verlag verspricht und verschwand recht schnell wieder in der Versenkung. Nur kurze Verhandlungsgespräche mit dem Traumstunden Verlag später und es gab für meine Bücher ein neues Zuhause. Erneut neue Cover, neuer Preis. Noch dazu eBooks und Hörbücher. Perfekt! “Ausgeschlachtet” erschien dort als Neuerscheinung.

Leider nicht ganz perfekt. Dennoch, die Zusammenarbeit war stets erfreulich und konstruktiv. Die Verkaufszahlen passten bis 2014. Dann kam der Einbruch am Buchmarkt. Obwohl das Buch nach wie vor als das beliebteste Geschenk gilt, sanken die Absatzzahlen. Obendrein wurde Selfpublishing immer beliebter, immer mehr Autoren griffen auf diese Methode zurück. Verwerflich? Nein, nicht wirklich. Bestenfalls die Methoden, mit denen die Autoren arbeiten, sind störend für den gesunden Buchmarkt. Bücher werden zu niedrigsten Preisen angeboten. E-Books verschenkt. Nicht nur einmal als Werbeaktion, nein immer wieder immer öfter. Klar so werden Bestseller generiert. Best-SELLER? Best-Give-aways wohl eher. Denn mit Seller – also Verkauf – hat das nichts zu tun. Doch Kleine und Kleinstverlage spürten diese Auswirkungen sehr schnell, die Wirtschaftlichkeit geht gegen Null.

Erfreulicherweise wurde mein Manusskript zu “Angerichtet” von einem größeren Verlag angenommen. Das erste Mal durfte ich feststellen, der Autor hat nicht viel zu sagen. Einfluß auf Cover und Preisgestaltung gleich Null. Die Zusammenarbeit mit dem Lektor zwar äußerst erfreulich und lehrreich, doch auch hier ist der Markt zu spüren, der auf Gratis-Bücher aus ist. Immer wieder hab ich auch den Eindruck, das Leser gern noch Geld bekommen würden, damit sie die Bücher überhaupt lesen. Bin tatsächlich gespannt, wann die ersten Gratis-eBooks damit beworben werden, das beim Download von 3 eBooks noch 5 € Leserprämie erstattet werden.

Nun, die Summe der Erfahrungen führte zu der Überlegung: Warum nicht wieder alles selbst in die Hand nehmen?

Das habe ich jetzt gemacht. Denn ich habe eine wundervolle Partnerin. Eine, die nicht nur hübsch ist, sondern auch vom Fach. Eine, die nicht nur meine Bücher liebt, sondern auch mich. Der Traumstunden Verlag gab mir alle Rechte an meinen Büchern zurück und Brigitte machte sich daran, “Aderlass” zu überarbeiten. Das Cover wurde nur leicht verändert, jedoch mit großem Effekt. Der Buchteil ist nun von Fehlern befreit und der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Dazu entstand ein Buchtrailer, der die dichte Atmosphäre des Thrillers perfekt wiedergibt. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:
Buchtrailer Aderlass

“Ausgeblutet” und “Ausgeschlachtet” werden ebenfalls renoviert und werden im Laufe des Jahres neu erscheinen. “Angerichtet” bleibt beim SWB-Verlag und hat ebenfalls einen sehr guten, perfekt zum Buch passenden Trailer bekommen. Den könnt ihr hier sehen:
Buchtrailer Angerichtet

Als nächstes wird als Neuerscheinung “Axt” auf den Markt kommen. Auch wenn ich jetzt diverse Buchhändler die Hände über den Kopf zusammenschlagen sehe, “Axt” wird von mir via Amazon Create Space veröffentlicht. Der Absatz wird über Amazon.de betrieben. Dank eines Freundes, der in seinem Kleinst-Verlag noch freie ISBNs hat, heißt das für euch: Ihr könnt auch im Buchhandel bestellen, den alle Bücher werden auch beim VLB gelistet sein.

Bitte bleibt gespannt und mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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7 Mann und 1 Alarm

So kann es gehen, da schlurfe ich noch verschlafen durch das Untergeschoß des Münchner Hauptbahnhofs, kaufe mir einen (letzten) coffee to go, also einen Kaffee zum gehen und stehe kurz darauf vor einer Herde Feuerwehrmänner. Diese blockieren den Ausgang zu siebt. Alarmglocken schrillen in mir, denn um diese Zeit sieben Feuerwehrler, alle ausgerüstet mit Atemschutzmasken und umgeschnallten Sauerstoffflaschen. Nebenbei, einer davon hielt, sehr zu meiner Freude, eine Axt in der Hand. Ein weiterer Mann, ein Anzugträger, steht mit einem Funkgerät bei der Mannschaft. Irritiert nähere ich mich der Gruppe, denn es ist der nächste Ausgang für mich. Sollte wirklich irgendeine Gefahr lauern, wäre es sicherlich vollkommen falsch, nach einem alternativen Weg zu suchen.

