Rauchfrei

Seit einiger Zeit gibt es das Rauchverbot. In Bayern etwas verstärkter als anderswo, aber überall gleich ist das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden. In Schulen, Behörden und in Bahnhofsgebäuden. Bei Letzteren sogar auf Bahnsteigen, selbst wenn diese vollständig im Freien sind.

Lange Zeit hielten sich die Nikotinsüchtigen und auch Nikotingenießer (soll es ja auch geben, das jemand Gift genießt) zumindest an das Rauchverbot im Bahnhofsgebäude. Bis vor ein paar Wochen. Da fiel mir jemand auf, der an einem Tisch des Stehcafés rauchte. Dieser Tisch steht zwar direkt an der Eingangtür, der Dunst könnte zwar theoretisch sofort nach draußen gelangen, doch wie so Qualmschwaden sind, sie machen, was sie wollen. Ab diesem Zeitpunkt hieß es für mich: Tür auf und Luft anhalten, bis ich beim Bäcker drin war.

Die Überlegung war da, etwas zu sagen. Doch was bringt die Diskussion? Schlechte Laune für mich, dummes Grinsen des rebellischen Rauchers. Also gute Mine zum bösen Spiel machen und die Sekunde aushalten. Bis gestern. Da fiel mir mitten im Bahnhofsgebäude ein Zweiter auf, der vor sich hin dampfte. Die Asche munter auf den Fußboden verteilend. Somit waren es schon zwei. Das gleiche Bild heute Morgen. Der Typ am Bistrotisch am Eingang des Bahnhofs, der Typ mitten im Bahnhof. Wie jeden Morgen holte ich mir meinen Kaffee und ging zur Rolltreppe, die zum Bahnsteig führt. Da erblickte ich Raucher Nr. 3. Munter den Rauch ausatmend betrat der die Bahnhofshalle. Im ersten Moment dachte ich mir noch, das er halt diesen letzten Zug der Rauchware hier verteilt. Doch leider war dem nicht so, der Arm ging hoch, die Zigarette zwischen den leicht gelblich-orangen Fingern und die Kippe an den Mund. Ein kurzes Aufglühen der Zigarettenspitze und es war klar: Der stört sich auch ums Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden.

In meiner getrübten Stimmung ließ ich mich von den Rolltreppen zum Bahnsteig hoch bringen und betrat den Bahnsteig. Zwischen Rolltreppenende und der Tür zum Bahnsteig sind gut 3 – 4 Meter. In diesem Raum stehen auch Raucher, fröhlich vor sich hin qualmend. Rauchverbot? Lächerlich.

Natürlich waren das nicht die Letzten, die hier rauchten. Auf dem Weg zu meinem Einstiegspunkt der Bahn sehe ich noch weitere Raucher. Gut, der Bahnsteig liegt im Freien, ist gut belüftet. Dennoch gilt auch hier das Rauchverbot, ich kann es hier aber noch tolerieren. An meinem Platz angekommen, an dem ich gewöhnlich in die Bahn einsteige, erblicke ich einen Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe. Ein solcher hat für gewöhnlich das Hausrecht und auch dafür zu sorgen, dass sich an die Regeln gehalten werden. Kurz überlege ich, ihn auf die vielen Raucher anzusprechen. Doch was sehe ich? Der Typ raucht selbst. Direkt unter der Symbolleiste, die deutlich das Rauchverbot signalisiert.

Resignation. Wie können Verbote durchgesetzt und überprüft werden, wenn diejenigen, die dafür da sind, sie zu überwachen, diese Verbote selbst brechen?

Ich bin gespannt, wann auch wieder in Restaurants geraucht wird. Einfach so, weils ja eh keiner überprüft und der Hausherr nichts dagegen unternimmt. Selbst unter Berücksichtigung dessen, das 1.000 € Strafe fällig werden, wenn dies bei den Behörden gemeldet wird.

Es ist sicher so, das mir hier die wenigen Raucher auffallen, die sich nicht an das Rauchverbot halten. Drum bleibt bitte auch ihr rauchenden Blogleser mir so gewogen wie die Nichtrauchenden!

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

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