Eigenwahrnehmung

kann unabsichtlich ziemlich egoistisch wirken. Das musste ich jetzt beim nachbearbeiten der Interviewvideos feststellen.

Was war los? Leipzig im März. Buchmesse und ich mitten drin. Am Stand des FDA habe ich Interviews mit Autorinnen und Autoren geführt. Für die Kamera gab es nur einen möglichen Standort. Also genau dort aufgebaut und auf den Hintergrund ausgerichtet, der zeigt, was der FDA so macht. Schnell festgestellt: stehe ich rechts, wird zuviel verdeckt. Also links aufstellen, Autor zum interviewen rechts. Ausserdem kann sich mein Gast dann nicht so in die Ecke gedrängt fühlen. War zumindest mein Gedanke dabei.

Fataler Fehler. Denn die Interviewten, die sich nicht auch mal zur Kamera drehten, waren bestenfalls im Profil zu sehen, während ich in voller, zugegebenerweise, Breite zu sehen bin. Fürs Literatur-Radio-Bayern macht das nichts, ob ich von links oder rechts zu hören bin. Aber auf dem Video kommt das schon ziemlich Selbstdarstellerisch rüber. Ungewollt, wie ich betonen möchte. Besonders wenn immer wieder mein Blick direkt in die Kamera geht. Genaugenommen nur auf das Display, um einen Kontrollblick auf die Einstellung zu werfen, zu gucken, ob wir beide im Bild sind.

Selbst bei meinen Veranstaltungen zu „Sammet trifft“ hab ich das bisher besser hinbekommen. Bis auf das letzte Mal. Die Kamera dort aufgebaut, wo sie am wenigsten störte. Doch was hatte das zur Folge? Richtig, mein Gast ist vorwiegend im Profil zu sehen. Immerhin, bei der Lesung passte die Kameraeinstellung.

Was bleibt? Die Verbesserung natürlich. Künftig werde ich versuchen, das etwas besser zu bedenken. Ich bin kein Filmprofi und werde es wohl auch nie sein. Vieles ist „learning by doing“ und wie heißt es so schön? Gefahr erkannt – Gefahr gebannt.

Bitte bleibt mir, besonders ihr Autorinnen und Autoren für Interviews, gewogen!

Euer
Marcus Sammet

Über Marcus Sammet

Über mich? www.marcussammet.de Da wird alles gesagt.
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