Dann sehe ich es, die ganze Truppe gesellt sich um einen in der Wand eingelassenen Alarmknopf. Teilweise schauen die Männer demjenigen, der an diesem Knopf mit Zange und Schraubenzieher hantiert, interessiert zu, andere schauen gelangweilt aus ihrer Montour. Nun, es wird wohl ein “Scherz” eines Irgendwen gewesen sein, diesen Alarmknopf für die Feuerwehr zu drücken. Immerhin lagen auch Scherben am Boden, so dass ich wohl richtig vermute, wenn ich mir denke, der Knopf wurde absichtlich fälschlicherweise gedrückt. Möge diesen Irgendwen der Blitz beim Stuhlgang treffen!

So wieder beruhigt steige ich die Stufen zur Oberfläche herauf. Draussen geht ein Wachmann an der Doppeleingangstür vorbei, ich drücke eine Seite der Tür auf und trete ins Freie. Was sehe ich erneut Irritierendes? Der Mann hält seine Zugangskarte an einen entsprechendes Lesegerät, der Türsummer geht und der Mann zieht die Tür auf, die ohnehin nicht verschlossen ist. Darüber sinnierend, warum der Mann so handelt fällt mir das Nächste auf, das irgendwie nicht ins Bild von vorher passt. Kein Feuerwehr Fahrzeug weit und breit. Sind die Jungs mit dem Taxi gekommen? Eine Straßenkreuzung weiter löst sich auch das Rätsel, die Feuerwehr hat in einer Seitenstraße geparkt.

Also kann ich wieder in den Schlummermodus umschalten, schlurfe erneut schlaftrunken durch den Park zu meiner Arbeitsstelle. Dabei erfreue ich mich an vorbei hoppelnden Hasen und über den Weg rennenden Mäusen.

Habt einen schönen, irritationsfreien Tag!

Bitte bleibt mir gewogen,

Euer
Marcus Sammet

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KfN Tag 6 & 7

KfN Tag 6 & 7

Fieber mit Vampiren

Klingt jetzt schlimmer als es ist. Einen sehr entspannten Samstag Vormittag mit Höhepunkt Entspannungsgymnastik leicht hinter mich gebracht. Am Nachmittag Besuch von meiner lieben neuen Familie bekommen und so gut es ging mit den Kids getobt. Gerade schön war’s und der Abschied fiel wie immer schwer. Das Heilfasten bekommt mir weiterhin gut, die üblichen Nebenwirkungen treten langsam auf. Dazu gehören halt unter anderem kalte Hände und Füße. Später am Abend wird es dann aber immer kälter im Körper, es fängt an mich regelrecht zu schütteln. Knöpfchen gedrückt und rucki-zucki stand die nette Krankenschwester in der Tür. Die erkennt gleich, da stimmt was nicht und ruft gleich nach der diensthabenden Ärztin. Die ist auch fix bei mir und horcht mir die Lunge ab, tastet den Bauch ab. Schaut etwas ratlos, denn die Lunge ist frei und der Bauch zeigt keine Auffälligkeiten. Währenddessen mach ich mir Sorgen über die Stabilität des Bettgestells, so wie es mich schüttelt. Von der Ärztin wird ein Virus vermutet und sie will mir Blut abnehmen. Tja, das ist halt nicht einfach bei mir. Immerhin, nach dem dritten Versuch hatte sie die Röhrchen gut genug gefüllt und ich war um drei Löcher in den Armen reicher. Zwei Blutergüsse gesellten sich noch dazu. Schnell noch etwas Urin rausgeschüttelt und abwarten. Zunächst gab es eine Paracetamol zum Fiebersenken. Bald darauf hab ich auch versucht zu schlafen. Kaum eingeschlafen kam auch die Krankenschwester um Fieber zu messen. Im 2-Stunden-Takt übrigens. Dementsprechend unausgeschlafen war ich dann mal wieder.

Die Nachricht, das dass Fasten abgebrochen wird, war keine echte Überraschung. Doch aus den angekündigten Kartoffeln wurde dann nur ein einzelner Apfel. Was sollst, Obst ist lecker. Das Fieber schwankte etwas hoch und runter, machte mir aber nur noch wenig zu schaffen. Irgendwann Vormittags sollte ich dann zum röntgen der Lunge. Ein großer, dem Akzent nach vermutlich russischer, Pfleger kam und raunzte mich erst einmal an, das ich ja gehen könnte. Kurz darauf, das ich den Weg zum röntgen ja auch selbst finden könnte. Naja, ich hoffe, ich muss den nicht in einem der nächsten Thriller von mir sterben lassen. Zurück auf dem Zimmer warte ich geduldig auf den Nachmittag und meine Lieben. Da ich mich zunehmend besser fühlte, wagte ich es, raus und somit ihnen entgegen zu gehen. Sogar eine gute Runde durch den Klinikpark war drin, die Kids freute es.

