Die Wiesn und die Kölner

Vorsicht, folgender Beitrag bezieht sich auf diesen Artikel und enthält sarkastische Ironie. Nicht alles ist ernst gemeint und das ist mein voller Ernst.

De kölsche Klüngel… OK, Achtung outing! Ich komme aus dem Ruhrpott. Mitten raus. Recklinghausen/Bochum. Brauereien mit Pilsener Braukunst zu Hauf. Klasse Biere, wenn sie nicht aus Dortmund sind. Dann und wann mochte ich damals gern mal ein Kölsch. Nicht das Zeug was es im Getränkehandel gibt, sondern direkt in Köln bei den Hausbrauerein. Lecker, erfrischend. Serviert im Reagenzglas. Einen Köbes (Wirt) hab ich mal herausgefordert: Bei dem Durst den ich habe, läufst dir mit den Schnapsgläsern die Füße wund. Meint der, wenn du so schnell trinken kannst, wie ich bringen, dann zahlst nix. Fazit: ich war besoffen und schaffte das letzte volle Glas vor mir nicht mehr.
Ähnliches in Düsseldorf. Hervorragende Altbiere (dunkel, malziger, süffiger als Kölsch) und die Gläser fassen immerhin 0,3 l. Rund um guter Service, auch hier wird schneller ein frisches geliefert als du bestellen kannst. Von Häme über andere Biere keine Spur. Leben und leben lassen. Typisch Ruhrpott, typisch Düsseldorf.
Aber!
Um bei den Kölnern überhaupt punkten zu können, musst schon 50 Jahr VOR deiner Geburt in Köln gelebt haben, musst den kölsche Dialekt (hat was vom marsianischen) beherrschen und ab 11.11. bis Aschermittwoch karnevalistisch dauerbescheuert sein. Das Hirn und deine Alltagskleidung gibst bei der Pforte des Karnevalvereins um die Ecke ab. Dann und wann passiert es halt, der Süd-Schwede – der hinter dem Weißwurst Äquator lebt – wandert aus und sucht sein Asyl in Bayern. Häufig halt in München und Umgebung. So auch ich bereits im letzten Jahrhundert. Das erste was auffällt: Getränke werden in richtigen Gläsern von mindesten einem halben Liter Inhalt serviert. Besucht man ein Volksfest, geht dort nichts unter einem Liter, also einer Maß. Man steht auch nicht allein an einer Theke oder um einen Kneipentisch herum. Es wird sich gesellig an einen Biertisch zu Wildfremden gesetzt, von denen selbst der preißigste Preiß herzlich aufgenommen wird. Natürlich muss er dann einiges an Preiß’n Witzen ertragen werden, aber g’suffa wird zusammen.

Doch dann kommt die. Die aus Köln.
Echt jetzt, wenn sich so eine über das supergute, sehr leckere bayerische Festbier beschwert, weil sie es gewohnt ist aus Schnapsstamperl ihr Bierchen zu schnupfen, dann sollte euch Bayern das in keiner Weise beleidigen. Ich mein, so ein Kölsch bekommt seine Farbe aus rostigen Zapfhähnen. Noch dazu hat Rheinwasser nun wirklich nichts mit reinem Wasser gemein. Wenn diese Zuagroaste ihren Drecksumpf in den Kneipen vermisst, dann schickts einfach des Nachts auf die Kotzwiesen. Nebenbei, dieses am Boden festpappen gibts nur in Köln und liegt am Hochwasser das einen Haufen Dreck in die Kölschkneipen spült und wo nur das Rheinwasser abläuft. Der Rest bleibt einfach liegen. Sie kann mit sauber einfach nichts anfangen.
Bietet ihr also bitte koa sauberne Maß Bier und koa sauberne Brotzeit o, sondern a sauberne Watschn.
Jetzt mal ehrlich, da beschwert sich diese Person über die Maß Bier, darüber das im hitzigen Festzelt das geschmacksnerven schmeichelnde kühle Nass zu schnell warm wird. Habt ihr mal das Foto angesehen? Eine Kölnerin im Dirndl. Möchte wetten, dass sie die Schleife ihrer Schürze falsch gebunden hat, schon weil sie es nicht besser weiß. Noch dazu regt sich dieses Funkenmariechen über die Enge (Busen hoch gequetscht) des Dirndl auf. Sie hat vollkommen vergessen, dass sie in München lebt und nicht in Köln. Für die Wiesn muss sich nun mal niemand verkleiden wie im Kölner Karneval. Wer aus Bayern kommt geht gern in Tracht. Wer nicht, sollte dies auch nicht tun. Aber so ein Funkenmariechen, das ab 11.11. halbnackt die Beine in die Luft streckend und dabei ihr unreinweißes Höschen feilbietet, muss sich natürlich verkleiden.
Mein Tipp: ignorieren. So lange bis sie selbst glaubt nicht zu existieren. Die wird schon wieder von der Bildfläche verschwinden.

Bitte bleibt mir gewogen, übertreibts nicht auf der Wiesn und kippts oan, zwoa Maß übers – äh, aufs – wegen des Funkenmariechen.

Euer
Marcus Sammet

 

PS: Hier noch mal der vollständige Link zu dem piep-piep-piep-Artikel:
http://www.focus.de/regional/muenchen/oktoberfest/oktoberfest-in-muenchen-eure-mass-schmeckt-wie-pisswarmes-brackwasser-darum-trinke-ich-lieber-koelsch_id_7607207.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online&fbc=facebook-focus-online&ts=201709181959

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