Mütter, Kinder und SUVs

Ich bin jetzt nicht unbedingt der Typ, der über Frau am Steuer lästert. Auch nicht über Mütter am Steuer im Besonderen. Doch das Erlebnis von gestern, das einen Anschlag gleich kam, lässt mich an meiner Einstellung zu Frauen und Müttern am Steuer zweifeln.

Da gehe ich nun friedlich und nur mit wenigen Mordgedanken für meinen nächsten Krimi eine sogenannte Fahrradstraße entlang. Das ist ein Verbindungsweg, der speziell für Radfahrer und Fussgänger geschaffen wurd. Natürlich wird dieser von normalen Straßen gekreuzt, jedoch mit Stop-Schildern für den Verkehr dort. Sozusagen freie Fahrt für die Radfahrer und Fußgänger. Zügigen Schrittes komme ich nun an so eine Kreuzung und höre schon, das ein Fahrzeug herannaht. Nicht gerade langsam, aber das Ohr kann sich auch täuschen, daraum verzichte ich hier auf Spekulationen zur gefahrenen Geschwindigkeit. Da dieses Fahrzeug zwar zu hören, aber noch nicht zu sehen war, nahm ich mein Recht zur „Vorfahrt“ in Anspruch und betrat diese Kreuzung und hörte recht deutlich einen Motor schnell näher kommen und ein ansprechendes ABS. Wie man das hört? Räder blockieren, laufen frei, blockieren… auf etwas feuchter Fahrbahn rutschen dann die Reifen ein wenig und das macht dann die charakteristischen Geräusche eines ABS noch deutlicher.

Recht überrascht und ein wenig geschockt schaue ich zu dem Fahrzeug, ein SUV aus dem Hause mit den Buchstaben Vau und Weh mit der Typbezeichnung Tuareg. Dieses kam dann so gut einen oder eineinhalb Meter vor mir zum stehen. Darin sitzend eine Frau, wild entschuldigend mit den Händen fuchtelnt und ein Kind, das sich wieder in eine bequeme Sitzposition auf dem Beifahrersitz brachte. Ich schätze mal keine zehn Jahre alt. Noch während all das von mir wahrgenommen wird, gibt die Frau wieder Gas, jedoch wurde ihr Gott sei Dank gleich wieder die Funktionsweise eines Bremspedals bewusst. Doch jetzt trennten mich vom Kühler nun noch zehn bis fünfzehn Zentimeter, die gefühlt nur wenige Micrometer waren. Wieder ein aufgeregtes, wohl entschuldigendes Gefuchtel mit den Armen und Händen. Dazu ein offensichtlich verschrecktes, und wie ich erst jetzt bemerkte, nicht angeschnaltes Kind vom Beifahrersitz. Jetzt konnte ich nicht anders, ich musste meine in mir aufkeimende Wut rauslassen und ging zur Fahrertür, riss sie auf und konnte eine gewisse erhöhte Lautstärke nicht vermeiden, als ich folgende Worte rauslies, die in etwas folgenden Inhalt hatten:

„Ist es so schwer trotz enorm vieler elektronischer Systeme im Auto das eigene Hirn zu benutzen? Und dann noch das ungeliebte Gör das wohl kaum zehn ist nicht anzuschnallen? Ja, ungeliebte Gör, denn offensichtlich warten sie ja nur darauf, das es bei einer Vollbremsung durch die Scheibe fliegt und drauf geht. Man sollte Ihnen wegen Unfähigkeit am Straßenverkehr teilzunehmen den Führerschein entziehen“

und schlug die Tür wieder zu, ging mit einer wischenden Handbewegung vor meinem Gesicht um das Fahrzeug und setzte meinen Weg fort. Während ich meinem Ärger verbal an dieser unfähigen Mutter auslies nahm ich noch ein „Der Gurt schneidet am Hals“ wahr, jedoch wurde mir erst bewusst, was sie von sich gegeben hatte, als ich mich schon einge Meter entfernt hatte. Ich nahm noch wahr, das die Frau ausstieg und mir hinterher rief, das ich warten solle, was ich mir erlauben würde. Ich nahm auch noch wahr, das auch das Kind ausstieg und mit weinerlicher, wütender Lautstärke zu seiner Mutter schrie:

 

„Ist das wahr, was der Mann sagt, Du magst mich nicht?“

 

Auch wenn ich da einen Familienstreit angezettelt habe, dieses Kind zumindest wird künftig mindestens angeschnallt sein und hoffentlich dann auf dem Rücksitz sitzen.

 

Schönes Wochenende und Augen auf im Verkehr, die Fehler anderer sind oft tödlicher als die eigenen!

 

Bleibt mir gewogen!

Marcus Sammet (Hobby -Autor, -Koch, -Fotograf)

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