Inzwischen habe ich im Zimmer auch den Platz getauscht, doch leider hat es den Empfang nicht wirklich verbessert. Drum kann ich auch diesmal nicht versprechen, auch morgen einen Blog zu liefern.

Eins muss ich noch loswerden, meiner lieben, bisher leider nur Facebook-Freundin, Rosita aus Berlin von hier aus die allerbesten Genesungswünsche. Kommt bald wieder auf die Füße und erhalte Dir Deine Fröhlichkeit!

Allen anderen wünsche ich, das ihr gesund seit oder ganz schnell gesund werdet.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer

Marcus Sammet

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KfN Tag 5

In der Klinik nichts Neues

Die Abläufe pendeln sich ein, die Anwendungen wiederholen sich. Abgesehen vom Verlust des einen oder anderen Kilos und wieder einer Nacht mit wenig Schlaf, gibt es nichts weiter zu berichten.

Der Tag war insgesamt sehr angenehm, außer den Wechselgüßen, an die ich mich noch nicht gewöhnt habe, gab es nichts, das den Kreislauf irgendwie beschleunigte.

Immerhin gab es dann heute die angedrohte Ölung. Lavendelöl auf dem Bauch verteilt, dann eine halbe Stunde im wohlig warmen Bett ruhen. Danach durfte ich das tägliche Heusäckchen auf die Leber legen. Am Nachmittag gab es noch Entspannungsgymnastik und soll ich euch was sagen? Das Entspannen macht so richtig müde.

Also auf ins Wochenende, das für mich eher langweilig wird, denn an Anwendungen liegt nichts an. So kann ich mich auf ein Buch konzentrieren und mich auf ein paar Stunden mit meiner süßen, kleinen und liebenswerten Familie freuen.

Ein schönes Wochenende euch allen!

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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KfN Tag 4

Vom Durchatmen über richtige Ernährung zum Blutegel.

Die Morgentoilette erspare ich euch heute, die ist praktisch täglich gleich. Neues stand auf dem Therapieplan, die Atemgymnastik. Naja, kenn’ ich ja bereits, aus Kuren und anderen Aufenthalten hier im Krankenhaus für Naturheilweisen. Also hin und fleißig ein- und ausatmen. In den Bauch, in die Brust, in die Schultern. Hab’ ja immer gedacht, das man in die Lunge atmet, aber das ist wohl falsch gedacht. Nein, es geht ja um die Technik. Erste Erkenntnis: Falsch atmen geht nicht. Aber das Atmen lässt sich optimieren. Na ich bin gespannt. Hab’ ja auch bisher nicht oberflächlich geatmet.

Dann der tägliche Guss. Ein Gewöhnungseffekt stellt sich leider noch nicht ein. Es wird eher immer extremer, das Warme wird regelrecht heiß und über das Kalte wundere ich mich, das es noch kälter geht. Real ist es aber so, dass warm immer 38° C und kalt immer 10° C sind.

Zwischendruch gab’s dann die Visite. Ich berichte von der Neigung zu Krämpfen am Oberkörper. Die nette Ärztin greift dann mal gleich auf das Mittelalter zurück und schröpft mich. Nein, nicht den Geldbeutel. Kleine Glaskugeln werden mit etwas alkoholgetränkter Watte gefüllt, angezündet und auf den Rücken gesetzt. Der Mangel an Sauerstoff sorgt dafür, das die Glaskugeln am Körper bleiben. Hat auch recht gut funktioniert.

Mittags wurde es und ich bekam mein üppiges Mahl. Eine Thermoskanne voll fast klarer Zucchinisu… Zucchinibrühe. Ich vermute mal vorsichtig, dass auf ca. 10 Liter Wasser eine von diesen grünen Gemüsefrüchten kam. Egal, was Warmes in den Bauch. Anschließend das Heusäckchen auf die Leber und dösen. Dadurch beinahe den Termin in der Sonografie verpennt. Dort gab es keine großen Überraschungen, alles gut soweit. Das beruhigt.

Ein wenig Pause und es ging zu einem Vortrag über Ernährung. Wirklich Neues hab’ ich da nicht erfahren, hab’ ja inzwischen auch mehrfach solche Vorträge hinter mich gebracht. Erstaunlich ist eigentlich, dass sie immer “weicher” werden. Selbst Kaffee gehört nun zur Flüssigkeitszufuhr, solange er nicht Kannenweise getrunken wird.

