AXT – Mein neuer Thriller aus der Reihe “Sterbe wohl…”

Hurra, er ist da, mein neuer Thriller Axt!

Viele von euch haben bereits sehnsüchtig darauf gewartet, jetzt ist er da!

„Die Schreie waren ohrenbetäubend, der Schmerz und die Hysterie mischten sich in einer Kakophonie, die sich an den Kellerwänden brach.“

An dieser Stelle möchte ich mich zu allererst bei Brigitte Mitterrutzner bedanken. Sie hat mich voran getrieben, mir Zeit und Freiheit gegeben, dass ich Axt schreiben konnte. Aber nicht nur das, sie hat das Cover selbst gemalt, real und nicht in Photoshop! Sie hat viel Zeit investiert, die ersten Korrekturen und Verbesserungen angebracht und mich weiter angetrieben, Axt noch besser, noch detailierter zu schreiben. Letztlich hat sie die Testleser koordiniert, benannte Fähler korrigiert und eingepflegt, ist mit mir Logikfehler durchgegangen und hat sich um den Buchsatz gekümmert. Nebenbei, ich frage mich, warum sie nicht einen Verlag aufmacht 😉
Aber damit nicht genug, sie hat noch einen ganz hervorragenden Trailer für das Buch erstellt, der unheimlich gut umsetzt, was im Buch geschieht ohne dabei zu spoilern.

Vielen, vielen Dank mein Schatz!

Ich hoffe, der Klappentext kann euch neugierig genug machen:

Eine Axt, zwei Männer in roten Kutten, die ihre perversen Sex-Fantasien in den Kellerräumen ihrer Villa ausleben.
Eine entführte Frau, die sich diesem grausamen, qualvollen Spiel fügen muss und gnadenlos den Fängen ihrer Peiniger ausgeliefert ist.
Der Fund einer grausam verstümmelten jungen Frau und das spurlose Verschwinden einer ehemaligen Kollegin lähmt die Beamten der Münchner Kripo. Bei ihren Ermittlungen scheint ihnen ein ehemaliger Profikiller immer einen Schritt voraus zu sein.
Ein rasanter Wettlauf mit der Zeit beginnt und niemand vermag es zu sagen, ob es ihnen gelingt, sie rechtzeitig zu retten.

Weiter gehört ein großer Dank an zwei Buchbloggerinnen, die auch Testleser waren. Auch ihre kritischen Worte und Korrekturen sind mit eingeflossen. Einen herzlichen Dank also an Andrea Hübner von Andreas Bücherblog und an Claudia Schütz von Miss Norge´s Bøker-Welt. Die Links zu den Blogs findet ihr im folgenden:

Schlaflose Nacht gefällig? Dann ist man mit „Axt“ bestens bedient.
Andrea Hübner, Andreas Bücherwahn

Knallharter, spannender Thriller, der Fans dieses Genres, den Tag zur Nacht machen lässt. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen.
Claudia Schütz, Miss Norge´s Bøker-Welt

Buchtrailer: https://www.youtube.com/watch?v=PeSGhRyCVRA

Nicht nur diese beiden waren unmittelbar beteiligt. Ohne Werner Schindler mit seinem kleinen, feinen Schindler Verlag gäbe es keine ISBN die vom deutschen Buchhandel auch akzeptiert würde. Somit ist Axt über Buchhandel.de in jeder Buchhandlung zu bestellen und wird direkt dorthin geliefert. Leider fehlt ihm die Anbindung an den Großhandel, daher wird es keine automatische Listung bei den bekannten Dealern wie hugendubel, Weltbild, Thalia etc. geben. Doch auch sie können die Bücher trotzdem für euch bestellen.

Am einfachsten geht es natürlich direkt über mich, denn auch ich versende die Bücher sehr gern zu euch, auf Wunsch dann auch signiert.

Apropos, wer nicht direkt bei mir bestellen mag und trotzdem ein signiertes Exemplar möchte, der kann es bei amazon bestellen, als Lieferadresse dann meine angeben. Wenn nicht gerade ein Feiertag oder ein Wochenende es verhindert, werde ich die Bücher gleich am nächsten Tag nach Erhalt signiert weiter schicken. Sendet bitte zeitgleich mit der Bestellung bei amazon eine Mail an signiertes.buch@marcussammet.de, damit ich informiert bin. Bitte dort unbedingt eure Adresse angeben!

Hier nun der Link zu amazon: “Sterbe wohl…” AXT

Das Beste kommt natürlich zum Schluss. Die ersten zwei Wochen, also bis zum 30.07.2016 inklusive, gibt es AXT zum Subskriptionspreis von 9,99€ für das Buch und 6,99€ für das eBook. Ab dem 01.08.2016 gilt dann der Normalpreis von 12,95€ für das 284 Seiten starke Buch und 9,99€ für das eBook.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

 

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Wenn Zwerge Busse führen…

Die ewige Geschichte, der ÖPNV – öffentlicher Personen Nahverkehr. Bin ja immer wieder einmal darauf eingegangen, meist kam der Münchner MVV dabei nicht gut weg. Was ich dann gestern aber erleben durfte, war dann doch der Gipfel.

Friedlich und nichts böses im Sinn habend stand ich also an einer Bushaltestelle in Ottobrunn. Genauer gesagt an der Haltestelle Ortsmitte in Richtung Neuperlach-Süd. Der Bus der Linie 210 die im 10-Minuten-Takt verkehrt kam sogar pünktlich. Möglicherweise lag es daran, das der Fahrer des Busses den Verkehr vor sich hertrieb, ganz wie ein Cowboy seine Kuhherde auf der Weide. Schließlich kam er mit Lichthupe und geräuschvollem Signalhorn daher gebraust. Gut, gehen wir mal davon aus, dass er bis gestern noch bei der Feuerwehr gearbeitet hat und es gewohnt ist, so zu fahren. Das der Verkehr alledings keinerlei Möglichkeit hergab, dem Bus auch nur im Ansatz genügend Platz zu machen, das dieser in die Haltestellenbucht einfahren konnte, spielte für den Fahrer wohl eher eine Nebenrolle. Endlich wurde es an der nahgelegenen Ampel grün, der Verkehr verkehrte wieder und der Bus rollte ganz gemächlich in die Haltebucht, stoppte und rollte weiter, stoppte wieder um dann wieder etwas weiter zu rollen. Nachdem dann ein älterer Mann mit seinem Gehstock kräftig gegen die Seitenscheiben des Busses schlug, hielt dieser sogar vollständig an und die Türen ließen sich öffnen. Aber die sollten nicht lang offen bleiben, schon gar nicht so lange, bis eine Mutter den Kinderwagen in den Bus geschafft hatte, geschweige denn selbst eingestiegen war. Ja, ihr lest richtig, die Türen schlossen sich in dem Moment, in dem der Kinderwagen mit den vorderen Rädern im Bus und mit den hinteren noch draussen war. Einige recht laute Rufe Richtung Fahrer konnten wohl verhindern, dass dieser versuchte loszufahren. Hier mal einen Dank an die Technik, die bei modernen Bussen verhindert, das sie mit offenen Türen anfahren können!

