Morgens um halb sechs

Solche Freitage liebe ich. Aufstehen, ins Bad schlurfen, hinsetzen und gleich wieder aufspringen, weil die Schüssel eiskalt ist. Warum ist die eiskalt? Weil ich nicht nur den Deckel sondern auch den Sitz hochgestellt habe. Beim Haarewaschen am Waschbecken der nächste Schock, versehentlich den Mischhebel beim tasten nach dem Shampoo auf kalt verdreht. Eiskalt! Gut, der Rest des allmorgendlichen Pre-Work-Rituals verläuft wie gewohnt. Langsam wird es Zeit, das Haus zu verlassen. Wenige Meter später endecke ich einen Porsche 911. Nicht so außergewöhnlich, stimmt. Aber es brennt noch das Licht, vom Fahrer weit und breit keine Spur. Nicht mal Licht in den Fenstern der Häuser in unmittelbarer Nähe. Naja, will ja freundlich und hilfsbereit sein, also schlag ich mit einem Pflasterstein die Scheinwerfer und Rücklichter ein. Nicht das später die Batterie leer ist. Bei den Rücklichtern schau ich lächelnd auf das Kennzeichen: MÜ DE 1000.

Ja, müde war ich auch, bis die blöde Alarmanlage des 911er losging. So was Nerviges. Also werfe ich den Plasterstein durch die geschlossene Scheibe der Beifahrerseite, entriegel die Tür und reiße die Kabel unterm Armarturenbrett hervor. So ein Durcheinander, sag ich euch! Fast alle Farben vertreten, wie soll man da das Richtige finden? Also Taschenmesser raus und vorsichtshalber alle durchtrennen. Dummerweise erzeuge ich damit einen Kurzschluß, es riecht nach verbranntem Plastik. Aus der Haube vorn steigt Rauch auf. Natürlich hab ich keine Ahnung, wo die Haubenentriegelung ist, also greife ich zu einer Brechstange, die auf dem Rücksitz liegt und hebel die Haube einfach auf. Dabei war ich erstaunt, wie leicht sich da Löcher in das Blech bringen lassen. Nun, endlich war das Teil auf und ich erkenne gleich: Das war ein Fehler! Der einströmende Sauerstoff sorgte für eine Stichflamme und der schicke Porsche stand in Flammen. Immerhin, im Fußraum des Beifahrer hatte ich einen Feuerlöscher gesehen. Schnell hole ich den und schaffe es sogar, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Verwunderlicherweise ist niemand der Nachbarn wach geworden. Die Zeit meinen Bus zu bekommen wurde auch langsam knapp. Trotzdem, eine Nachricht zu hinterlassen, wäre wohl das Mindeste. Ich schreibe also einen Zettel und will den unter den Scheibenwischer klemmen. Allerdings war der durch die Flammen vorher angeschmolzen und war nun fest mit der Frontscheibe verbunden. Da fiel mir ein, das ja vorn noch die Brechstange sein musste. Kurzerhand ramme ich das Ding durch den Zettel, bemerke aber zu spät, das die Stange auch gleich durchs Dach ging. Was solls, wichtig war, das der nicht einfach wegfliegt. Groß war der Zettel sowieso nicht und ich hatte nicht mehr Platz, als zu schreiben: Licht war an!

Na, ich hoffe, ich hab euch ein wenig vor dem Wochenende erheitern können. Apropos heiter! Vor einiger Zeit habe versprochen, das es wieder ein Gewinnspiel gibt, sobald die 77.777 Besucher meines Blogs erreicht sind. Aus diversen Blogartikeln habe ich 2014 ein Buch gemacht, wer mir diesen Buchtitel bis Sonntag 12:00 Uhr an gewinnspiel@marcussammet.de mailt, der gewinnt ein Solches plus einer kleinen Überraschung.

Viel Glück!

Bitte bleibt mir gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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2 Kommentare zu Morgens um halb sechs

  1. Na, was Dir mal wieder so passiert ist. Und welche Farbe hatte der Porsche?
    Lächel
    Ich schicke Dir mal einen lieben Gruß rüber,
    Annette

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