Heiße Luft…

… trägt zur Klimaerwärmung bei. Angeblich. Heiße Luft ist aber auch oft das, was Menschen von sich geben, die meinen etwas zu sagen zu haben. Sie reden, reden, reden, sagen aber im Endeffekt nichts. Oder sie wissen es besser, egal was. Reden mit viel Atem, der für gewöhnlich als stark erwärmte Luft dabei aus den Lungen strömt, und sagen am Ende doch nichts. Wenn weltweit diese Menschen zum Schweigen gebracht würden, wie viel weniger würde das Klima erwärmt? Wie viel weniger CO2 würde ausgeströmt? OK, ein sehr theoretischer Gedanke. Denn selbst wenn sie nicht reden, müssen sie trotzdem atmen, egal wie überflüssig dieser Mensch im Grunde ist.

Aha, ja, stimmt. Nee, echt, auch ich gebe im Grunde nichts als heiße Luft von mir. Jetzt eben im Moment. Weil auch ich jetzt nicht konkret werde, wen ich meine. Oder welche Situation genau. Muss ich das denn? Kennt nicht jeder einen solchen Menschen? Hat nicht jeder einen solchen Viel-Rede-aber-nichts-Sager in seinem Bekannten- wenn nicht sogar Freundeskreis? Selbst wenn nicht, spätestens im TV werdet ihr fündig. Stichwort: Daily Soap. Tägliche Seife. Wer kam eigentlich auf den bescheuerten Ausdruck für eine Serie, die täglich läuft und sich angeblich mit dem Alltag beschäftigt, meist dramatisch oder pseudoromantisch angelegt? Egal, das wäre ein anderes Thema. Es braucht nicht mal diese täglichen Seifen. Es reichen die Nachrichten. Täglich hören wir dort Politiker reden. Zu sagen haben sie selten etwas. Wenn sie dann in ihrer Rede mal was zu sagen haben, dann lässt sich leicht feststellen: Es ist zu unserem Nachteil. Wie neuerdings die Diskussion um die kalte Progression. Oder das Asylantenproblem. (Nebenbei, da regt mich das Wort „Asylantenproblem“ schon auf. Es sind Asylanten. Das Problem ist eine Folge, nämlich die Unterbringung, die Hygiene. Aber nicht der Asylant.) Beliebt ist auch über den Solidaritätszuschlag zu reden. Was wird dazu gesagt? Dass der noch lange laufen wird, bis er umbenannt wird. Abgeschafft wird der sicher nicht, davon ist wohl auszugehen.

Warum ich hier das Thema rund um die heiße Luft aufgreife? Weils mich inzwischen nervt, wenn ich zu allem und jedem Kommentare höre, die als schlau gelten sollen. Damit meine ich nicht zwingend Kommentare zu dem, was ich so von mir gebe. Seit das Handy auch im Kindergarten nicht mehr wegzudenken ist, kann das überall mitverfolgt werden. Im Bus, in der Bahn, im Geschäft oder nur beim spazieren gehen. Überall können wir Gespräche mithören, die wir nicht mithören wollen. Dass was wir mithören können, sind eben oft die Kommentare zu etwas nicht gehörtem. Doch es ist gleich klar, das redet mal wieder jemand nur um etwas von sich zu geben, was schlau wirken soll. Gesagt wurde deshalb noch lange nichts. Irgendwann kam mal die Abkürzung TMI auf. Als mir die zum ersten Mal auffiel, habe ich noch drüber gelacht. Inzwischen muss ich sagen: Stimmt.
TMI? Too much Information. Zu viele Informationen, die auf uns einströmen. Zu viel von dem, was ich aus fremden Leben mitbekomme.

Mein Tipp: Hört doch auf jederzeit mit jedem zu reden, solange bis ihr was zu sagen habt. Spart euch das auf, bis ihr euch seht und persönlich miteinander sprechen könnt.

Dem Klima würde das auch gefallen 😉

Nehmt mich und das Leben nicht immer (zu) ernst und

bleibt mir bitte gewogen!

Euer
Marcus Sammet

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2 Kommentare zu Heiße Luft…

  1. Sabine sagt:

    So viel heiße Luft hast du hierfür doch gar nicht benötigt! Wenn du den Text aufgesagt hättest, dann wäre das sicher anders. Da du ihn aber in Schriftform festgehalten hast, hast du sogar noch viel heiße Luft gespart. Man kann es also auch mal positiv betrachten.

    Gruß,
    Sabine

  2. Annette sagt:

    Wer immer nur redet, erfährt nie etwas neues.
    Es kommt natürlich auch darauf an, was es gilt zu erfahren.

    Danke für Deinen Blogartikel!
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

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