Die Frau hatte es dann also doch noch in den Bus geschafft und ganz in der Tradition von Formel 1 Fahrern trat der Fahrer das Gaspedal durch, ein Ruck ging durch den Bus und wer sich nicht rechtzeitig festhalten konnte, fand sich Augenblicke später innen an der Heckscheibe klebend wieder. Das war aber nicht weiter tragisch, den kurz darauf wurde die nächste Hlatestelle angesteuert und diejenigen, die noch immer keinen Halt fanden, schossen nun durch den Bus in Richtung Windschutzscheibe. Wären da nicht Einsteigende gewesen, die den Weg versperrten, hätte man sich wohl Sorgen über das verbaute Verbundglas machen müssen.

Unbeirrt ob der Meckereien ging es im gleichen Fahrstil weiter und der Fahrer hatte wohl seinen Spaß daran, möglich unkomfortabel das Fahrzeug zu führen. An der letzten Haltestelle vor dem Ziel zeigte sich, dass der Fahrer wohl noch einen Nebenjob als Sadist haben muss. Zielgerecht steuerte er die Haltebucht mit obligatorischer Vollbremsung an und hielt an. Die dort an der Haltestelle wartende Frau ging auf eine der Türen zu und wollte den Türöffner betätigen. Tja, wollte, denn der Fahrer machte sich einen Spaß daraus etwas vorwärts zu rollen. Die Frau draussen läuft also der Tür nach, streckt ihren Arm nach dem Türöffner aus und… genau, verfehlt ihn, weil der Fahrer den Bus wieder etwas vor rollen ließ. Die Frau draussen rollte ebenfalls und zwar mit den Augen. Erneut die Tür erreicht hatte der Fahrer wohl dann den Eindruck der halb leere Bus wäre bereits mehr als ausgelastet und fuhr kurzerhand – natürlich mit durchgetretenem Gaspedal – los ohne die Frau zusteigen zu lassen. Protestrufe der Fahrgäste ignorierte er vollends.

Kurz vor der Endhaltestelle dann konnte ich von meiner Position aus sehen, das ein Fahrzeug voraus den Blinker setzte, verlangsamte und letztlich stehen blieb. Die Rückfahrscheinwerfer gingen an und offenbar wollte der Fahrzeugführer rückwärts in eine Parklücke einparken. Wie erwähnt, das konnte ich aus dem hinteren Teil des Busses beobachten. Weiter vorn, also genaugenommen ganz vorn, vom Fahrersitz aus, muss das völlig anders gewirkt haben. Denn mit unverminderter Geschwindigkeit hielt der Bus auf das inzwischen Rückwärts fahrende Fahrzeug zu. Ich ahnte, was geschehen würde und krallte mich mit Händen, Füßen und Zähnen ein, wo es nur ging. Keine Millisekunde zu früh, meine Vorahnung war richtig: Vollbremsung mit dauerbeschallung des Signalhorn. Ich vermute mal, dass zwischen Bus und Smart kein Blatt Papier mehr gepasst hätte. Jedenfalls war von meiner Position aus von dem Smart nichts mehr zu sehen. Gut, zugegeben, wenn ich im Straßenverkehr nicht aufpasse, kann es schon mal vorkommen, das ich versehentlich auf einen Smart drauf trete. Die sind aber auch leicht zu übersehen. Der Fahrer des Busses blieb stur wie gehabt und wich keinen Millimeter zurück. Das hatte zur Folge, das der Smart weiterfuhr und wieder in mein Blickfeld geriet, offenbar unverletzt.

Dann endlich an der Endhaltestelle Neuperlach-Süd angekommen, öffnete der Fahrer zunächst nur die mittlere Tür, Protestrufe erneut zunächst ignorierend bis dann die vordere Tür noch geöffnet wurde. Ganz wie bei der Costa Concordia verließ der Kapitän dann als erstes das Fahrzeug. Jetzt erkannte ich den Grund der Eile, er musste mal. Und zwar dringend! Dringend rauchen.

Ich konnte es mir nicht verkneifen ihm zu raten den Beruf zu wechseln. Idiot wäre passend, da müsste er nicht einmal umschulen. Der Blick des ca. 1,50 niedrigen Mannes: unbezahlbar.

Kommt gut ins Wochenende und

bitte bleibt mir gewogen!

Euer Marcus Sammet

 

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Life of Brian live

Morgens um 6:30 Uhr am Hauptbahnhof in München. Schon die Fahrt dorthin erinnerte an die Geisterbahn. Ist ja nicht weiter schlimm, erlebe ich jeden Tag und kann mich nicht mehr erschrecken. Doch heute war ich etwas später unterwegs. Die Nacht war kurz für mich, weil ich mitten in der Nacht aufstand um nach dem sogenannten Erdbeermond zu sehen, was wegen geschlossener Wolkendecke ausfiel. Aber es war Vollmond, was sich dann am Hauptbahnhof deutlich zeigte. Bereits am Ende der Rolltreppe stand ein kleines blaues Männchen mit einem imaginären Zähler in der Hand und klickte diesen fleißig mit seinem realen Daumen. Dabei gab er laut und deutlich bei jedem Daumendruck auf den eingebildeten Zähler ein “Klick” von sich. Fahrgastzählung mal anders. Nicht viel weiter stand ein recht dunkelhäutiger Mann in eine Art Bettbezug gewickelt und spielte mit seinem eingebildetem Jojo. So wie der sich gefreut hat, war er wohl ziemlich gut dabei. Wieder nur ein paar Schritte weiter stand ein ebenso dunkelhäutiger Mann und erklärte an einer nur in seiner Vorstellung existierenden Maschine seinem ebenso nur in seiner Einbildung anwesendem Freund die funktionsweise dieses Apparates. Glücklicherweise auf deutsch, so wusste ich dann auch, das jenes Schwungrad dafür sorgte, das jenes Zahnrad ein weiteres größeres antrieb, dessen Welle seinerseits einen kleinen Riemen… ich war außer Hörweite, denn so technisches interessiert mich so früh noch nicht. Kurz vor meinem Ziel kam ich an einem jungen Mädchen vorbei, das auf einem umgedrehten, blauen Flaschenträger mit dem Gesicht zur Wand eben dieser zu erklären versuchte, warum es doch unverschämt von ihr sei, ausgerechnet dort errichtet worden zu sein.

