Fliegeralarm in der Nacht

Was könnte es schöneres geben, als gemütlich in die Bettdecke gekuschelt im Traumland umher zu schweben? Nur wenig. Doch wie das mit dem Unterbewusstsein so ist, es muss sich einmischen. Irgendwoher tropft es, diese Tropfen werden größer und bilden einen Rinnsal. Wenn du dann noch weiter schläfst und nicht schlafwandelnd zur Toilette tapperst, dann wird aus dem Rinnsal ein Bach, ein Wildbach, um genau zu sein. Spätestens hier mischt sich eine Stimme in den Traum ein und erinnert dich daran, dass es da was mit Wasser gibt, das ablaufen sollte. Weils so gemütlich ist und rauschendes Wasser ja doch eine gewisse Faszination hat, bleibst weiter in deinem Traumland. Doch der Wildbach wird zu einem reißenden Fluss, Keller laufen mit Wasser voll, Gullis laufen über und unterhalb des Bauchnabels schmerzt das kalte Wasser in dem du nun stehst.

Augen auf!

In der Dunkelheit an diversen Hindernissen aneckend zum Klo geschlichen und einen Wasserfall produzieren. Erleichterung macht sich breit, dass kein Unwetter im Traumland tobte, sondern nur die Blase voll war. Ballast abgelassen, Hände gewaschen und wieder ab ins warme, heimelige, kuschelige Bett. Die Augen geschlossen und die Bilder aus dem Traum zuvor nähern sich vorsichtig. BSSSSSssssssssssssss

Wach.

Fliegeralarm ausgelöst durch eine Mücke. Millimeter groß nur und in der Dunkelheit nicht auszumachen, es sei denn, sie schwirrt direkt über deinem Ohr. Während diesem hochfrequentem, aggressivem Surren habe ich natürlich wild um mich geschlagen. Achja, nebenbei, Schatz? Das du so gut geschlafen hast, lag am nächtlichen Kinnhaken. Tut mir leid. Ehrlich! Aber weiter im Geschehen. Minutenlang liege ich mit offenen Augen auf dem Rücken im Bett. Die Ohren in Radarposition und auf jedes Husten der Spinnen unterm Bett achtend. Nichts. Kein neuer Angriff aus der Flugfraktion. Die durchs Auge ins Hirn dringende Dunkelheit vermittelt meiner Kommandozentrale: Nacht. Schlafen. Basta! Die Rollläden über den Augen schließen sich und das warme, weiche Bett BSSSSSSSssssssssss

Wach. Augen auf.

Erneut reflexartiges um sich schlagen. Blaues Auge beim Schatz im Bett nebenan. Schon wieder Fliegeralarm. Warum kann dieses kleine, lästige, fliegende Vieh mit einem Gehirn, das nur unter einem Elektronen Raster Mikroskop überhaupt erkennbar sein würde in der Dunkelheit der tiefschwarzen Nacht besser sehen als ich? Warum muss dieses lästige Ding überhaupt ausgerechnet bei mir auftanken? Kann es sich nicht am Körper nebenan voll laufen lassen? Ach ja, wer Interview mit einem Vampir gesehen hat, der weiß, das Blut von Toten doch eher tödlich sein kann für die nachtaktiven Flugmonster.

Eines ist sicher, wenn ich heute nach Hause komme, im Bus nicht die letzte Busstation verschlafe und im Busdepot übernachte, dann kann sich das Viech auf was gefasst machen!

Bitte bleibt mir gewogen

Euer
Marcus Sammet

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kurioses, Lustiges, Marcus Sammet abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.