Magnum?

Nein, nicht das Eis. Der hawaiianische Privatdetektiv aus den 80ern. Vor einiger Zeit saß er mir gegenüber. Wo? Nicht im Fernsehen, in der U-Bahn. Das Persönlichkeitsrecht verbat mir, ein Foto zu machen. Aber alles passte. Schnurrbart, Hawaiihemd, Goldkettchen, alles. Sogar das Haar war dauergewellt. Nicht nur ich konnte mir ein grinsendes schmunzeln nicht verkneifen. Alle anderen, die ihn bewusst wahrgenommen hatten, ebenfalls nicht. Nun, der Typ war bald wieder vergessen. Bis auf letzten Donnerstag. Da war der Typ wieder in der U-Bahn. Aber nicht als Magnum. Diesmal wohl als Prototyp eines Machos. Also zumindest ich stell mir so einen genau so vor. Hemdkragen über den Kragen der Jeansjacke geschlagen. Die obersten drei Hemdknöpfe offen. Um den Hals mehrere Ketten, nicht Gold. Sollten wohl Silber simulieren, vielleicht auch Platin. Wirkten aber wie Meterware aus dem Baumarkt. Enge Jeans und an den Füssen weiße Lederschuhe in Schlangenhautprägung. Sitzt natürlich so da, als hätte er Kronjuwelen, die groß und schwer sind, wie Straußeneier. Wieder konnte sich rund um mich herum kaum jemand das grinsen verkneifen. Allerdings störte der sehr weiblich wirkende Regenschirm die Optik. Die Art wie er diesen hielt ebenfalls. Aber ich glaube, ich werde genau diesen Typen in einem meiner Krimis zum Mörder machen. Dazu taugt er sehr, immerhin tötet er schon jegliche Geschmacksnerven.

bleibt mir gewogen!

Marcus Sammet (Hobby -Autor, -Koch, -Fotograf)

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