Leute, glaubt mir, ich hab jetzt auf den Klassiker gewartet, einem Mann mit langem Bart, der einem sehr kleinen Publikum erklären wollte, was es mit der verwirrten Verwirrung auf sich hat. Leider wurde ich enttäuscht, dafür sah ich die Dame von letzter Woche wieder, die in exakt der gleichen Kleidung nach wie vor schwankend vor dem Eingang einer Supermarktkette auf die Öffnung der Türen wartete.

Um von dem Untergeschoss ins Freie zu gelangen muss ich eine Treppe herauf gehen. Auf dieser Treppe überholte ich ein männliches Wesen das zwei Stufen herauf und dann wieder eine Stufe herunter stieg. Dieser Mann trug seinen Rucksack vor dem Bauch und brabbelte irgendetwas für mich unverständliches hin. Oben an der Treppe angekommen sah ich noch mal zurück zu ihm und erntete einen recht bösen Blick des jetzt stehenden Rucksack-vor-dem-Bauch-Trägers.

Erdbeermond? Nicht zu sehen, aber offenbar hat der doch einige ziemlich irritiert.

Passt auf euch auf und mir bleibt bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

 

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Die pure Lust am Leben!

Morgens, ca. 6:40 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs in München. Eben noch mehr oder weniger verschlafen einen Kaffee und eine Breze gekauft und weder etwas Böses noch Gutes ahnend auf dem Weg ins Büro. Aus einem Seitengang erklang ein Rülpser-ähnliches Geräusch und ich lenkte meinen Blick beinahe automatisch zur Quelle eben dieses jenen. Dann der Anblick, der mir zum einen den Tag rettete und mir ein fettes Grinsen ins Gesicht zauberte und mir zum anderen sagte: Ja, das ist die pure Lust am Leben.

Was war los? Um diese Zeit hätte ich eher einen Obdachlosen erwartet, der aus irgendeiner geschützen Ecke seinem Nachtlager entstiegen ist und seinen Darmwinden in alle Richtungen die Freiheit schenkte. Doch weit gefehlt! Dort stand, zugegeben leicht schwankend, eine etwas in die Tage gekommene Frau. Vielleicht wäre die Bezeichnung Dame auch richtiger, wobei dieser Rülpser sicher nicht damenhaft zu bezeichnen war. Nun gut, da stand sie nun. Im schicken Chanel-Style, wobei ich zu glauben geneigt bin, dass es nicht nur der Stil war, sondern es tatsächlich Kleidung aus dem Hause Chanel war. Die Schuhe wirkten ebenso edel wie teuer, wenn auch die Absatzhöhe für eine Frau jenseits der vermuteten 70 gewagt hoch war. Der Rock lang genug um die Knie zu bedecken, die Hände mit knallroten, recht langen Fingernägeln dekoriert. Dazu fast an jedem Finger ein oder zwei Ringe, selbstverständlich aus Gold. Der dem Alter entsprechend faltige Hals wurde durch eine schlichte Perlenkette geschmückt und das einst sicherlich sehr hübsche Gesicht – ich möchte mich jetzt schon davon distanzieren hier ein hässlich implementieren zu wollen, denn das war die Frau sicher nicht – fein und nicht zu sehr geschminkt. Auf dem Kopf einen Sommerhut mit übermäßig breiter Krempe, mit dem sie sich leicht auch in Ascott hätte blicken lassen können. So stand sie nun da, auf ihren hohen Hacken, im Ellenbogen des rechten Arm eine edle Handtasche in der Hand des linken Arm seine Champagner-Flasche – das Etikett des Hauses Dom Pérignon war leicht zu erkennen, der Jahrgang hingegen nicht – eben wohl vom Munde abgesetzt und überschäumend.

Wie schade, das ich nicht in der Lage war, ein Foto davon zu machen. Das wäre sicher mein Leitbild geworden für den Moment, in dem ich meinen ersten Tag der Rente antrete.

Gut, die Situation lässt jetzt auch wieder Raum für Spekulationen. Ich möchte davon ausgehen, die Dame hat eine lange, durchfeierte Nacht mit ihren Freundinnen hinter sich und wartet dort geschützt vor den meisten Blicken auf ihren Chauffeur, der sie im Rolls-Royce nach Hause bringen wird. Die Schattenseite könnte natürlich sein, die Dame hat keine Freunde mehr und hat sich vor lauter Frust vollaufen lassen und weiß nun nicht mehr, wo sie ihren Maybach geparkt hat.

Wie auch immer, nehmt nicht alles so ernst, lebt euer Leben, egal wie mies es gerade läuft. Schatten kann nur durch Sonne entstehen, Dunkelheit lässt sich mit Licht vertreiben. Berge können nur durch Täler existieren und Gläser sind immer halb voll und taugen allemal dazu Durst zu stillen.

Bitte bleibt euch selbst und natürlich mir gewogen!

Euer Marcus Sammet

 

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Von toten Torten und ge(weih)räucherten Nachbarn

Kommunion. Ein Ergeignis das prägt. Prägen soll. Im Leben eines jungen … ok, Mannes wäre übertrieben, aber eines heranwachsenden Mannes eine Art Meilenstein.

Für seinen Stiefvater – andere sagen da wohl eher Beutekind oder Bonuskind bzw. -Vater -, der im evangelischen Glauben erzogen wurde, gleich mit. Zum einen war es für mich das erste Mal überhaupt an einer Kommunion inklusive Gottesdienste teilzunehmen und zum anderen bei so einem wichtigen Moment dabei sein zu dürfen. Aber von Anfang an.

Gefeiert wird daheim, das stand von vornherein fest. Dementsprechend gab es einiges zu organisieren und einzukaufen. Größere Katastrophen sind ausgeblieben, was mich offen gesagt gewundert hat. Selbst für den Frisör-Besuch blieb ausreichend Zeit. Auch das abholen und lagern der großen Torte klappte reibungslos. Zu guter Letzt hat es dann auch das Wetter mit uns mehr als gut gemeint und am gestrigen Sonntag die Sonne scheinen lassen.
Dann kam der Tag. Heimlich schlich er sich heran. Um 5:40 Uhr wurde meine geliebte Brigitte aus dem Schlaf gerissen. Ich selbst hätte wohl an einem Sonntag um diese Zeit ohne Führer nicht den Weg ins Bad gefunden. Sie bekam das hin, unfallfrei und mit kleinem Umweg an der Kaffeemaschine vorbei. Respekt. 6:30 Uhr hätte mich dann mein Wecker aus dem Schlaf reißen sollen. 6:40 Uhr wurde ich dann liebevoll von einer extrem gutaussehenden Frau geweckt. OK, Traumfrauen heißen Traumfrauen, weil Mann von ihnen träumt. Jetzt wirds dann aber Zeit zum aufwachen. Falsch, kein Traum, die Frau ist real und küsst mich sanft wach. Schreckensblick auf die Uhr und den Wecker. Erste Erkenntnis des Tages: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Auch bei kleingedrucktem. Denn unter der Weckzeit stand: Montag bis Freitag. Kein Wunder, das mich das Ding dann am Sonntag nicht weckt. Also aufgeschreckt aus den Federn und rein ins Bad. Eben auf der Kloschüssel angekommen mahnt ein Klopfen zur Eile und ich merke: Wird voll mein Tag. Geschäft also schnell erledigt, den Klopfer ins Bad gelassen und die Zeit mit dem ersten Kaffee des Tages überbrückt. Nachdem das Bad wieder frei war hatte ich mich  restauriert und schnell noch eine Kleinigkeit gefrühstückt. Grund dafür ist einfach: die sehr christliche Kommunion fand zu einer – wenigstens für mich an Sonntagen – unchristlichen Zeit statt. 8:30 Uhr hieß es dort zu sein um für das Gruppenfoto bereit zu stehen.

