Salsa und einsame Glitzis

Gestern war es dann endlich wieder soweit, Salsa-Party! Über mehr als sechs Wochen habe ich aufs Tanzen verzichtet. Nicht nur das tanzen, nein, Salsa cubana im Besonderen. Um so größer die Vorfreude, weil meine Hemden, die ich gern zum Salsa anziehe, durch die vergangene Kur deutlich besser passen. Den ganzen Samstag darauf gefiebert, dass es endlich Abend wurde. Dann war es soweit, meine Frau packte ihre sehr leckere, wenn auch seeeehr Cachaça haltige Ananasbowle und ich sie sowie die Tanzschuhe ins Auto und los gings. Nach knapp 20 Minuten Fahrt über die freie Autobahn kamen wir pünktlich zum Schnupperkurs in Holzkirchen an. Die letzten Tanzbegeisterten vom Bacchata-Kurs vorher verließen eben die Tanzfläche. Chef und Tanzlehrer verschwand hinter der Bar und legte die erste Salsamusik auf. Freudiges Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten. Es folgte eine dreiviertel Stunde Schnupperkurs, der für meine Frau und mich nur das Üben der fast vergessenen Figuren sein sollte. Um 21 Uhr legten wir dann richtig los. Ich kann euch nicht sagen, wie gut das tat, endlich wieder zu toller Musik zu tanzen. Die Stimmung war ausgelassen, die hochprozentige Bowle meiner Frau tat ihr Übriges dazu. Allerdings musste ich noch fahren, also hielt ich mich natürlich zurück. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und dann kam etwas Glitzerndes in den Saal. Glitzernd, schillernd und einen kräftigen Duft von Wacholder und Lavendel verströmend betrat Glitzi die Tanzfläche. Alle anwesenden Männer, die sie bereits kannten, suchten nach Fluchtmöglichkeiten. Doch hätte es wiederrum bedeutet, die eigenen Tanzpartner, wenn nicht gar Ehefrauen zurückzulassen. Es hieß also tapfer bleiben und darauf zu hoffen, dass im richtigen Moment die richtige Musik gespielt wurde. Fast jeder Mann dort hatte bereits das zweifelhafte Vergnügen mit diesem glitzernden Wesen zu tanzen. Wobei, tanzen, wäre übertrieben. Glitzi hielt sich für eine Tänzerin. Denkt sich mehr oder weniger aufreizend wenn nicht gar erotisch zu bewegen. In ihrer berüchtigten Gin geschwängerten Art und Weise versuchte sie ein neues Opfer dazu zu bringen, mit ihr zu tanzen. Auch dieses widerwillige Opfer erkannte sehr schnell: Tanzen ist das nicht. Bestenfalls ein darauf achten, das Glitzerblingblinghicks nicht umfällt, wenn es sich zu schnell dreht.

Nun, diese Frau ist gerüchteweise eine Nette. Nur leider hat sie einen ziemlichen Hang zum Glas zu viel Gin. Dies bedeutet, dass alles angetanzt wird, das halbwegs nach Mann aussieht, ausgenommen ihrem eigenen, falls dieser dabei ist. Zu ihrer Ehrenrettung muss ich tatsächlich sagen, sie ist nüchtern betrachtet lieb und eher zurückhaltend. Über die mir eher unter der Hand angedeuteten Gründe für den Hang zur hochprozentigen Wacholderschorle lasse ich mich hier nicht aus.

Bitte bleibt vorsichtig mit dem Alkohol. Viele Leben wurden durch ihn schon zerstört, so manch einer musste wegen dem übermäßigen Genuss eines anderen sein Leben lassen. Ich rede von den Vollpfosten, die stark alkoholisiert noch selbst Auto fahren. Abgesehen davon bleibt nach einem Rausch nur die hohe Rechnung. Entweder auf dem Deckel in der Wirtschaft oder die des Anwalts, der dann und wann auch Petrus heißt und vor der Himmelstür wartet.

Achtet auf euch und bleibt mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

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