Termine für den Tag erledigt und jetzt ging es endlich mal raus, raus an die frische Luft. Frisch ist richtig. Die Luft ist sehr frisch und gleicht etwas dem kalten Wasserguß von heute Morgen. Trotzdem, tut gut mal durch den Park zu laufen und was Anderes zu sehen. Zurück im Zimmer eine Überraschung. Zimmernachbar liegt im Bett und hat was Schwarzes unter dem Ohr. Ein Blutegel saugt sich gerade voll. Interessant anzusehen und laut meinem Bettnachbarn schmerzfrei.

Jetzt gönne ich mir die Ruhe und freu’ mich auf meine Lieben. Virtuell leider, aber dafür sind sie ja auch da, die Plattformen wie Facebook und Whatsapp. Später werde ich sicher noch schreiben, ich hab’ da noch einen dicken Roman vor.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

 

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KfN Tag 3

Hoch erfreut lieben Besuch von meinen Lieben bekommen zu haben, hab‘ ich sie sehr betrübt wieder gehen lassen müssen. Ganz im Glauben, der Tag wäre für mich gelaufen. Bis man mit Säure auf mich losging. Ameisensäure um genau zu sein. Die wurde mir subkutan, wie es so schön heißt, in den Bauch gespritzt. Etwas misstrauisch war ich schon, doch glücklicherweise war nichts weiter zu spüren und so bin ich heute Morgen, gemütlich meine vier Beine und zwei Arme ausstreckend wach geworden. Auch heute stand wieder eine Stuhlprobe an, aber diesmal hab ich gleich an das Röhrchen gedacht. Schnell noch die Fühler geputzt und die Haare aus dem Gesicht gekratzt. MOMENT! Vier Beine? Fühler? Irgendwas muss wohl doch mit der Ameisensäure gewesen sein. Egal, erstmal wach werden, was ohne Kaffee recht schwierig ist. Frühstück ist auch nicht wirklich, denn es ist ja fasten angesagt.

Dazu bringt mir die nette Schwester fröhlich-lecker Glaubersalz-Lösung in zwei Gläsern und ein Kännchen mit Hafertee. Ich soll aber besser noch warten, weil die Wechselgüsse und die Bindegewebsmassage soll ich mir doch nicht entgehen lassen.

Also brav gewartet bis es zu den Güssen ging. Leut‘s, ich sag euch was, die Annahme, dass es heute bereits besser auszuhalten sei, war grundlegend falsch. Wusstet ihr, das Eis aus einem Schlauch fließen kann? Ist ja nicht weiter schlimm, denn im Wechsel wird man mit kochend heißem Wasser abgebrüht. Nun, ich hab‘s auch diesmal überlebt und war glücklich, doch nur zwei Beine zu haben!

Nicht viel später ging es dann zur Bindegewebsmassage. Die Erste war auch recht angenehm. Heute hab‘ ich dann spüren dürfen, was ein Therapeut einem – mit nur EINEM Finger – an Schmerzen zufügen kann. Ich glaube, ich werde ihm Morgen von meinem nächsten Thriller „Axt“ erzählen. Wollen wir doch mal sehen, ob er dann wieder so zugreift.

Danach war dann endlich Zeit, mich um eine Internetverbindung zu kümmern. Es ist schon faszinierend, das mitten in München – na gut nicht mitten, aber nicht weit vom Zentrum weg – in keinem der bekannten Mobilfunknetze guter Empfang zu haben ist. Von daher kann ich nicht versprechen, das es wirklich täglich was mit dem Blog wird, tut mir leid!

Glücklicherweise gab es zum runterkommen vom Ärgern über die Verbindungsprobleme einen Heusack für die Leber, der seinerseits ebenfalls für die beschleunigte Verdauung sorgte, die bereits vom Glaubersalz in Gang gesetzt wurde. Nach vollständiger Restentleerung gab‘s dann noch die sogenannte Entspannungsgymnastik. Progressive Muskelentspannung gepaart mit Autogenen Training. Hätte der Typ neben mir nicht nach kürzester Zeit so heftig geschnarcht, wäre ich wohl auch eingeschlafen. Im Gegensatz zu meinem Darm, der immer noch gut gesalzen den Drang hatte, sich schleunigst zu entleeren. Schnell die drei Etagen hoch zum Zimmer und hoffen, dass die Toilette frei ist. War sie, und das war gut so!

Erleichtert schlurfte ich zu meinem Bett und wollte mir ein wenig Ruhe gönnen. Doch die anfangende Ruhe wurde durch eine Schwester gestört, die mir eine (hoffentlich nicht letzte) Ölung androhte.

So warte ich jetzt Blog schreibend auf die Bauchölung.

Ich hoffe, ihr hattet Schöneres vor!

Bitte bleibt mir gewogen.

Euer

Marcus Sammet

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