Die Parkplatzsituation dort kennend trieb ich also alle zu etwas Geschwindigkeit an, um nicht erst just-in-time zum Fototermin dort zu sein. Gut getan, wie mir später bestätigt wurde. Wir konnten noch direkt vor der Kirche parken, während andere wohl einen Parkplatz in Busreichweite suchten oder Einfahrten zuparkten um dann das Auto fachgerecht vom Abschleppdienst auf einem Großparkplatz gegen Gebühr abstellen zu lassen. Kaum in der Kirche stellte sich heraus, dass die Schuhwahl falsch war. Passten zwar hervorragend zum Anzug aber nicht zum harten Steinboden. Der Kommunions-Gottesdienst war überfüllt. Die ersten Reihen reserviert (mir war nicht bewusst, dass ich eine Bank bestellen kann, ähnlich wie einen Tisch im Restaurant) und somit galt es hinter der letzten Reihe zu stehen. Sicht auf den Stiefsohn war gleich Null. Kein aufmunternder Blickkontakt zur Motivation möglich. Der Gottesdienst zog sich dahin. Eine Predigt blieb aus, die Lieder überraschend modern intoniert. Beides überraschte mich positiv. Weniger positiv überraschte mich die Tradition, die Kirche mit Weihrauch zu vernebeln. Doch entweder wird heutzutage eine mildere Sorte genommen oder die Kirche ist erstaunlich gut belüftet. Es war nicht viel von dem Zeug zu riechen. Nach gut 90 Minuten hatten die Kinder ihre Kommunion empfangen und ich durfte versuchen, den Brei unterhalb meiner Kniescheiben als Beine zu fühlen und diese wieder in Bewegung bringen. Immerhin war es nun vorteilhaft in der letzten Reihe gestanden zu haben, denn der Weg nach draußen war schnell dahingewabert. Hier wurden dann noch einige Fotos geschossen und dann ging es zurück nach Hause.
Auch hier stand zunächst Fototermin an. Stiefsohn mit diversen Familienmitgliedern, ganze Familie und nur mit Teilen davon. Dann war es soweit, der Grill konnte und musste gezündet werden. Kohle und Anzünder schön aufgeschichtet und in Brand gesteckt. Aber die Flammen waren unwillig und verkrochen sich zunächst hinter selbstgeworfenen Nebel. Dicht und in den Augen beißend. Selbstredend konnte ich dann die Anzünder mit ziemlicher Hitze überzeugen, doch zu brennen und die Kohle zum glühen zu bringen. Der Grillspaß konnte beginnen. Kurz darauf auch ein erneutes Einräuchern der Nachbarn. Wie gern hätte ich jetzt etwas Weihrauch zur Hand gehabt um mich mit dem zu würdigendem Sonntag rauszureden. Seltsamerweise kamen keinerlei Beschwerden und auch die Hustenanfälle der Gäste wurden wieder leiser. Bald darauf brutzelten die Leckereien auf dem Rost.

Das Mittagessen war vorbei, jeder hatte seinen Magen wohlig gefüllt und gab sich angeregten Gesprächen hin, gerade gemütlich wars. Die Kinder und die es noch sein wollten tobten mit einer Wasserschlacht durch den Garten und ich musste irgendwie an Water-loo denken. Langsam wurde es Zeit für einen Kaffee und der verlangte selbstredend nach einem Stück Kuchen, damit er nicht so einsam auf den Tisch steht. Die schönste Fast-Ehefrau der Welt holte aus den kühleren Katakomben des Hauses die Torte herauf und ließ diese ausreichend bewundern. Diese war einer aufgeschlagenen Bibel nachempfunden, zeigte in schokoladigem Schriftzug Namen und Kommunionsdatum ihres Sohnes. Selbstverständlich wurde alles im Bild festgehalten, damit der Bub farbenprächtige Erinnerungen haben würde. Seine Oma hatte inzwischen noch ihre selbstgebackene, köstliche Erdbeertorte geholt und es ging an die Kaffeetafel.
Leider war die Kommunions-Torte nicht gar so lecker wie ihr äußeres vermuten ließ. Vielleicht waren auch nur die Erwartungen an den Konditor zu hoch, doch eine Torte die nach fettreichem Zucker schmeckt, war nicht das, was erwartet wurde. Dennoch ging Stück um Stück auf die Teller und anschließend in die Mägen, auch wenn es eher tote Torte war, Kommerz lässt grüßen.
Bald darauf löste sich die Runde auf und wir vier bereiteten uns auf die Dank-Andacht vor. Auch dieses Mal trieb ich zu Recht zur Eile an, um frühzeitig noch einen guten Parkplatz zu erwischen, der nicht weiter weg lag als unsere Wohnung. Die Taktik funktionierte erneut, allerdings hatten wohl einige andere auch dazugelernt. Mir kam der abgeschleppte vom Vormittag wieder in den Sinn, da dieser nicht erneut ausgerufen wurde, parkt der entweder korrekt oder nach wie vor auf dem Sammelparkplatz. Auf die Minute pünktlich ging es dann auch los, ohne Rücksicht auf die letzten Nachzügler.

Ich muss eingestehen, der Pfarrer gefiel mir. Seine Art mit den Kindern zu agieren kam gut an. Neben mir platzte Bens Mutter fast vor Stolz, wie ihr Sohn sich meldete um der Bitte des Pfarrers nachzukommen, Jesus für etwas an diesem wunderbaren Tag zu danken. Leider saßen wir dieses Mal recht weit vorn und ich hatte mit dem Weihrauch deutlich mehr zu kämpfen. Die Übelkeit blieb dennoch aus, denn auch jetzt schien die Belüftung des Kirchenschiffs wunderbar zu funktionieren.

