Abgeschossen – Advents-Fortsetzungsgeschichte 1

Heute geht es also los, die kleine Fortsetzungsgeschichte. Verbunden mit einem kleinen Gewinnspiel. Achtet auf die Buchstaben, die in Klammern gesetzt sind und notiert sie euch. An jedem Adventssonntag gibt es ein Lösungswort.

Beispiel: (A)bgeschossen – Advents-Fortsetzungsgeschichte.

Alle vier Wörter könnt ihr dann am 24.12. an die dann genannte Mailadresse senden. Die Lösung mit Gewinner wird am 26.12. bekannt gegeben. Jetzt gehts los, viel Spaß!

Marcus Sammet

Abgeschossen

© Marcus Sammet, München

Piep, piep, piep. Dieses nervige, konstante Gepiepse drang wie durch eine W(a)nd aus Watte ins Bewusstsein von Mark Haller. Es hörte einfach nicht auf. Unaufhörlich. Nur ab und zu gab es einen etwas längeren Piepser, meist gefolgt von einer kleinen Pause. Mark versuchte die Augen zu öffnen, doch der Versuch misslang. Es blieb (d)unkel, so sehr er sich auch anstrengte. Er hob die Hand, um sich übers Gesicht zu fahren, doch die erwartete Berührung blieb aus. Hatte er überhaupt die Hand gehoben? So ganz sicher war er sich nicht. Selbst der Versuch, die Stirn zu runzeln scheiterte. Was war nur los? Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, hörte er Stimmen und Schritt(e).

„Noch liegt er im künstlichen Koma, wir konnten ihn auch noch nicht operieren.“

„Wann wird es soweit sein? Wir müssen ihn unbedingt vernehmen.“

„Schwer zu sagen. Insbesondere die Schwellung im Kopf muss nachlassen, sonst können wir die Kugel zwischen seinen Hi(r)nhälften nicht entfernen. Auch die knapp über seinem Herzen macht uns große Sorgen. Sein Körper fängt an, beide einzukapseln, also mit Gewebe zu überziehen. Von daher müssen wir bald operieren. Doch in seinem momentanen Zustand ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, das er die OP nicht überlebt.“

„Gut. Informieren Sie mich bitte umgehend, wenn sich etwas an seinem Zustand ändert.“

„Ja, machen wir.“

In Mark schrillten die A(l)armglocken. Koma! Er konnte alles hören, was gesagt wurde. Sie mussten doch mitbekommen, dass er fast wach ist. Der Versuch zu schreien, nach den Leuten zu rufen, schlug fehl. Nichts geschah. Er blieb regungslos und stumm.

Dann eine fast zärtliche Berührung. Ein weiches Tuch, feucht offenbar, wischte sanft über sein Gesicht. Eine Krankenschwester wusch ihn. Das Gefühl, dass jem(a)nd ihn umsorgte, ließ ihn wieder ins Koma versinken.

Piep, piep, piep. Das Geräusch des EKGs drang erneut zu Mark Haller durch. Diesmal war ihm sofort klar, was mit ihm los war. Was auch immer geschehen war, er lebte. Er konnte denken. Das Gespräch der Männer, das er mitgehört hatte, kam ihm wieder in den Sinn. Eine Kugel im Kopf, eine im Brustkorb. Wie konnte er das überleben? Was sagte der Arzt doch? Zwi(s)chen den Hirnhälften und knapp über dem Herzen? Wieviel Glück braucht ein Mensch, das zwei Kugeln ihr eigentliches Ziel verfehlen? Doch warum wurde auf ihn geschossen? Haller versuchte, sich zu erinnern. Bilder aus seiner Kindheit tauchten auf. Aus seiner Jugend, der erste Kuss, die erste Schlägerei. Ein Autounfall mit 25. Das Besäufnis zu seinem 30. Geburtstag. Besäufnis, ja, da war doch was. Der Geburtstag eines Freundes. Die Erinnerung kam langsam. Fast so, als würde er sich einen alten Super8-Film ansehen. Undeutlich, verschwommen, flackernd. Eine lange Theke, laute Musik und seine Freunde. Peter, Herbert, Anton, Manfred und Jürgen. Es gab reichlich Schnäpse, viel Bier und viel zu schnell wurde getrunken. Mark wollte nach Hause und sich ein Taxi rufen lassen. Manfred und Jürgen fingen an, ihn aufzuziehen.

„Fahr doch (s)elbst! Wird schon schiefgehen“ lallten sie ihm entgegen.

—————– Fortsetzung folgt ——————–

 

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4 Kommentare zu Abgeschossen – Advents-Fortsetzungsgeschichte 1

  1. Ann-Kris sagt:

    Freu mich auf Morgen,
    das wird ja noch spannend hier

    LG Ann-Kris

  2. Erika Frei sagt:

    Das wird ja eine ganz spannende Sache!!! Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Sonntag!!
    Saludo Erika

  3. Manuela Hahn sagt:

    da verrätst du ja noch nicht viel, ein paar Eckdaten, aber nichts wesentliches. Ich bin ja mal gespannt wie es weitergeht

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