Verlegen

Eins von vielen zweideutigen Worten. Nein, ich bin nicht verlegen, verlege aber wieder selbst.

An dieser Stelle zunächst ein Danke an Britta Wisniewski, die vor einigen Jahren mit ihren recht frisch gestartetem Traumstunden Verlag meinen Büchern „Aderlass“, „Ausgeblutet“ und „Ausgeschlachtet“ eine Heimat in Essen gab. Ein sehr kleiner Verlag mit viel Engagement, doch all das nutzt nicht viel, wenn der Buchhandel nur auf die großen Verlage guckt und mit diesen im Dialog ist. Dennoch, wenn ich jetzt mal an Absatzzahlen meiner Bücher denke, war es eine sehr erfolgreiche Zeit dort.

Doch von Anfang an. Vor fast genau 5 Jahren erschien zum ersten Mal „Aderlass“. Nach langer Verlagssuche und sehr vielen, sehr seltsamen Angeboten von Druckkosten Zuschuß Verlagen, zahlreichen Absagen von bekannten Verlagen (sofern sich diese überhaupt herabließen mich zu benachrichtigen) suchte ich nach einem Weg, Aderlass zu veröffentlichen. Zahlreiche Plattformen dazu waren schnell gefunden und ich entschied mich damals für epubli. Zu einem unglaublichen hohem Preis bat ich meinen Debüt-Thriller an. Sagenhafte 18,95 € für ein Taschenbuch. Kosten für eigene Exemplare waren nicht wesentlich günstiger. Trotzdem, ich zog das durch und war erstaunt nach wenigen Monaten rund 100 Bücher verkauft zu haben. Mein zweiter Thriller „Ausgeblutet“ war in weiten Teilen fertig und ich überlegte diesen ebenfalls via epubli zu veröffentlichen und die zweite Marge von „Aderlass“ zu bestellen. Da sprach mich doch glatt jemand von einem neu gegründetem Verlag an. Alles wurde besprochen, es klang sehr professionell. Wir wurden uns einig und mein Erster erschien mit neuem Cover und überarbeitet zu einem deutlich geringerem Preis. Gleich danach ging „Ausgeblutet“ an den Start. Alles schien perfekt. Leider konnte dieser Verlag aber nicht halten, was das Wort Verlag verspricht und verschwand recht schnell wieder in der Versenkung. Nur kurze Verhandlungsgespräche mit dem Traumstunden Verlag später und es gab für meine Bücher ein neues Zuhause. Erneut neue Cover, neuer Preis. Noch dazu eBooks und Hörbücher. Perfekt! „Ausgeschlachtet“ erschien dort als Neuerscheinung.

Leider nicht ganz perfekt. Dennoch, die Zusammenarbeit war stets erfreulich und konstruktiv. Die Verkaufszahlen passten bis 2014. Dann kam der Einbruch am Buchmarkt. Obwohl das Buch nach wie vor als das beliebteste Geschenk gilt, sanken die Absatzzahlen. Obendrein wurde Selfpublishing immer beliebter, immer mehr Autoren griffen auf diese Methode zurück. Verwerflich? Nein, nicht wirklich. Bestenfalls die Methoden, mit denen die Autoren arbeiten, sind störend für den gesunden Buchmarkt. Bücher werden zu niedrigsten Preisen angeboten. E-Books verschenkt. Nicht nur einmal als Werbeaktion, nein immer wieder immer öfter. Klar so werden Bestseller generiert. Best-SELLER? Best-Give-aways wohl eher. Denn mit Seller – also Verkauf – hat das nichts zu tun. Doch Kleine und Kleinstverlage spürten diese Auswirkungen sehr schnell, die Wirtschaftlichkeit geht gegen Null.

Erfreulicherweise wurde mein Manusskript zu „Angerichtet“ von einem größeren Verlag angenommen. Das erste Mal durfte ich feststellen, der Autor hat nicht viel zu sagen. Einfluß auf Cover und Preisgestaltung gleich Null. Die Zusammenarbeit mit dem Lektor zwar äußerst erfreulich und lehrreich, doch auch hier ist der Markt zu spüren, der auf Gratis-Bücher aus ist. Immer wieder hab ich auch den Eindruck, das Leser gern noch Geld bekommen würden, damit sie die Bücher überhaupt lesen. Bin tatsächlich gespannt, wann die ersten Gratis-eBooks damit beworben werden, das beim Download von 3 eBooks noch 5 € Leserprämie erstattet werden.

Nun, die Summe der Erfahrungen führte zu der Überlegung: Warum nicht wieder alles selbst in die Hand nehmen?

Das habe ich jetzt gemacht. Denn ich habe eine wundervolle Partnerin. Eine, die nicht nur hübsch ist, sondern auch vom Fach. Eine, die nicht nur meine Bücher liebt, sondern auch mich. Der Traumstunden Verlag gab mir alle Rechte an meinen Büchern zurück und Brigitte machte sich daran, „Aderlass“ zu überarbeiten. Das Cover wurde nur leicht verändert, jedoch mit großem Effekt. Der Buchteil ist nun von Fehlern befreit und der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Dazu entstand ein Buchtrailer, der die dichte Atmosphäre des Thrillers perfekt wiedergibt. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:
Buchtrailer Aderlass

„Ausgeblutet“ und „Ausgeschlachtet“ werden ebenfalls renoviert und werden im Laufe des Jahres neu erscheinen. „Angerichtet“ bleibt beim SWB-Verlag und hat ebenfalls einen sehr guten, perfekt zum Buch passenden Trailer bekommen. Den könnt ihr hier sehen:
Buchtrailer Angerichtet

Als nächstes wird als Neuerscheinung „Axt“ auf den Markt kommen. Auch wenn ich jetzt diverse Buchhändler die Hände über den Kopf zusammenschlagen sehe, „Axt“ wird von mir via Amazon Create Space veröffentlicht. Der Absatz wird über Amazon.de betrieben. Dank eines Freundes, der in seinem Kleinst-Verlag noch freie ISBNs hat, heißt das für euch: Ihr könnt auch im Buchhandel bestellen, den alle Bücher werden auch beim VLB gelistet sein.

Bitte bleibt gespannt und mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

Über mich? www.marcussammet.de Da wird alles gesagt.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Buchempfehlungen, Kritisch, Marcus Sammet abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.