So ging dann ein wunderbarer Tag zu Ende. Mir fehlte allerdings, dass in der Kirche die Mütter nicht ihres Ehrentages wegens erwähnt und gewürdigt wurden. Doch Brigittes Kinder hatten sie gleich am Morgen mit selbstgebastelten Kleinigkeiten und extrem viel Herzenswärme überrascht.

Kommunion 2016? Ich war dabei. Soll ich euch was verraten? Ich freue mich auf die Nächste!

Bitte bleibt mir gewogen.

Euer
Marcus Sammet

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Der Zombie von Last Christmas

Ich will jetzt nicht auf das Wetter wettern. Würde auch nichts bringen und sicher wäre es angebracht, Valentinisch zu denken: Ich freue mich, wenn es schneit, denn wenn ich mich nicht freue, schneit es auch. (Im Original heißt es „regnet“ „wink“-Emoticon ) Nicht nur, dass wir inzwischen den 27. April haben, nein, auch alles was so an Pflanzen aus dem Winterschlaf erwacht, friert sich gerade die Wurzeln ab. Es war ja bereits gestern schon so, dass ich im Schneesturm nach Hause gegangen bin. Doch heute Morgen kam mir dann beim Anblick der weißen Pracht George Michaels “Last Christmas” in den Sinn und der Gedanke, beim Radiosender anzurufen, um mir diesen Top-Aktuellen Hit mit dem Ausruf: “Erster!” zu wünschen. Egal, immer den Satz von Karl Valentin vor Augen, schlurfe ich schlafbesoffen zur Bushaltestelle um erst dort zu merken, dass ich rund 5 Minuten zu früh losgegangen bin. Folgerichtig wäre der Bus beinahe vorbei gefahren, denn der Fahrer ging wohl davon aus, dass jemand einen Schneemann an der Bushaltestelle gebaut hatte. Immerhin erkannte der Mann, dass sich der Schneemann keinesfalls selbstständig bewegen konnte und hatte zum Glück die Eingebung doch noch anzuhalten. Dankbar auftauend suchte ich mir einen Platz über einem der Heizlüfter im Bus. Bis zu meinem Umsteigepunkt gesellten sich nach und nach weitere Schneefrauen und -männer. Bei einem müden Blick durch den sich füllenden Bus, erkannte ich, wie sinnvoll es doch ist, dass die Türen nicht wirklich dicht abschließen und das Tauwasser abfließen kann. Einen Moment lang tauchte das Bild eines fahrenden Aquariums mit darin schwimmenden Fahrgästen vor meinem geistigen Auge auf.

Allerdings war ich heute nicht der Einzige, der sehr müde seinen Weg zu seinem Arbeitsplatz gesucht hat. Kam mir doch in den Katakomben des Münchner Hauptbahnhofs ein Zombie entgegen. Gut gekleidet und nicht halb verwest wirkend, kam mir dieser im klassischen Zombie-Schritt entgegen, zielgerichtet auf die nächste im Weg stehende Wand. Ein zweiter Blick schickte ein bewusstes Bild zu meinem langsam erwachenden Hirn und zeigte mir, der Mann starrt NICHT auf sein Smartphone. Noch andere bemerkten, dass der Mann einen Weg einschlug, der mindestens mit einer Beule an der Stirn enden muss. So war es dann auch. Er wurde erst durch die Mauer gebremst, die sich das Recht raus nahm, nicht zur Seite zu gehen. Jetzt wurde klar, der Zombie war wohl beim Gehen irgendwie seinem Bedürfnis nach Schlaf nachgegangen. Ein irritierter Blick auf die unfreundliche Wand und ein kopfschüttelndes Lächeln brachten den Zombie in die reale Welt zurück. Schön, wenn jemand über sich selbst lachen kann. Was ich kurz darauf auch tun musste, denn meiner Neugier folgend, ob der Mann tatsächlich sehenden Auges gegen die Mauer läuft, wäre ich selbst beinahe gegen einen Mauervorsprung gelaufen.

Es drängte sich zwar der Gedanke auf, dass es nicht echt war und irgendwo jemand stand, der die ganze Szenerie gefilmt hat und ich nun selbst als Zombie-Kopie in einem Video auf Youtube zu finden sein werde, aber was solls. Über sich selbst lachen können macht das Leben oftmals leichter.

Ich versuche dann mal meinen Kaffee zu wecken und meinen Schreibtischstuhl in eine aufrechte Position zu bekommen.

Bleibt munter, gut gelaunt und mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

 

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Tü(r/c)kische Satire – Von satirischen Tücken und geilem Geiz

Normalerweise äußere ich mich nicht öffentlich zu politischen Themen. Auch zu anderen, brisanten Nachrichten und Geschehen nicht. Warum ich das heute tun mag, erfahrt ihr im Folgenden.

Zunächst muss ich mich wohl entschuldigen, dass ich meine Gratis-Aktion zum eBook “Sterbe wohl…” Aderlass nicht auch hier im Blog angekündigt und beworben hatte. Vermutlich wird der ja doch von mehr als nur Facebooklern, G+lern, Instagrammern und Twitterer gelesen. Die ganze Aktion war ein Erfolg. Rund 550 Downloads in nur 24 Stunden. Damit hätte ich nicht gerechnet. Schon gar nicht für ein “altes” Buch.
Immerhin ist Aderlass bereits seit gut 5 Jahren auf dem Buchmarkt, hat seine Wandel und Veränderungen mitgemacht.
Diese vielen Downloads hatten das eBook kurzfristig in verschiedene Bestsellerlisten bei amazon geschossen. 2x Platz 3 in verschiedenen Sparten und immerhin Platz 15 in den Top 100. Es wirft aber auch Fragen auf. Sind das 550 neue Leser? Wird das eBook wirklich gelesen? Ist das eBook zu teuer, wenn der reguläre Preis gilt? Was ist mit dem Buch, dem Gedruckten? Ist ein Gratis-Download lesenswerter als ein Gekauftes?
Nun, es sind inzwischen rund 4 Wochen vergangen. Meine Freude darüber, dass mein Erstlingswerk und persönlicher Bestseller so gefragt war, tritt seinen Platz an die Enttäuschung darüber, dass es bedingt durch diese Aktion nicht eine einzige Reaktion gab. Kein Danke, keine Rezension – nicht einmal eine Schlechte. Hier greift wohl tatsächlich noch “Geiz ist geil” und das hamstern von Gratis-Artikeln. Schade, dass Menschen so sind.

Aber bitte nicht missverstehen, es gibt haufenweise Andere. Nach der Aktion wurde das eBook auch gekauft und auch diverse Bücher wurden bei mir geordert. Die Freude über die Rückmeldungen via Rezension und Mails ist groß.

