Morgens vor 6 Uhr

und da sind sie auch schon, die Personen, die ich tagsüber schon nicht vor dem 20. Kaffee ertrage. Wer kennt das nicht, da hast eine Nacht mal nicht so gut geschlafen, gehst vom Wecker aus dem Schlaf gerissen ins Bad und erschrickst vor dem Fremden dort im Spiegel. Selbstironisch wie ich dann sein kann grins ich den Typ an und murmel: OK, ich kenn Dich nicht, aber ich rasier Dich trotzdem. Wenn die Morgentoilette endlich erledigt ist, geht’s schlurfend weiter zum anziehen. Natürlich sind die Socken auf Links gedreht. Danach noch die nötigen Medikamente einwerfen, wobei ich mich natürlich verschlucke. Blick auf die Uhr und feststellen, das nicht genug Zeit ist, noch Brote für die Pause herzurichten. Also ab zum Bus. Der hat selbstverständlich Verspätung. Nicht viel, nur knapp eine Minute. Doch die kann entscheidend sein; heute Gott sei Dank nicht. Dann der erste Lichtblick, die nette Bäckersfrau bereitet mit einem Lächeln den Kaffe und heute ist der sogar gratis, die Bonuskarte ist vollgestempelt. Ah! Wird doch noch ein guter Tag? Zucker und noch einen Schuss kalte Milch in den Kaffe und ab zur U-Bahn. Die kommt fährt pünktlich los. Die Routine am Morgen hat mich wieder. Bis zur übernächsten Station. Da steigt einer von denen ein, die ich keinesfalls vor dem ersten, schon gar nicht während des ersten und eigentlich nicht mal nach dem zwanzigsten Kaffee ertragen will. Dabei ist es kein unsympathischer Mensch. Nur so übermäßig nett. Eben weil so nett, will er mir ein Gespräch aufzwängen. Das, wo ich um diese Zeit nur wenig kommunikativ bin. Also versuche ich auch nett zu sein und lächel zurück und tu zumindest so, als würde ich zuhören. Aber nur so tun als ob geht dann doch wieder gegen meinen Charakter. Somit reagiere ich zumindest auf die Schlüsselfragen. Dann endlich die Zielhaltestelle. Glücklicherweise läuft er nicht die Rolltreppen hoch, somit bekomme ich Abstand und kann in meinem morgendlichen Dämmerzustand zurück. Doch was passiert? Kaum ums Eck und das rettende Bürogebäude in Sicht taucht der Nächste auf, der nach keinem Kaffee der Welt zu ertragen ist. Auch der kein böser. Nur penetrant, wenn der was braucht. Und er braucht. Bald. Am besten gehe ich gleich mit ihm in sein Büro. Natürlich wimmel ich den erstmal ab, es gibt anderes, was zur morgendlichen Routine gehört und er erledigt werden muss. Aber danach… Naja, also hin und sein Problem lösen. Selbstverständlich eine Kleinigkeit, die der auch selbst hätte richten können. Naja, Aufgaben sind klar verteilt und ich gehöre nun mal zum First-Level-Support oder auf deutsch, zum Ersthelfer in IT-Angelegenheiten.

 

Ich brauch jetzt meinen zweiten Kaffee. Dann kann von mir aus der (Arbeits-)Tag anfangen.

 

Bleibt mir gewogen!

Marcus Sammet (Hobby -Autor, -Koch, -Fotograf)

 

Über Marcus Sammet

Über mich? www.marcussammet.de Da wird alles gesagt.
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2 Kommentare zu Morgens vor 6 Uhr

  1. Kattie sagt:

    Das kenn ich auch. Bei mir meinen die Arzthelferinnen auch immer eine schicke blau-grüne Farbe – grosszügig verteilt – stehe mir besonders gut am Arm. *aua*

  2. Anika sagt:

    Dazu fällt mir nur eins ein AUTSCH 😀

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