GNSN – wie bitte?

Ja, 25 Jahre gibt es wohl jetzt GZSZ, also „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auf RTL und vor kurzem ist der Nachbar schlechthin, Hans Beimer aus der Lindenstraße (Hans Joachim Luger – übrigens ein wirklich guter Schauspieler, besonders nicht als Vater Beimer) verstorben.

Will ich also auflösen: Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn = GNSN

Oft leben sie dicht beisammen, die Nachbarn. Die guten, wie die schlechten. Ist hier bei mir nicht anders. Glücklicherweise sind die guten im Haus vereint, die schlechten sind rings herum auf die Nachbarhäuser verteilt. Wohldosiert glücklicherweise. Die guten Nachbarn sind mehr als nur Nachbarn geworden. Mitfühlend, mitteilend, mitleidend wuchs allmählich die eine Freundschaft heran, die ich nicht mehr vermissen möchte.

Aber auch die schlechten Nachbarn haben ihre Daseinsberechtigung. Mit wem sollte man sonst über die Hecke weg über zu viel Kinderlärm diskutieren? Oder über das faulende Fallobst auf dem Garagendach? So einen grantligen Griesgram als Nachbarn zu haben ist doch letztlich lustig. Auch wenn die Sprüche von hinter der Hecke derb und unverschämt sind. Ärgern sie anfangs mächtig, allein wegen der dahinter steckenden Aussage, so sorgen sie dann alsbald doch für sehr viel Lästerei und Lacher. Natürlich gemeinsam mit dem guten Nachbarn bei einem Schüsselchen Sangria auf der Terrasse während einer lauen Sommernacht. Ihr werdet es kaum glauben, unkommentiert vom schlechten Nachbarn.

Selbst der geliebten Fast-Schwiegermutter wollte der schlechte Nachbar den Mund verbieten. Allerdings hatte dieser vergessen, kurz zuvor selbst mehr Lärm als notwendig zu machen, in dem er alte Schuppentüren mit zentrifugalem Schwung zuschlug. Meinen Konter auf die lautlose Unterhaltung unsererseits kam sicher an, blieb aber wiederum unbeantwortet. Allerdings meinte ich ein leichtes, leises Lachen aus der Richtung des guten Nachbarn zu vernehmen. Genaugenommen würde mir glatt was fehlen, wenn der Schlechte nicht mehr wäre.

Dennoch, die Guten sind mir lieber. Gut ist einfach positiv. Gleich ums Garteneck ist er da. Immer. Immer mit offenem Ohr für Sorgen, Probleme und kleinen Reparaturen. Viel zu selten kann ich mich dafür bei ihm revanchieren. Was übrigens nicht einmal erwartet wird. Da macht es umso herzlicher, doch auch schwierig, denn nur ein einfaches „Danke“ als Wort scheint oftmals zu wenig. Allerdings, wie bedankt man sich materiell bei jemandem, der sich alles gönnt, sobald ihm danach ist? Eine schwierige Geschichte, die ich noch lösen muss.

Es gibt auch über uns einen guten Nachbarn. Da hat es etwas länger gedauert, bis der Funke übersprang. Ein beachtenswerter, älterer Herr, beinahe aber lebendiger als ich selbst. Bester Papierfliegerbauer, den ich und die Kinder kennen, versorgt uns immer wieder mal mit leckerstem selbstgebackenem Kuchen. Inzwischen gibt es viel mehr, als nur sogenannte Tür-und-Angel Gespräche. Wir leiden mit ihm, wenn seine Gesundheit schwächelt, lachen mit ihm über seine Anekdoten über seine Krankheiten.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn. Wieder mal so eine Ying und Yang Sache. Das Gute geht einfach nicht ohne das Schlechte. Hauptsache ausgewogen und der Humor bleibt nicht auf der Strecke.

Vermissen möchte ich persönlich beide nicht.

Wie siehts bei euch aus? Mehr von den Guten? Mehr von den Schlechten? Kampf oder Gloria? Schreibt es mir bitte in die Kommentare.

Bis dahin bleibt mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

Über mich? www.marcussammet.de Da wird alles gesagt.
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