Doch nicht nur das beschäftigt mich.
Da gibt es einen türkischen Politiker, der derzeit für Aufmerksamkeit sorgt. Und einen Satiriker. Namen muss ich hier sicher keine nennen, jeder kennt sie. Was ist los, mit diesem türkischen Regenten? Es mag laut unserem Grundgesetz sein gutes Recht sein, einen Satiriker anzuzeigen. Er macht das von der Türkei aus, über Anwälte. Ebenfalls sein gutes Recht. Unsere Bundeskanzlerin musste dieser Anzeige bzw. dem Antrag auf seine Anzeige erst das OK geben, was sie auch eiligst tat. Warum? Ja, die Frage lässt sich rein rechtlich sicher auch noch beantworten. Aber dass sie damit uns, “ihrem” Volk, ihren Wählern und vor allem auch Nicht-Wählern eine Ohrfeige vom Feinsten gab, dass macht ihr scheinbar nichts aus. Da beruft sie sich zum Schutz ihres Rufes auf die Gesetze.
Aber warum tut sie das nicht bei der Flüchtlingskrise? Da gibt es auch Rechtsprechungen dazu, besonders auf der EU-Ebene. Weil sie da etwa dem widersprechen müsste, dem sie vor kurzem noch Recht gab, mit seiner Anzeige auf einen deutschen Satiriker? Nun, die Antwort wird nicht so trivial sein und wir können nur mutmaßen.

Interessant ist allerdings, dass dieser türkische Regent nun ständig beleidigt wird. Vom Ziegenficker ist die Rede. Bilder von Schweinen mit seinem Kopf machen die Runde. Kritik und Beleidigungen, deutlich heftiger als die des Satirikers sind zu sehen und zu lesen. Landen die jetzt alle im türkischen Knast? Von keiner Anzeige ist zu lesen.

Funktionieren so nicht auch PR-Aktionen? Der Satiriker ist jetzt bekannter als je zuvor. Nein, keine Angst, ihr müsst jetzt nicht ohne Ende kommentieren, ich gehe nicht von einer PR-Aktion aus!

Sorgen macht mir auch der Trend in der Politik überhaupt, es wird deutlich brauner, obwohl die Farben der aufstrebenden Partei eher fröhliches Blau und Rot sind. Hetze gegen die Flüchtlinge. Radikalste Maßnahmen wie Schießbefehl an unseren Grenzen werden dort Thema. Häuser brennen, Übergriffe auf unsere Staatsgewalten und vor allem auch sexuelle Belästigungen inklusive Vergewaltigungen sind fast tägliche Schlagzeilen.

Schreie dieser Partei in Blau-Rot werden laut: Der böse böse Islam! Böse?
Ja, Randgruppen, Splittergruppen. Sie wachsen, zugegeben. Aber genau wie bei uns die neuen Nazis sind es die im IS, die nicht unbedingt die hellsten Kerzen auf der Volkstorte sind. Jeder von diesen Randgruppen lebt diesen vollkommen falschen Gedanken:
Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.
Es betrübt mich sehr.
Wir sind alle Menschen.
Auf ein und demselben Planeten.
Jeder hat ein Recht darauf an wen oder was zu glauben, was er (sie auch) für richtig hält. Ganz egal ob Buddha, Jesus, Allah oder Ikea-Regal.
Ich wurde bisher in deutschen Geschäften von deutschen Verkäufern oder Geschäftsinhabern mehr beleidigt und unfreundlicher behandelt als von den Nicht-Deutschen. Egal ob beim türkischen Döner-Stand, afghanischen Obst- und Gemüsehändler, italienischem Eisverkäufer, thailändischer Fußpflegerin, nigeranischem Taxifahrer, indischem Busfahrer oder koreanischer Klofrau. Ist euch beim Kauf an der Curry-Wurst-Bude schon mal ein Tee oder Kaffee einfach aus Gastfreundschaft angeboten worden? Mir bisher nur am Dönerstand oder beim türkischen Imbiss. Schnäpschen nach dem Essen für lau im deutschen Restaurant? Extrem selten, beim Griechen und beinahe allen Asiaten (Restaurants!) üblich.
Islam und Muslime sind böse? Ich kann dem nicht folgen.
Ausländer raus? OK, dann aber muss jeder, der das verlangt konsequent sein und darf niemals einen Fuß über die Grenzen ins Ausland setzen.

Bitte bleibt friedlich und fair und vor allem mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Verdient

ein Autor nicht Unsummen mit seinen Büchern?

So dann und wann kam es vor, das ich darauf angesprochen wurde, ob ich nebenbei noch arbeiten gehe. Nebenbei? Diese Frage musste ich erst einmal umstellen, die Frage ist, warum ich nebenbei schreibe.
Auch werde ich immer wieder von Buchbloggern nach Freiexemplaren gefragt. Viele davon kommen mit “Ich stehe noch am Anfang mit meinem Blog, kann es mir nicht leisten, Bücher zu kaufen. Aber Dir ist es sicher Wert, mir ein Buch für eine Rezension zu überlassen.” – Manchmal mit dem Zusatz: “Verdienst doch so viel mit dem Verkauf.”

Zwei Kernfragen. Warum schreibe ich neben der Arbeit und nicht andersherum?
Ganz einfach, ich bin kein berühmter Autor der bei einem großen Publikumsverlag unter Vertrag steht. Meine Tantiemen decken in etwa meine Kosten für meine Bücher.
Warum verschenke ich nur noch sehr selten Bücher an Blogger? Weil der Masse nicht zu vertrauen ist. Allerdings habe ich sehr gute Erfahrungen mit seriösen Buch-Bloggern bzw. Boch-Bloggerinnen gemacht. Daher schaue ich mir die Bücherblogs inzwischen sehr genau an, bevor ich ein Buch kostenlos verschicke.
Anderen Autoren sei gesagt, die seriösen Bücherblogs sind wichtig. Meist habe ich einen Zusammenhang von Buchbesprechung und Verkauf des besprochenen Buchs festgestellt.

Um die Frage vom Anfang zu beantworten: Nein, nicht automatisch.

