Übelfahrt

Nein, die angeblich R-losen Chinesen haben mich jetzt nicht infizielt. Es geht eher um die morgendliche und nachmittägliche Fahrt mit dem Bus. Es hat den Anschein, das heutzutage die Busfahrer alle ehemalige Formel 1 Fahrer sind. Na gut, vielleicht noch Formel 2 oder gar Teilnehmer der vorletzten Rallye Paris Dakar. Gut, ich sehe ein, die Fahrpläne sind eng. Bei einsetzendem Berufsverkehr ist der wohl praktisch nicht mehr einzuhalten. Da kann es dann mal sein, das ich auf einen Bus 15 Minuten warten muss, der im 10-Minuten-Takt fährt. Zu bestimmten Stoßzeiten habe ich da viel Verständnis für. Auch das die Fahrer entsprechend genervt sind. Es ist sicher, ganz sicher, kein leichter Job, sondern harte Arbeit. Natürlich braucht jeder sein Ventil, um Druck abzulassen. Aber warum dann gerade am Fahrgast ohne den die Fahrer keine Arbeit hätten? Ok, ich sollte langsam konkret werden. Ich spreche von diesem mit Vollgas anfahren und mit Vollbremsung anhalten. Ganz wie die Rennfahrer. Strecke voraus ist frei, also gilt: Gaspedal durchtreten, idealerweise, bis der Asphalt zu spüren ist und das Pedal funkensprühend über den Fahrbahnbelag schleift. Ebenso das Anhalten an einer Bushaltestelle. Soweit wie möglich wird mit gerade noch akzeptabler überhöhter erlaubter Höchstgeschwindigkeit auf die Haltestelle zu gesprintet, um dann im fast letzten Moment entweder den Anker zu werfen oder es wird eben so stark und vermutlich mit ganzem Körpergewicht das Bremspedal überredet, sich doch in die Asphaltdecke zu bohren. Meist fühlt es sich an, als würde der Bus innerhalb von Millisekunden von Schallgeschwindigkeit auf 50 km/h rückwärts gebracht. Nicht selten sind dabei in der Luft schwebende Gegenstände wie ausgespuckte Kaugummis, Gebiss Vollprothesen und Smartphones jeglicher Bauart zu beobachten. Oftmals frage ich mich, warum teuerst mit großen Flugzeugen Parabolflüge gemacht werden, um die Schwerelosigkeit zu simulieren. Warum kaufen die von der NASA nicht einfach Busfahrscheine für den Münchner MVV? Nicht selten war ich dafür dankbar, dass die Frontscheiben deutscher Fahrzeuge aus Verbundglas sind und so einiges aushalten. Immer wieder mal klatschte es mich von innen gegen die Windschutzscheibe, um dann wie ein gummierter Brei an ihr zum Boden zu gleiten. Meist dankbar das überlebt zu haben, lies ich mich dann aus dem Bus fegen. Ähnlich beim Anfahren. Es ist ratsam, rückwärts durch den Bus zu gehen, wenn der Fahrer versucht auf verstopften Straßen Lichtgeschwindigkeit zu erreichen. Mit Glück kommt gleich nach der Beschleunigung eine Kurve und mit noch mehr Glück landet man dann auf dem Schoß einer hübschen Frau. Allerdings, bei mir ist es immer so, dass zum Unglück noch Pech kommt. Das Unglück darin bestehend, nicht rechtzeitig halt an einer der zahlreichen Stangen zu finden und auf dem mit Pech überzogenem Fahrzeugboden mit dem Hosenboden zu landen.

Mir bleibt nur allen Pendlern einen angenehmen Überlebenskampf zu wünschen.

 

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

 

P.S.: Natürlich liegt hier die Dichtung nah an der Wahrheit 😉

 

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2 Kommentare zu Übelfahrt

  1. Helmut Siegler sagt:

    Nee nee die wurden hier in Indonesia geschult, ich wundere mich schon lange das man hier beim einsteigen in den bus keine koztuete bekommt, den kozen muessen viele bei der fahrweise

  2. Andrea sagt:

    Hach was würde ich mir morgens auf meinem Weg zur Arbeit solche Busfahrer wünschen….. Aber nein, ab Abfahrt Föhringer Ring von der A9 bis zur Kreuzung am Süddeutschen Verlag gehts da mit gerade mal 20 km/h und nichtmal an den Haltestellen kann man vorbei an den Bussen, weil die keine Buchten mehr haben, sondern auf dem Fahrstreifen zwischen Bürgersteig und Verkehrsinsel stehen bleiben müssen und das Umfahren der Verkehrsinsel ja auch nicht erlaubt ist…..
    Wenn man sich da nicht als Autofahrer an den Busfahrplan hält, ist man verratzt 😉

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