Schaklin

Gestern fand ich auf Facebook einen Artikel, der davon berichtete, das die Schreibweise Schaklin wegen der gleichen Phonetik wie bei Jacqueline als Name beim Standesamt Eschweiler akzeptiert wurde. Jetz stell ich mir for, das alles geschrimne nur noch nach der fonetik geht. Kaum aussudenkn, was dabei an Sprachgut verlorn gehn würde.

Wenn schon zu der Zeit so bei den Standesämtern gehandelt worden wäre, zu der ich meinen Vornamen bekommen habe, dann würde ich wohl eher Makuss heißen. Das R in Marcus wird ja eher selten betont ausgesprochen, dafür das S am Ende betont.  Gut, für das C in meinem Namen musste 1967 schon meine Oma kräftig Argumentieren. Denn der Standesbeamte weigerte sich den Überlieferungen nach, Marcus mit C zu registrieren. Sein damaliges Argument war allerdings ein rein Phonetisches: Dann würde der Junge ja Marzus gerufen. Doch meine Oma war schlagfertig. Zu der Zeit gab es noch eine Menge Bäckereien und Konditoreien, die einen Ausschank betrieben. Fast jede hatte dafür den Zusatz & Café. Also konterte meine Oma mit: Aha. Nach Dienstschluß gehen Sie dann ins Zaffe? Der Legende nach, verlor der Mann kein weiteres Wort und trug meinen Vornamen mit C ins Register ein. Damals hat die Aussprache also noch zur richtigen Schreibweise geführt.

Ich frage mich, wie alt mag die Standesbeamtin in Eschweiler sein? Oder ist sie aus der „Scheiß-egal-Generation“? Gut, ich selbst muss zugeben, nicht der Rechtschreibkönig zu sein, doch ich versuche mich nach besten Wissen und Gewissen an die Regeln der Rechtschreibung zu halten. Nur bei meinem Pseudonym Mark Heide mache ich beim schreiben Ausnahmen. Als solcher schreibe ich im Ruhrpottdeutsch. Dialekt hamwa ja kein. 😉 Wie auch immer. Die Frage, die ich mir stelle ist: Warum hat die Frau so gehandelt? Mangelndes Selbstbewußtsein? Konnte sie den Eltern nicht entgegentreten und die Schreibweise ablehnen? Oder hatten die Eltern am Ende mit Gewalt gegen sie gedroht? Würde mich in der heutigen Zeit auch nicht überraschen, den (sorry, aber die Medien sind voll mit Berichten darüber) grad eher ungebildete Argumentieren gern mal mit Gewalt.

Wo soll das alles noch hinführen?

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer

Makuss 😛

Über Marcus Sammet

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4 Kommentare zu Schaklin

  1. Hi Markuss,

    dass es diese Standesbeamtin nur unter Androhung roher Gewalt tat, scheint nicht so abwegig, wenn man beobachtet, in welchen Kreisen scheinbar hochtrabende, intelligente Namen an die Kinder vergeben werden.
    Ist es doch so, dass bei bestimmten Namen sofort an die neuen Bundesländer oder an den Ruhpott gedacht wird. Noch schlimmer ist da der Bezug auf die sozialen Brennpunkte unserer Städte.
    Da denkt eine Annemarie Hinterdupfinger, sie gibt ihrer Tochter den Namen Jaqueline-Chantal-Veronique Hinterdupfinger, damit diese mit eben diesem bei Bewerbungen um Stellen im gehobenen Management ins Auge springt und somit mit Kusshand eingestellt wird.
    Leider hat sich längst gezeigt, dass Bewerber mit bestimmten Namen bereits im Vorfeld aussortiert werden und Absagen erhalten.
    Ok, auch meine Tochter hat keinen Allerweltsnamen wie ich, aber wenigstens paßt der durch kein Raster 😉

    Ganz liebe Grüße
    Andrea

  2. Schdeffi sagt:

    Lieber Makuss,

    da gebe ich dir absolut Recht? Ich habe keine Ahnung was mit der Standesbeamtin los war – eigentlich müsste man sich dafür „fremdschämen“. Doch ich vermute, dass die Dame wohl eher aus der Scheiß-Egal-Fraktion kommt, wobei natürlich die Bedrohung auch nicht ausgeschlossen ist – in der heutigen Zeit.
    Vor allem tut mir aber das arme Kind leid, wie peinlich ist denn so was???? Das mag zwar jetzt noch lustig sein, aber spätestens in der Schule wird es doch gehänselt. Und von den Lehrern mal ganz zu schweigen. Wer in der Schule nicht in eine bestimmt Schublade passt, hat eh verloren. Das zeigt sich ja auch am Name Kevin – diese Kinder werden ja, laut Studie, von den Lehrern eher benachteiligt…

    Lieben Gruß
    Schdeffi

  3. liselotterie sagt:

    Na prima. Dann könnte ich meine Söhne auch Makuss und Ärick nennen … heute.

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