Als wohl eher unbekannter Autor habe ich natürlich noch keine Tausende Bücher verkauft. Selbst 1000 würden mich noch nicht zu einem hauptberuflichen Autor machen. Warum ist das so? Mein Buch kostet doch rund 12€, das ist doch viel Geld, das in meine Taschen wandert. Das liegt daran, das die 12€ nicht für mich sind. An den 12€ verdient zunächst der Staat mit derzeit 7% MwSt auf Printmedien. Dann kommt der Buchhandel, der für seine Dienstleistung mein Buch für den Leser zu bestellen und auszuhändigen bis zu 30% vom Netto-Verkaufspreis haben mag. Meist bestellt der Buchhändler nicht direkt beim Verlag sondern bei seinem Großhändler, der in der Regel die elektronische Bestellung aus der Buchhandlung an den Verlag (ebenfalls elektronisch) weiter gibt. Dafür verlangt der Großhändler nicht nur generell vom Verlag einen Obulus pro Jahr, sondern auch rund 50% vom Netto-Verkaufspreis. Wer hat mitgerechnet? Buchhandel 30% + Großhändler 50% = 80%. Was bleibt? 20% die sich Autor und Verlag teilen. manchmal etwas mehr, weil die Zahlen Buchhandel und Großhandel “bis zu” Zahlen sind.
Aber Amazon, da wird doch direkt verkauft! – Ja, nettes Argument. Glaubt ihr wirklich, Amazon macht das aus Nächstenliebe? Auch die wollen bezahlt werden und halten die Hand auf. Dadurch das Amazon den Großhändler ausfallen lässt, wird dort zwar weniger verlangt, macht aber immer noch einen Großteil vom Kuchen aus.

Nächstes Argument des Lesers: “Du bist doch Selfpublisher, machst doch jetzt bei Amazon Create Space alles selbst.”
Stimmt soweit, Amazon Create Space ist zwar kostenlos aber nicht umsonst. Wenn ich mein Buch dort drucken und an mich liefern lasse, kostet mich das schon Einiges. Dazu dann mein Aufwand an Porto, Briefumschläge und nicht zuletzt auch Zeit. Zeit? ‘Die hast doch sowieso.’ Falsch gedacht, denn diese Zeit ist Arbeitszeit und jetzt überlegt mal, was ihr von eurem Arbeitgeber für einen Stundenlohn bekommt. Selbst diesen ganz unten kalkuliert geht das doch in die Rechnung ein. Kosten für die Werbung kommen ebenfalls noch dazu. Selbst wenn ich alles allein mache und Werbematerial selbst erstelle und drucke, so kostet auch das Zeit, Tinte, Papier etc. Meine Zeit für das Schreiben des Buches kalkuliere ich da auch mit ein. Denn ich muss zugeben, ich mag irgendwann mit meinen Büchern auch Geld verdienen. Als Selfpublisher kommt noch Anderes dazu, ohne das ein professionell gestaltetes Buch nicht auskommt. Es muss lektoriert werden. Gebe ich es an Dienstleister ab, kommen da schnell 1500,00 € und mehr zusammen. Glücklicherweise habe ich einen Profi an meiner Seite. Sie übernimmt auch das Layout und die Covergestaltung. Das nimmt alles viel Zeit in Anspruch, die zwar unter uns nicht monetarisiert wird, aber doch in die Kalkulation für den Buchpreis einfließen muss. An dieser Stelle ein mehr als herzliches Danke schön an Brigitte Mitterrutzner.

Jetzt kann ich die Frage direkt hören, warum schreibst du dann überhaupt?
Weil es mir Spaß macht, weil ich mich daran erfreue, wenn ich den Leser gut unterhalten konnte.

Fazit: Ich verdiene am Buch. An jedem Einzelnen. Doch der Verdienst liegt im Cent-Bereich und da mag die Steuer auch noch was von haben. Aber es macht Spaß, sehr viel Spaß. Es ist toll, wenn ich positive und auch negative Rückmeldungen bekomme. Jede einzelne Rezension freut mich. Auch wenn es im Vergleich zu den verkauften Büchern verschwindend wenig Rezensionen sind, doch die Wenigen sind ehrlich und durchweg sehr gut. Ausserdem sind diese Bewertungen der eigentliche Verdienst für mich. (Nebenbei, wer es noch nicht getan hat, darf es gern noch tun! Egal ob Amazon, Thalia, Weltbild, Hugendubel etc.)

Gratis-Aktionen? Ich habe immer gesagt, die wird es bei mir nicht geben. Andererseits ist die Überlegung ins wanken geraten. Aderlass wurde überarbeitet und von Fehlern befreit. Wäre wohl fair von mir, zumindest angekündigt und für sehr kurze Zeit das eBook gratis anzubieten, damit diejenigen, die bereits ein eBook haben, sich kostenlos das neue eBook herunterzuladen. – Doch andererseits, ich halte nicht viel von diesen Aktionen, die im Grunde nur dafür sorgen sollen, in den Bestsellerlisten aufzutauchen.
Ich lasse es auch wissen, ob das Engelchen oder das Teufelchen auf meinen Schultern für oder gegen eine Gratisaktion entschieden hat.

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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Verlegen

Eins von vielen zweideutigen Worten. Nein, ich bin nicht verlegen, verlege aber wieder selbst.

An dieser Stelle zunächst ein Danke an Britta Wisniewski, die vor einigen Jahren mit ihren recht frisch gestartetem Traumstunden Verlag meinen Büchern “Aderlass”, “Ausgeblutet” und “Ausgeschlachtet” eine Heimat in Essen gab. Ein sehr kleiner Verlag mit viel Engagement, doch all das nutzt nicht viel, wenn der Buchhandel nur auf die großen Verlage guckt und mit diesen im Dialog ist. Dennoch, wenn ich jetzt mal an Absatzzahlen meiner Bücher denke, war es eine sehr erfolgreiche Zeit dort.

Doch von Anfang an. Vor fast genau 5 Jahren erschien zum ersten Mal “Aderlass”. Nach langer Verlagssuche und sehr vielen, sehr seltsamen Angeboten von Druckkosten Zuschuß Verlagen, zahlreichen Absagen von bekannten Verlagen (sofern sich diese überhaupt herabließen mich zu benachrichtigen) suchte ich nach einem Weg, Aderlass zu veröffentlichen. Zahlreiche Plattformen dazu waren schnell gefunden und ich entschied mich damals für epubli. Zu einem unglaublichen hohem Preis bat ich meinen Debüt-Thriller an. Sagenhafte 18,95 € für ein Taschenbuch. Kosten für eigene Exemplare waren nicht wesentlich günstiger. Trotzdem, ich zog das durch und war erstaunt nach wenigen Monaten rund 100 Bücher verkauft zu haben. Mein zweiter Thriller “Ausgeblutet” war in weiten Teilen fertig und ich überlegte diesen ebenfalls via epubli zu veröffentlichen und die zweite Marge von “Aderlass” zu bestellen. Da sprach mich doch glatt jemand von einem neu gegründetem Verlag an. Alles wurde besprochen, es klang sehr professionell. Wir wurden uns einig und mein Erster erschien mit neuem Cover und überarbeitet zu einem deutlich geringerem Preis. Gleich danach ging “Ausgeblutet” an den Start. Alles schien perfekt. Leider konnte dieser Verlag aber nicht halten, was das Wort Verlag verspricht und verschwand recht schnell wieder in der Versenkung. Nur kurze Verhandlungsgespräche mit dem Traumstunden Verlag später und es gab für meine Bücher ein neues Zuhause. Erneut neue Cover, neuer Preis. Noch dazu eBooks und Hörbücher. Perfekt! “Ausgeschlachtet” erschien dort als Neuerscheinung.

