Kaffee um halb 6

neue Wege bringen neue Schwierigkeiten. Besonders beim morgendlich notwendigem Kaffee. Mein bisheriger Weg führte mich auf dem Weg zur U-Bahn direkt an einer Kaffeetankstelle vorbei. Aus dem Bus raus, im Halbschlaf in den kleinen Backshop und schon wurde ein schöner, wohlschmeckender, nicht zu heißer Milchkaffee bereitgestellt. Die Verkäuferinnen und Verkäufer kannten mich bereits und ich musste nicht mal mehr sagen als „Vielen Dank und einen schönen Tag“. Dann konnte ich gemütlich mit, zumindest im Winter, einem cofeinhaltigem Handwärmer die Rolltreppe rauf zum Bahnsteig schlurfen.

Doch jetzt ist alles anders. Ein neuer Weg, der zwar zu verschiedenen U-Bahnhöfen führt, doch die Möglichkeiten den Wachmacher zu bekommen sind schlecht. Station 1 hat bietet nichts. Somit besteht akute Gefahr einzuschlafen und die richtige Haltestelle zu verpassen.

Station 2 hätte auf Anhieb mal 2 Möglichkeiten. Doch die haben um diese „der-frühe-Wurm-kann-mich-mal“ Zeit noch geschlossen. Einen Tag später jedoch erkannte ich, dass ich nur zunächst die Straßenseite wechseln muss. Wie ein Zombie auf der Suche nach Hirn und „Brainnnn“ vor sich hin brabbelnd schleife ich meine müden Füße über den kalten Asphalt und Gehwegplatten mit weit aufgerissenen Augen, mein Ziel fest fixiert und „Kaffeeeehheeee“ vor mich hin raunend auf die Bäckerei zu. Mich auf das heiße Aufwachelixier freuend bitte ich den Verkäufer um einen Milchkaffee. Dann wurde ich schlagartig wach, nach dem mir der Preis genannt wurde. Immerhin 40 Cent über dem Preis, den ich bisher an meiner Stamm Kaffeetränke gezahlt habe. Egal, wird schon deutlich besser sein, bei dem Preis und meine Synapsen beruhigen sich wieder. Kaum gezahlt stand das Heißgetränk auch schon bereit. Noch ein Süßstofftab rein, gut umrühren und glücklich einen Kaffee zu haben, einigermaßen glücklich auf zum Bahnsteig.

Der erste Schluck. Erstaunen. Muss ein Irrtum der Geschmacksnerven sein. Ein weiterer Schluck. Noch will ich daran glauben, meine Rezeptoren auf der Zunge wollen mich foppen. Der dritte Schluck. Der Schock setzt ein. Das 20% teurere Getränk schmeckt um 50% schlechter. Ok, macht auch wach, aber etwas Genuss hätte schon sein dürfen.

Was bleibt? Weiter nach guten Weckern für die noch nicht wachen Lebensgeister suchen. Notfalls nochmal die Fahrtroute ändern.

Natürlich habe ich schon daran gedacht, mir von daheim einen Kaffee in einem Thermobecher mitzunehmen. Doch wie ich mich kenne, hätte ich den noch vor dem Einsteigen in den ersten Bus getrunken. Oder den Becher wegen nur auf Halbmast geöffneten Augen und im Ruhezustand befindlichem Hirn den Becher nicht richtig verschlossen, was dazu führen würde, das cofeinhaltige Heißgetränk überall hin zu verteilen nur nicht in meinen Magen. Schließlich bin ich ja schon froh, dass der Fremde morgens im Badezimmerspiegel sich widerstandslos rasieren lässt …

In diesem Sinne, genießt eure Wachmacher!

 

Bitte bleibt mir gewogen.

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

Über mich? www.marcussammet.de Da wird alles gesagt.
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Ein Kommentar zu Kaffee um halb 6

  1. Andrea sagt:

    Oh jee, was mußt Du leiden *köpfchentätschle*

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