O‘ kotzt is!

Kotz dich frei, Spaß dabei könnte ich auch sagen. Es ist wieder Wiesn-Zeit. Das Oktoberfest 2014 hat am letzten Samstag angefangen. Bis zum 5. Oktober heißt es für mich mal wieder am frühen Morgen zu hoffen, nicht unabsichtlich in eine große Pfütze Erbrochenem zu treten. Gestern, am Sonntag konnte mir das nicht passieren, da war ich mit eigenem Auto unterwegs und das fern jeder Oktoberfestelei. Doch heute Morgen, ich bin um 5:17 Uhr (ausrechnen müsst ihr selbst!) in den Bus gestiegen. Noch alles gut, hatte ich auch nicht anders erwartet. Im Bus blieb ich auch die letzten Jahre verschont.
Doch am U-Bahnhof angekommen sah das schon ein wenig anders aus. Ein leicht säuerlicher Geruch lag in der Luft. Also den Blick vorsichtshalber streng auf den dunklen Boden richten und nach Tretminen der Festbierigen Art suchen. Keine zu sehen, aber nach wie vor zu riechen. Dann mache ich zwei davon an der Mauer des Bahnhofgebäudes aus. Ohne dem Erkotzer darin liegend aufzufinden, immerhin!
Um gegen 5:35 Uhr (na, rechnet ihr wirklich aus?) erstand ich meinen morgendlichen Kaffee und ging in aller Ruhe zu Rolltreppe, die mich hoch zum Bahnsteig befördern sollte. Das tat sie auch zuverlässig. Die Erfahrung der letzten Wiesn-Jahre mahnte jedoch zu erhöhter Wachsamkeit im Bereich des Rolltreppenendes. Nein, keine weiteren Brechseen. Die U-Bahn stand bereit, doch es war keine Eile geboten, die offizielle Abfahrt hatte noch rund sechs Minuten Zeit. Also mit dem wachsamen Holzauge bis zu meinem Wunschabteil vorgehen. Wie erwartet gab es auf einer Bank einen schlafenden Wiesnbesucher. Um ihn herum alles sauber, was mich ein wenig erstaunte. Keine Scherben vom zerbrochenen Maßkrug, keine leere Bierflasche, kein Mageninhalt, der nun außerhalb des Körpers frieren muss. Etwas weiter lag dann am Geländer, das vor dem Absturz von der Brücke, auf dem sich der Bahnhof befindet, schützt liegt ein weiter Oktoberfest Überlebender. Hemd aus der Hose, nur einen Schuh tragend, aus dem offenen Mund schnarchend und sabbernd hält er seinen Wiesnmaßkrug wie manch ein Kind sein Stofftier im Arm umklammert. Nicht nur ich muss bei diesem Anblick grinsen.
Wie viel Maß Bier des diesjährigen Jahrgangs Festbieres sind wohl für diesen Zustand nötig? 5, 6? Oder gar sieben bis acht? Noch mehr? Auf jeden Fall war es teuer. Eine Maß Bier kostet dieses Jahr bis zu 10,10 €. Wobei, in jedem guten Biergarten ist eine Maß auch eine Maß und somit ein ganzer Liter Bier. Auf der Wiesn kann die schon mal nur 0,7 Liter sein. Somit kostet der Liter bis zu 14,40 €. Ausschlafen auf Parkbänken, U-Bahnhöfen, Bürgersteigen und an Hauswänden inklusive. Egal, rund gerechnet sind 6 Maß Festbier 60 €. Mit dieser Summe bekomme ich meinen Tank immerhin zu 3/4 voll. So manch Wiesn-Besucher seinen Magen leer.

Die nächsten Wochen werde ich täglich aufpassen, nicht über Festleichen zu stolpern, um in Kotzseen zu fallen. Wie schlimm es ist, könnt ihr auf dieser Webseite sehen. Aber Achtung, nichts für empfindliche Mägen!

Bitte haltet euch zurück, genießt die Wiesn nicht im Übermaß. Habt Spaß, seid lustig, gönnt euch ein paar schöne Stunden, aber erkennt eure Grenzen!

 

Bleibt mir bitte obendrein gewogen!

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

Über mich? www.marcussammet.de Da wird alles gesagt.
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