Leider nicht ganz perfekt. Dennoch, die Zusammenarbeit war stets erfreulich und konstruktiv. Die Verkaufszahlen passten bis 2014. Dann kam der Einbruch am Buchmarkt. Obwohl das Buch nach wie vor als das beliebteste Geschenk gilt, sanken die Absatzzahlen. Obendrein wurde Selfpublishing immer beliebter, immer mehr Autoren griffen auf diese Methode zurück. Verwerflich? Nein, nicht wirklich. Bestenfalls die Methoden, mit denen die Autoren arbeiten, sind störend für den gesunden Buchmarkt. Bücher werden zu niedrigsten Preisen angeboten. E-Books verschenkt. Nicht nur einmal als Werbeaktion, nein immer wieder immer öfter. Klar so werden Bestseller generiert. Best-SELLER? Best-Give-aways wohl eher. Denn mit Seller – also Verkauf – hat das nichts zu tun. Doch Kleine und Kleinstverlage spürten diese Auswirkungen sehr schnell, die Wirtschaftlichkeit geht gegen Null.

Erfreulicherweise wurde mein Manusskript zu “Angerichtet” von einem größeren Verlag angenommen. Das erste Mal durfte ich feststellen, der Autor hat nicht viel zu sagen. Einfluß auf Cover und Preisgestaltung gleich Null. Die Zusammenarbeit mit dem Lektor zwar äußerst erfreulich und lehrreich, doch auch hier ist der Markt zu spüren, der auf Gratis-Bücher aus ist. Immer wieder hab ich auch den Eindruck, das Leser gern noch Geld bekommen würden, damit sie die Bücher überhaupt lesen. Bin tatsächlich gespannt, wann die ersten Gratis-eBooks damit beworben werden, das beim Download von 3 eBooks noch 5 € Leserprämie erstattet werden.

Nun, die Summe der Erfahrungen führte zu der Überlegung: Warum nicht wieder alles selbst in die Hand nehmen?

Das habe ich jetzt gemacht. Denn ich habe eine wundervolle Partnerin. Eine, die nicht nur hübsch ist, sondern auch vom Fach. Eine, die nicht nur meine Bücher liebt, sondern auch mich. Der Traumstunden Verlag gab mir alle Rechte an meinen Büchern zurück und Brigitte machte sich daran, “Aderlass” zu überarbeiten. Das Cover wurde nur leicht verändert, jedoch mit großem Effekt. Der Buchteil ist nun von Fehlern befreit und der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Dazu entstand ein Buchtrailer, der die dichte Atmosphäre des Thrillers perfekt wiedergibt. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:
Buchtrailer Aderlass

“Ausgeblutet” und “Ausgeschlachtet” werden ebenfalls renoviert und werden im Laufe des Jahres neu erscheinen. “Angerichtet” bleibt beim SWB-Verlag und hat ebenfalls einen sehr guten, perfekt zum Buch passenden Trailer bekommen. Den könnt ihr hier sehen:
Buchtrailer Angerichtet

Als nächstes wird als Neuerscheinung “Axt” auf den Markt kommen. Auch wenn ich jetzt diverse Buchhändler die Hände über den Kopf zusammenschlagen sehe, “Axt” wird von mir via Amazon Create Space veröffentlicht. Der Absatz wird über Amazon.de betrieben. Dank eines Freundes, der in seinem Kleinst-Verlag noch freie ISBNs hat, heißt das für euch: Ihr könnt auch im Buchhandel bestellen, den alle Bücher werden auch beim VLB gelistet sein.

Bitte bleibt gespannt und mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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7 Mann und 1 Alarm

So kann es gehen, da schlurfe ich noch verschlafen durch das Untergeschoß des Münchner Hauptbahnhofs, kaufe mir einen (letzten) coffee to go, also einen Kaffee zum gehen und stehe kurz darauf vor einer Herde Feuerwehrmänner. Diese blockieren den Ausgang zu siebt. Alarmglocken schrillen in mir, denn um diese Zeit sieben Feuerwehrler, alle ausgerüstet mit Atemschutzmasken und umgeschnallten Sauerstoffflaschen. Nebenbei, einer davon hielt, sehr zu meiner Freude, eine Axt in der Hand. Ein weiterer Mann, ein Anzugträger, steht mit einem Funkgerät bei der Mannschaft. Irritiert nähere ich mich der Gruppe, denn es ist der nächste Ausgang für mich. Sollte wirklich irgendeine Gefahr lauern, wäre es sicherlich vollkommen falsch, nach einem alternativen Weg zu suchen.

Dann sehe ich es, die ganze Truppe gesellt sich um einen in der Wand eingelassenen Alarmknopf. Teilweise schauen die Männer demjenigen, der an diesem Knopf mit Zange und Schraubenzieher hantiert, interessiert zu, andere schauen gelangweilt aus ihrer Montour. Nun, es wird wohl ein “Scherz” eines Irgendwen gewesen sein, diesen Alarmknopf für die Feuerwehr zu drücken. Immerhin lagen auch Scherben am Boden, so dass ich wohl richtig vermute, wenn ich mir denke, der Knopf wurde absichtlich fälschlicherweise gedrückt. Möge diesen Irgendwen der Blitz beim Stuhlgang treffen!

So wieder beruhigt steige ich die Stufen zur Oberfläche herauf. Draussen geht ein Wachmann an der Doppeleingangstür vorbei, ich drücke eine Seite der Tür auf und trete ins Freie. Was sehe ich erneut Irritierendes? Der Mann hält seine Zugangskarte an einen entsprechendes Lesegerät, der Türsummer geht und der Mann zieht die Tür auf, die ohnehin nicht verschlossen ist. Darüber sinnierend, warum der Mann so handelt fällt mir das Nächste auf, das irgendwie nicht ins Bild von vorher passt. Kein Feuerwehr Fahrzeug weit und breit. Sind die Jungs mit dem Taxi gekommen? Eine Straßenkreuzung weiter löst sich auch das Rätsel, die Feuerwehr hat in einer Seitenstraße geparkt.

Also kann ich wieder in den Schlummermodus umschalten, schlurfe erneut schlaftrunken durch den Park zu meiner Arbeitsstelle. Dabei erfreue ich mich an vorbei hoppelnden Hasen und über den Weg rennenden Mäusen.

Habt einen schönen, irritationsfreien Tag!

Bitte bleibt mir gewogen,

Euer
Marcus Sammet

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